Drucken

Christus Dominus

 

Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe vom 28. Oktober 1965

 

Vorwort

1. Christus der Herr, der Sohn des lebendigen Gottes, ist gekommen, sein Volk von den

Sünden zu erlösen (1) und alle Menschen zu heiligen. Wie er selbst vom Vater gesandt

worden ist, so sandte er seine Apostel (2). Darum heiligte er sie, indem er ihnen den Heiligen

Geist gab, damit auch sie auf Erden den Vater verherrlichen und die Menschen retten, "zum

Aufbau des Leibes Christi" (Eph 4,12), der die Kirche ist.

2. In dieser Kirche besitzt der römische Bischof als Nachfolger des Petrus, dem Christus seine

Schafe und Lämmer zu weiden anvertraute, aufgrund göttlicher Einsetzung die höchste, volle,

unmittelbare und universale Seelsorgsgewalt. Weil er also als Hirte aller Gläubigen gesandt

ist, für das Gemeinwohl der ganzen Kirche und für das Wohl der einzelnen Kirchen zu

sorgen, hat er den Vorrang der ordentlichen Gewalt über alle Kirchen.

Aber auch die Bischöfe sind vom Heiligen Geist eingesetzt und treten an die Stelle der

Apostel als Hirten der Seelen (3). Gemeinsam mit dem Papst und unter seiner Autorität sind

sie gesandt, das Werk Christi, des ewigen Hirten, durch alle Zeiten fortzusetzen (4). Christus

hat nämlich den Aposteln und ihren Nachfolgern den Auftrag und die Vollmacht gegeben,

alle Völker zu lehren, die Menschen in der Wahrheit zu heiligen und sie zu weiden. Daher

sind die Bischöfe durch den Heiligen Geist, der ihnen mitgeteilt worden ist, wahre und

authentische Lehrer des Glaubens, Priester und Hirten geworden (5).

 

3. Die Bischöfe haben Anteil an der Sorge für alle Kirchen; deshalb üben sie das bischöfliche

Amt, das sie durch die Bischofsweihe empfangen haben (6), in der Gemeinschaft und unter

der Autorität des Papstes im Hinblick auf die ganze Kirche Gottes aus, wenn sie, was die

Lehrverkündigung und die Hirtenleitung angeht, alle im Bischofskollegium oder als

Körperschaft vereint sind. Sie üben es einzeln für die ihnen zugewiesenen Teile der Herde des

Herrn aus, indem jeder für die ihm anvertraute Teilkirche sorgt oder wenn mehrere zusammen

bestimmte gemeinsame Anliegen verschiedener Kirchen besorgen. Daher beabsichtigt die

Heilige Synode, auch im Hinblick auf die Lage der menschlichen Gesellschaft, die sich in

dieser unserer Zeit auf dem Weg zu einer neuen Ordnung befindet (7), die Hirtenaufgabe der

Bischöfe näher zu bestimmen. Sie hat darum folgende Anordnungen getroffen.

 

1. Kapitel: Die Bischöfe und die Gesamtkirche

 

I. Die Rolle der Bischöfe in der Gesamtkirche

 

4. Die Bischöfe werden kraft der sakramentalen Weihe und durch die hierarchische

Gemeinschaft mit dem Haupt und den Gliedern des Kollegiums zu Gliedern der

Bischofskörperschaft (1). "Die Ordnung der Bischöfe aber, die dem Kollegium der Apostel im

Lehr- und Hirtenamt nachfolgt, ja, in welcher die Körperschaft der Apostel immerfort weiter

besteht, ist gemeinsam mit ihrem Haupt, dem Bischof von Rom, und niemals ohne dieses

Haupt gleichfalls Träger der höchsten und vollen Gewalt über die ganze Kirche.

Diese Gewalt kann nur unter Zustimmung des Bischofs von Rom ausgeübt werden." (2) Diese

Gewalt nun "wird in feierlicher Weise im Ökumenischen Konzil ausgeübt" (3). Daher

beschließt die Heilige Synode, daß allen Bischöfen, die Glieder des Bischofskollegiums sind,

das Recht zusteht, am Ökumenischen Konzil teilzunehmen. "Die gleiche kollegiale Gewalt

kann gemeinsam mit dem Papst von den in aller Welt lebenden Bischöfen ausgeübt werden,

wofern nur das Haupt des Kollegiums sie zu einer kollegialen Handlung ruft oder wenigstens

die gemeinsame Handlung der räumlich getrennten Bischöfe billigt oder frei annimmt, so daß

ein eigentlich kollegialer Akt zustande kommt." (4)

5. Aus den verschiedenen Gegenden der Erde ausgewählte Bischöfe leisten dem obersten

Hirten der Kirche in einem Rat, der die Bezeichnung "Bischofssynode" trägt (5), einen

wirksameren Beistand in der vom Papst bestimmten oder noch zu bestimmenden Art und

Weise. Als Vertretung des gesamten katholischen Episkopates bringt diese Bischofssynode

gleichzeitig zum Ausdruck, daß alle Bischöfe in der hierarchischen Gemeinschaft an der

Sorge für die ganze Kirche teilhaben (6).

