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Inter Mirifica

 

Dekret über die sozialen Kommunikationsmittel vom 4. Dezember 1963

 

Vorwort

1. Unter den erstaunlichen Erfindungen der Technik, welche die menschliche Geisteskraft

gerade in unserer Zeit mit Gottes Hilfe aus der Schöpfung entwickelt hat, richtet sich die

besondere Aufmerksamkeit der Kirche auf jene, die sich unmittelbar an den Menschen selbst

wenden und neue Wege erschlossen haben, um Nachrichten jeder Art, Gedanken und

Weisungen leicht mitzuteilen. Unter ihnen treten vor allem jene "Mittel" hervor, die in ihrer

Eigenart nicht nur den einzelnen Menschen, sondern die Masse und die ganze menschliche

Gesellschaft erreichen und beeinflussen können: die Presse, der Film, der Rundfunk, das

Fernsehen und andere gleicher Art. Man nennt sie darum zu Recht "Soziale

Kommunikationsmittel".

2. Der Kirche ist sehr wohl bekannt, daß die Sozialen Kommunikationsmittel bei rechtem

Gebrauch den Menschen wirksame Hilfe bieten, denn sie leisten einen wichtigen Beitrag zur

Erholung und Bildung des Geistes; sie dienen ebenso auch der Ausbreitung und Festigung des

Gottesreiches. Die Kirche weiß ebenfalls, daß die Menschen diese technischen Erfindungen

gegen Gottes Schöpfungsplan und zu ihrem eigenen Schaden mißbrauchen können. Die Sorge

einer Mutter erfüllt sie wegen des Unheils, das durch deren Mißbrauch häufig der

menschlichen Gesellschaft erwachsen ist.

Das Konzil hält es darum für seine Pflicht, die wache Sorge der Päpste und Bischöfe in dieser

wichtigen Sache aufzunehmen und die vordringlichen Fragen zu behandeln, die mit den

Sozialen Kommunikationsmitteln zusammenhängen. Es hofft zudem, daß seine hier

vorgelegte Lehre und Weisung nicht allein dem Heil der Gläubigen, sondern auch dem

Fortschritt der ganzen menschlichen Gesellschaft dienen werde.

Erstes Kapitel

3. Die Katholische Kirche ist von Christus, dem Herrn, gegründet, um allen Menschen das

Heil zu bringen, und darum der Verkündigung des Evangeliums unbedingt verpflichtet.

Deshalb hält sie es für ihre Pflicht, die Heilsbotschaft auch mit Hilfe der Sozialen

Kommunikationsmittel zu verkündigen und Grundsätze über deren richtige Anwendung

aufzustellen.

 

Die Kirche hat also ein ursprüngliches Recht darauf, jedes dieser Sozialen

Kommunikationsmittel zu benutzen und zu besitzen, soweit es für die christliche Erziehung

und ihr Wirken am Heile der Seelen notwendig und nützlich ist. Zum Auftrag der Oberhirten

gehört es, die Gläubigen zu lehren und zu leiten, damit sie das Heil und die Vollendung für

sich und die ganze Menschheitsfamilie auch mit Hilfe dieser Mittel erstreben.

Im übrigen gehört es vor allem zur Aufgabe der Laien, die Sozialen Kommunikationsmittel

mit echt humanem und christlichem Geist zu beseelen, um so den großen Erwartungen der

Menschheit und dem Plane Gottes voll zu entsprechen.

4. Die rechte Benutzung der Sozialen Kommunikationsmittel setzt bei allen, die mit ihnen

umgehen, die Kenntnis der Grundsätze sittlicher Wertordnung voraus und die Bereitschaft, sie

auch hier zu verwirklichen. Man muß also zunächst auf den Sachverhalt achten, der je nach

der Eigengesetzlichkeit jedes einzelnen Mediums mitgeteilt wird; doch zugleich sind auch alle

Begleitumstände zu berücksichtigen, wie Absicht, Personen, Ort, Zeit, und all die Dinge, die

zur Vollständigkeit der Mitteilung gehören, und was ihren sittlichen Wert verändern oder

völlig umkehren kann. Hierzu zählt auch die jedem Sozialen Kommunikationsmittel eigene

Wirkungsart, seine Eindruckskraft, die so groß sein kann, daß es den Menschen, insbesondere

den unerfahrenen, schwerfällt, sie wahrzunehmen, geistig zu verarbeiten und gegebenenfalls

sich ihrer zu erwehren.

5. Vor allem sind für den Gebrauch der Sozialen Kommunikationsmittel bei allen Beteiligten

klare Gewissensgrundsätze notwendig. Dies gilt besonders für einige gerade in unserer Zeit

heftig umstrittene Probleme.

Der erste Fragenkreis umfaßt die "Information", das ist das Sammeln und Verbreiten von

Nachrichten. Zweifellos ist bei der heutigen Entwicklung der menschlichen Gesellschaft und

der immer engeren Verbindung ihrer Mitglieder die Information wertvoll, ja unumgänglich

notwendig. Eine öffentliche und rechtzeitige Berichterstattung über Ereignisse und

Zusammenhänge gibt jedem einzelnen Menschen eine reichere und umfassendere Kenntnis,

so daß jeder einen wirksamen Beitrag zum Gemeinwohl leisten kann und alle beim Ausbau

der bürgerlichen Gesellschaft leichter mitwirken können.

Es gibt also in der menschlichen Gesellschaft ein Recht auf Information über alle Tatsachen,

die den Menschen, als einzelnen oder als Mitgliedern der Gesellschaft, je nach ihrer

besonderen Situation zu wissen zukommt. Der richtige Gebrauch des Rechtes fordert aber,

daß die Mitteilung inhaltlich stets der Wahrheit entspricht und bei Beachtung der durch Recht

und menschliche Rücksichtnahme gezogenen Grenzen vollständig ist. Auch in der Form muß

sie ethisch einwandfrei sein, d. h., beim Sammeln und Verbreiten von Nachrichten müssen die

ethischen Grundsätze sowie die Rechte und Würde des Menschen beachtet werden; denn

nicht alles Wissen bringt Nutzen, "die Liebe aber baut auf" (1 Kor 8,1).

6. Eine zweite Frage betrifft die Beziehungen zwischen der "Freiheit der Kunst" und den

Normen des Sittengesetzes. Die sich mehrenden Diskussionen darüber beruhen häufig auf

falschen Auffassungen von Ethik und Ästhetik. Das Konzil betont darum, daß der Vorrang

der objektiven sittlichen Ordnung in allem und für alle gilt. Die Sittenordnung überragt alle

übrigen menschlichen Ordnungen, die Kunst nicht ausgenommen, so wertvoll sie auch sein

mögen, und bringt sie in das rechte Verhältnis. Allein die sittliche Wertordnung umfaßt die

ganze Natur des Menschen, der ein geistbegabtes und zu Höherem berufenes Geschöpf Gottes

ist. Wird sie in vollem Umfang getreu beachtet, ist sie für den Menschen der Weg zu seiner

Erfüllung und zu seinem Heil.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 3 Inter Mirifica

7. Zum Dritten: Die Schilderung, Beschreibung oder Darstellung des sittlich Bösen kann

gewiß auch mit den Sozialen Kommunikationsmitteln zur besseren Erkenntnis und

Ergründung des Menschen beitragen. Sie kann die Erhabenheit des Wahren und Guten

offenbaren und dabei besonders wirksame dramatische Effekte erzielen. Doch auch sie muß

sich den ethischen Forderungen unterordnen, wenn sie nicht eher Schaden als Nutzen stiften

will, vor allem bei Themen, deren Behandlung eine gewisse Zurückhaltung gebietet oder die

im erbsündlich belasteten Menschen leicht niedrige Instinkte wecken.

8. "Öffentliche Meinungen" üben heute einen bestimmenden und richtunggebenden Einfluß

auf das private und öffentliche Leben der Menschen aller gesellschaftlichen Schichten aus.

Darum müssen alle Glieder der Gesellschaft ihren Verpflichtungen zu Gerechtigkeit und

Liebe auch in diesem Bereich nachkommen und mit Hilfe dieser Mittel ebenfalls zur Bildung

und Verbreitung richtiger öffentlicher Meinungen beitragen.