6. Als rechtmäßige Nachfolger der Apostel und Glieder des Bischofskollegiums sollen sich

die Bischöfe immer einander verbunden wissen und sich für alle Kirchen besorgt zeigen.

Durch göttliche Einsetzung und Vorschrift ist ja jeder einzelne gemeinsam mit den übrigen

Bischöfen mitverantwortlich für die apostolische Aufgabe der Kirche (7), Vor allem seien sie

besorgt um jene Gegenden der Erde, in denen das Wort Gottes noch nicht verkündet ist oder

in denen die Gläubigen, besonders wegen der geringen Anzahl der Priester, in der Gefahr

schweben, den Geboten des christlichen Lebens untreu zu werden, ja den Glauben selbst zu

verlieren.

Mit allen Kräften seien sie deshalb bemüht, daß die Gläubigen die Werke der Verkündigung

und des Apostolats freudig unterstützen und fördern. Weiter sollen sie mit Eifer dafür sorgen,

daß geeignete Diener des Heiligtums sowie Helfer aus dem Ordens- und Laienstand für die

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 3 Christus Dominus

Missionen und die priesterarmen Gegenden ausgebildet werden. Auch sollen sie, soweit

möglich, dafür sorgen, daß einige ihrer Priester in die erwähnten Missionsgebiete oder

Diözesen gehen, um dort den heiligen Dienst für immer oder wenigstens für eine bestimmte

Zeit auszuüben.

Ferner sollen sich die Bischöfe vor Augen halten, daß sie beim Gebrauch des kirchlichen

Vermögens nicht nur die eigene Diözese berücksichtigen dürfen, sondern auch der anderen

Teilkirchen zu gedenken haben, die ja Teile der einen Kirche Christi sind. Schließlich mögen

sie ihre Aufmerksamkeit darauf richten, die Notlage, unter der andere Diözesen oder

Gegenden leiden, nach Kräften zu lindern.

7. Vor allem sollen sie jenen Bischöfen, die um des Namens Christi willen von Not und

Verleumdung bedrängt, in Gefängnissen festgehalten oder an der Ausübung ihres Amtes

gehindert werden, in brüderlicher Gesinnung zugetan sein und ihnen ihre echte, tatkräftige

Sorge widmen, damit deren Leiden durch das Gebet und die Unterstützung der Mitbrüder

gelindert und erleichtert werden.

II. Die Bischöfe und der Apostolische Stuhl

8. a) Als Nachfolgern der Apostel steht den Bischöfen in den ihnen anvertrauten Diözesen

von selbst jede ordentliche, eigenständige und unmittelbare Gewalt zu, die zur Ausübung

ihres Hirtenamtes erforderlich ist. Die Gewalt, die der Papst kraft seines Amtes hat, sich selbst

oder einer anderen Obrigkeit Fälle vorzubehalten, bleibt dabei immer und in allem

unangetastet.

b) Den einzelnen Diözesanbischöfen wird die Vollmacht erteilt, die Gläubigen, über die sie

nach Maßgabe des Rechtes ihre Gewalt ausüben, in einem besonderen Fall von einem

allgemeinen Kirchengesetz zu dispensieren, sooft sie es für deren geistliches Wohl für

nützlich erachten, wenn nicht von der höchsten Autorität der Kirche ein besonderer Vorbehalt

gemacht wurde.

9. Bei der Ausübung der höchsten, vollen und unmittelbaren Gewalt über die Gesamtkirche

bedient sich der Papst der Behörden der römischen Kurie. Diese versehen folglich ihr Amt in

seinem Namen und mit seiner Vollmacht zum Wohle der Kirchen und als Dienst, den sie den

geweihten Hirten leisten.

Die Väter des Heiligen Konzils wünschen jedoch, daß diese Behörden, die zwar dem Papst

und den Hirten der Kirche eine vorzügliche Hilfe geleistet haben, eine neue Ordnung erhalten,

die den Erfordernissen der Zeit, der Gegenden und der Riten stärker angepaßt ist, besonders

was ihre Zahl, Bezeichnung, Zuständigkeit, Verfahrensweise und die Koordinierung ihrer

Arbeit angeht (8). Desgleichen wünschen sie, daß unter Berücksichtigung des den Bischöfen

eigenen Hirtenamtes das Amt der päpstlichen Legaten genauer abgegrenzt werde.