9. Eine besondere Verantwortung tragen die Leser, Zuschauer und Zuhörer, die sich ja in

freier und persönlicher Entscheidung der Sozialen Kommunikationsmittel bedienen. Dabei

gilt es, sich für das zu entscheiden, was sowohl ethisch wie künstlerisch wertvoll und

wissenswert ist. Es gilt aber auch, das Minderwertige oder Verführerische abzulehnen, ebenso

alles, was schlechtes Beispiel gibt, und auch, was gute Darbietungen hindert oder schlecht

fördert. Dies geschieht häufig dann, wenn man Geld für Darbietungen ausgibt, die von ihren

Veranstaltern lediglich aus Gründen gewinnsüchtigen Profits angeboten werden.

Leser, Zuschauer und Hörer dürfen es daher nicht unterlassen, sich rechtzeitig bei den Stellen

zu informieren, die dafür zuständig sind, und sie müssen deren Beurteilung nach bestem

Wissen und Gewissen befolgen. Um zweifelhaften Anpreisungen leichter zu widerstehen und

auf gute Anregungen einzugehen, ist eine rechte Gewissensbildung durch geeignete Hilfe

notwendig.

10. Leser, Hörer und Zuschauer, besonders die Jugendlichen, sollen sich im Gebrauch dieser

Sozialen Kommunikationsmittel an Zucht und Maß gewöhnen. Ferner sollen sie sich um ein

tieferes Verständnis dessen bemühen, was sie gesehen, gehört oder gelesen haben. Mit

Erziehern und Fachleuten mögen sie sich darüber besprechen, um selbst richtig urteilen zu

lernen. Die Eltern aber sollen sorgfältig darauf achten, daß nicht glaubens- und sittenwidrige

Darbietungen, Druckerzeugnisse und ähnliches ins Haus gelangen oder den Kindern anderswo

begegnen.

11. Eine besondere Verantwortung für die Sozialen Kommunikationsmittel tragen die

Journalisten, Schriftsteller, Schauspieler, Regisseure, Produzenten, Geldgeber, Verleiher,

Theaterleiter, Agenten, Kritiker und überhaupt alle, die irgendwie bei der Produktion und

Verbreitung Sozialer Kommunikationsmittel beteiligt sind. Die Größe und der Ernst ihrer

Verpflichtungen unter den heutigen gesellschaftlichen Verhältnissen liegen klar auf der Hand.

Ihre Information und Einwirkung können dem Menschen Segen oder Fluch bringen.

Ihre Aufgabe wird es darum sein, die wirtschaftlichen, politischen und künstlerischen Belange

so aufeinander abzustimmen, daß sie dem Gemeinwohl niemals zuwiderlaufen. Um dies

wirksamer zu erreichen, empfiehlt es sich, Berufsvereinigungen beizutreten, die ihren

Mitgliedern Achtung vor dem Sittengesetz in ihren beruflichen Arbeiten und Pflichten

auferlegen - wenn nötig, auch mit Eingehung der gegenseitigen Verpflichtung, festgelegte

moralische Richtlinien zu beobachten. Immer aber mögen sie daran denken, daß ein großer

Teil der Leser und Zuschauer aus Jugendlichen besteht. Diese brauchen Schriften und

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 4 Inter Mirifica

Darbietungen mit sauberer Unterhaltung und Anregung zum Guten. Sie sollen auch dafür

sorgen, daß Darbietungen religiösen Inhalts ernsten und erfahrenen Bearbeitern anvertraut

und mit gebotener Ehrfurcht gestaltet werden.

12. Die öffentliche Gewalt hat hier mit Rücksicht auf das Gemeinwohl, dem die Sozialen

Kommunikationsmittel zugeordnet sind, besondere Verpflichtungen. Im Rahmen ihrer

Zuständigkeit hat sie die wahre und rechte Freiheit der Information, deren die heutige

Gesellschaft zu ihrem Fortschritt bedarf, zu verteidigen und zu schützen, das gilt besonders

für die Pressefreiheit. Der öffentlichen Gewalt obliegt auch die Förderung der Religion, der

Kultur und der schönen Künste sowie der Schutz der Leser, Zuschauer und Zuhörer im freien

Gebrauch ihrer Rechte. Zudem ist es Sache der öffentlichen Hand, solche Unternehmen zu

unterstützen, die sonst nicht zu verwirklichen wären, die aber besonders für die Jugend

wertvoll sind.

Schließlich muß die gleiche öffentliche Gewalt, die kraft ihres Amtes für das Wohl der Bürger

Sorge trägt, durch Erlaß und sorgfältige Durchführung von Gesetzen schwere Schäden für die

öffentliche Sitte und den Fortschritt der Gesellschaft verhindern, die durch Mißbrauch der

Sozialen Kommunikationsmittel entstehen könnten. Die Freiheit der Einzelnen oder

gesellschaftlicher Gruppen wird durch diese wache Sorge keineswegs beeinträchtigt, zumal

wenn wirksame Vorsichtsmaßnahmen jener fehlen, die beruflich mit diesen Mitteln zu tun

haben.

Besondere Schutzmaßnahmen müssen getroffen werden, um die Jugendlichen vor

Presseerzeugnissen und Darbietungen zu bewahren, die ihrem Alter schädlich sind.

Zweites Kapitel

13. Alle Glieder der Kirche sollen einmütig und planmäßig darangehen, ohne Aufschub und

mit größtem Eifer die Sozialen Kommunikationsmittel in den vielfältigen Arbeiten des

Apostolates, wie es Zeit und Umstände erfordern, zu benutzen und schädlichen

Unternehmungen zuvorzukommen, besonders in den Gegenden, wo sittlicher oder religiöser

Fortschritt erhöhte Anstrengungen erfordert.

Die kirchlichen Oberhirten sollen darum auf diesem Gebiet, das mit ihrer Pflicht zur

Verkündigung so eng verbunden ist, ihrem Auftrag eilends nachkommen. Auch die mit den

Sozialen Kommunikationsmitteln arbeitenden Laien sollen vor allem durch Erfüllung ihrer

jeweiligen Berufsaufgabe mit Sachverstand und in apostolischem Geiste bereitwillig für

Christus Zeugnis ablegen. Sie sollen auch, je nach Möglichkeit, mit ihren technischen,

wirtschaftlichen, kulturellen und künstlerischen Kräften die kirchliche Seelsorge unmittelbar

unterstützen.

14. Vor allem ist die gute Presse zu fördern. Um jedoch die Leser ganz mit christlichem Geist

zu erfüllen, soll auch eine katholische Presse gegründet und gefördert werden, die diesen

Namen wirklich verdient. Sie soll - entweder unmittelbar von der Kirche oder von

katholischen Persönlichkeiten ins Leben gerufen und getragen - in der erklärten Absicht

erscheinen, um öffentliche Meinungen zu bilden, zu festigen und zu fördern, die mit dem

Naturrecht und den katholischen Lehren und Grundsätzen übereinstimmen, sie soll

Nachrichten über das Leben der Kirche bringen und kommentieren. Die Gläubigen aber sind

von der Notwendigkeit zu überzeugen, die katholische Presse zu lesen und zu verbreiten, um

sich über alle Ereignisse ein christliches Urteil bilden zu können.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 5 Inter Mirifica

Die Produktion und Vorführung von Filmen, die gute Unterhaltung bieten, die belehrend und

künstlerisch wertvoll sind, insbesondere von Filmen für die Jugend, sollte man mit allen

wirksamen Mitteln fördern und sicherstellen. Dazu wird die Unterstützung und

Zusammenarbeit guter Produzenten auf wirtschaftlichem und organisatorischem Gebiet

empfohlen, ferner anerkennende Kritik und Verleihung von Preisen an Filme, die es

verdienen, und endlich die Förderung und der Zusammenschluß von Lichtspieltheatern, die

von katholischen und zuverlässigen Persönlichkeiten geleitet werden.

Gute Rundfunk- und Fernsehsendungen sind zu unterstützen, vor allem jene, die für die

Familie wertvoll sind. Katholische Sendungen, welche Hörer und Zuschauer am Leben der

Kirche teilnehmen lassen und mit religiösen Wahrheiten vertraut machen, sind besonders zu

fördern. Wohlüberlegt sollen dort, wo es angebracht erscheint, katholische Sender errichtet

werden. Man achte jedoch darauf, daß sich ihre Übertragungen durch entsprechende Qualität

und Reichweite auszeichnen.

Man trage überdies Sorge dafür, daß die edle und alte Kunst des Theaters, die nun auch durch

die Sozialen Kommunikationsmittel weite Verbreitung findet, zur menschlichen und sittlichen

Bildung der Zuschauer beiträgt.

15. Um den dargelegten Erfordernissen gerecht zu werden, ist rechtzeitig für die Ausbildung

von Geistlichen, Ordensleuten und Laien zu sorgen. Sie müssen genügend Sachkenntnis

besitzen, um diese Mittel für das Apostolat zu gebrauchen.

Insbesondere sollen die Laien eine technische, theoretische und charakterliche Ausbildung

erhalten. Die Zahl der Schulen, Fakultäten und Institute, auf denen Journalisten, Autoren für

Film, Rundfunk und Fernsehen sowie andere interessierte Personen eine umfassende

Ausbildung erhalten können, ist zu vermehren. Eine solche Ausbildung soll von christlichem

Geist geprägt sein und insbesondere die Soziallehre der Kirche berücksichtigen. Die

Schauspieler sollen Anregung und Hilfe erhalten, um in ihrer Kunst der menschlichen

Gesellschaft in rechter Weise zu dienen. Sorgfältig auszubilden sind ferner Kritiker für

Literatur, Film, Rundfunk, Fernsehen und andere Gebiete. Sie alle sollen ihr Sachgebiet

wirklich beherrschen. Desgleichen sollen sie befähigt und angeregt werden, in ihren Kritiken

stets die sittlichen Gesichtspunkte zu berücksichtigen.

16. Der rechte Gebrauch der Sozialen Kommunikationsmittel, die sich ja an Menschen

verschiedenen Alters und unterschiedlicher Bildung wenden, setzt bei diesen eine eigene

Schulung und Übung voraus. Darum sind geeignete Einrichtungen - insbesondere für

Jugendliche - in den katholischen Schulen und Hochschulen aller Arten, in Bildungsstätten

und den Organisationen des Laienapostolates zu unterstützen, zu vermehren und nach

christlichen Grundsätzen zu leiten. Um hier schneller voranzukommen, sollen diese Fragen

sowohl im Grundsätzlichen wie in ihrer praktischen Handhabung auch im Religionsunterricht

behandelt und erläutert werden.

17. Es ist ein unwürdiger Zustand, wenn es von den Mitgliedern der Kirche untätig

hingenommen wird, daß das Wort des Heiles durch technische Unzulänglichkeit und

unzureichende Mittel gefesselt und gehindert ist. Allerdings ist der bei den Sozialen

Kommunikationsmitteln erforderliche finanzielle Aufwand sehr groß. Darum erinnert das

Konzil die Gläubigen an ihre Pflicht, die katholischen Zeitungen, Zeitschriften und

Filmunternehmungen, die Rundfunk- und Fernsehstationen und ihre Sendungen zu

unterstützen, deren besonderes Ziel es ist, die Wahrheit zu verbreiten und zu verteidigen

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 6 Inter Mirifica

sowie christliches Geistesgut den Menschen zu vermitteln. Zugleich lädt das Konzil die in

Wirtschaft oder Technik einflußreichen Verbände und Einzelpersönlichkeiten dringend ein,

mit ihren finanziellen Beiträgen und ihrer Erfahrung die Sozialen Kommunikationsmittel,

soweit sie wahrer Kultur und dem Apostolat dienen, bereitwillig zu unterstützen.

18. Um das vielgestaltige Apostolatswerk der Kirche auf dem Gebiet der Sozialen

Kommunikationsmittel wirksam zu kräftigen, soll in allen Diözesen des Erdkreises, nach dem

Ermessen der Bischöfe, jährlich ein Tag festgesetzt werden, an dem die Gläubigen auf ihre

hier liegenden Aufgaben eindringlich hingewiesen und eingeladen werden, dieser Frage im

Gebet zu gedenken und Spenden für sie zu entrichten. Der Erlös soll zum Unterhalt und zur

Unterstützung aller kirchlichen Einrichtungen und Unternehmungen auf diesem Gebiet

dienen. Maßgebend sind dabei die Bedürfnisse der Weltkirche.

19. Zur Erfüllung seiner obersten Hirtenpflicht auf dem Gebiet der Sozialen

Kommunikationsmittel steht dem Papst eine eigene Stelle beim Apostolischen Stuhl zur

Verfügung.(1)

20. Nun aber wird es Sache der Bischöfe sein, den Werken und Unternehmungen dieser Art in

den eigenen Diözesen ihre wache Sorge zuzuwenden, sie zu fördern und ihre Tätigkeit zu

koordinieren, soweit sie das Apostolat in der Öffentlichkeit betrifft. Auch die von externen

Ordensgenossenschaften geleiteten Unternehmungen sind davon nicht ausgenommen.

21. Ein wirksames Apostolat für ein ganzes Land verlangt Einheitlichkeit in der Planung und

im Einsatz der Kräfte. Darum bestimmt und ordnet das Konzil an, daß in den einzelnen

Ländern eigene Stellen für Presse, Film, Rundfunk und Fernsehen errichtet und mit allen

Mitteln unterstützt werden.

Aufgabe dieser nationalen Stellen ist vor allem die Sorge um die Gewissensbildung der

Gläubigen beim Gebrauch der Sozialen Kommunikationsmittel; ferner sollen sie das

unterstützen und ordnen, was in diesem Bereich von Katholiken unternommen wird.

In jeder Nation soll die Leitung dieser Stellen einer eigenen Bischofskommission oder einem

beauftragten Bischof anvertraut werden. In den genannten Stellen sollen auch Laien vertreten

sein, die in der katholischen Lehre und in diesen Sachgebieten erfahren sind.

22. Die Auswirkung der Sozialen Kommunikationsmittel geht über die Grenzen der Nationen

hinaus und macht die Einzelnen gleichsam zu Bürgern der ganzen Menschheit. Darum sollen

die nationalen Unternehmungen auch im internationalen Rahmen zusammenarbeiten. Die in

Nr.21 genannten Stellen sollen in enger Verbindung mit ihrer jeweiligen internationalen

katholischen Vereinigung stehen. Diese internationalen katholischen Verbände aber erhalten

ihre Bestätigung ausschließlich vom Apostolischen Stuhl und unterstehen nur diesem.

Schluss

23. Um alle Grundsätze und Weisungen dieses Konzils über die Sozialen

Kommunikationsmittel zum Erfolg zu führen, soll im ausdrücklichen Auftrag des Konzils ein

Pastoralschreiben herausgegeben werden. Dafür ist die in Nr. 19 genannte Stelle des

Apostolischen Stuhls beauftragt, die aus den verschiedenen Nationen Sachverständige

hinzuziehen soll.

24. Abschließend spricht die Konzilsversammlung die Hoffnung aus, daß diese ihre

Grundsätze und Weisungen von allen Gliedern der Kirche bereitwillig angenommen und

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 7 Inter Mirifica

gewissenhaft beachtet werden. Sie sollen durch den Gebrauch dieser Hilfen keinen Schaden

leiden, sondern wie das Salz die Erde würzen und wie das Licht die Welt erleuchten. Das

Konzil ruft alle Menschen guten Willens und vor allem die verantwortlichen Leiter der

Sozialen Kommunikationsmittel auf, sie ausschließlich zum Wohl der menschlichen

Gemeinschaft zu verwenden, deren Schicksal von Tag zu Tag mehr von ihrem rechten

Gebrauch abhängt. So werde der Name des Herrn, wie schon durch die Werke der

Vergangenheit, so auch durch diese neuen Erfindungen verherrlicht, nach dem Wort des

Apostels: "Jesus Christus, gestern und heute, derselbe auch in Ewigkeit" (Hebr 13, 8).

Was in diesem Dekret im gesamten und im einzelnen ausgesprochen ist, hat die Zustimmung

der Väter gefunden. Und Wir, kraft der von Christus Uns übertragenen Apostolischen

Vollmacht, billigen, beschießen und verordnen es zusammen mit den Ehrwürdigen Vätern im

Heiligen Geiste und gebieten zur Ehre Gottes die Veröffentlichung dessen, was so durch das

Konzil verordnet ist.

Anmerkungen

1) Die Konzilsväter schließen sich bereitwillig dem Wunsche des "Sekretariats für die Presse

und Darstellung an und bitten den Heiligen Vater ehrerbietigst um Erweiterung der Aufgaben

und Zuständigkeiten der genannten Stelle für alle Sozialen Kommunikationsmittel

einschließlich der Presse. Aus den verschiedenen Nationen sollen Sachverständige, auch

Laien, hinzuberufen werden.

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