10. Diese Behörden sind zum Wohle der ganzen Kirche geschaffen. Daher wird weiter

gewünscht, daß ihre Mitglieder, Beamten und Berater sowie die päpstlichen Legaten, soweit

es geschehen kann, mehr aus den verschiedenen Gebieten der Kirche genommen werden, so

daß die zentralen Behörden oder Organe der katholischen Kirche eine wahrhaft weltweite

Prägung aufweisen.

Ferner ist zu wünschen, daß auch einige Bischöfe, vor allem Diözesanbischöfe, unter die

Mitglieder der Behörden aufgenommen werden, damit sie die Ansichten, Wünsche und

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 4 Christus Dominus

Anliegen aller Kirchen dem Papst ausführlicher unterbreiten können. Schließlich halten es die

Konzilsväter für sehr nützlich, wenn diese Behörden Laien, die sich durch Tugend, Wissen

und Erfahrung auszeichnen, mehr zu Rate ziehen. So erhalten auch diese in den

Angelegenheiten der Kirche den ihnen gebührenden Anteil.

2. Kapitel: Die Bischöfe und die Teilkirchen oder Diözesen

I. Die Diözesanbischöfe

11. Die Diözese ist der Teil des Gottesvolkes, der dem Bischof in Zusammenarbeit mit dem

Presbyterium zu weiden anvertraut wird. Indem sie ihrem Hirten anhängt und von ihm durch

das Evangelium und die Eucharistie im Heiligen Geist zusammengeführt wird, bildet sie eine

Teilkirche, in der die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche wahrhaft wirkt und

gegenwärtig ist. Die einzelnen Bischöfe, denen die Sorge für eine Teilkirche anvertraut ist,

weiden unter der Autorität des Papstes als deren eigentliche, ordentliche und unmittelbare

Hirten ihre Schafe im Namen des Herrn, indem sie ihre Aufgabe zu lehren, zu heiligen und zu

leiten an ihnen ausüben. Sie selbst sollen jedoch die Rechte anerkennen, die den Patriarchen

oder anderen hierarchischen Autoritäten rechtmäßig zustehen (1).

Ihrer apostolischen Aufgabe sollen sich die Bischöfe zuwenden als Zeugen Christi vor allen

Menschen. Sie sollen sich nicht bloß um die kümmern, die schon dem obersten Hirten

nachfolgen, sondern sich mit ganzem Herzen auch jenen widmen, die irgendwie vom Weg der

Wahrheit abgewichen sind oder die Frohbotschaft Christi und sein heilbringendes Erbarmen

nicht kennen, bis schließlich alle "in lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit" (Eph 5,9)

wandeln.

12. Bei der Erfüllung ihrer Aufgabe zu lehren, sollen sie den Menschen die Frohbotschaft

Christi verkünden; das hat den Vorrang unter den hauptsächlichen Aufgaben der Bischöfe (2).

In der Kraft des Geistes sollen sie die Menschen zum Glauben rufen oder im lebendigen

Glauben stärken. Das Geheimnis Christi sollen sie ihnen unverkürzt vorlegen, jene

Wahrheiten nämlich, deren Unkenntnis gleichbedeutend ist mit der Unkenntnis Christi,

desgleichen den Weg, den Gott geoffenbart hat, die Verherrlichung Gottes und damit zugleich

die ewige Seligkeit zu erreichen (3).

Ferner sollen sie aufzeigen, daß selbst die irdischen Dinge und die menschlichen

Einrichtungen nach dem Plan des Schöpfergottes auf das Heil der Menschen hingeordnet sind

und somit zum Aufbau des Leibes Christi nicht wenig beitragen können.

Sie mögen also aufzeigen, wie sehr nach der Lehre der Kirche die menschliche Person zu

achten ist, mit ihrer Freiheit und auch mit ihrem leiblichen Leben; ebenso die Familie, ihre

Einheit und Festigkeit sowie die Zeugung und Erziehung der Nachkommenschaft; die

weltliche Gesellschaft mit ihren Gesetzen und Berufsständen; die Arbeit und die Freizeit; die

Künste und die technischen Erfindungen; die Armut und der Reichtum. Schließlich sollen sie

die Grundsätze darlegen, nach denen die überaus schwierigen Fragen über Besitz,

Vermehrung und rechte Verteilung der materiellen Güter, über Krieg und Frieden sowie über

das brüderliche Zusammenleben aller Völker zu lösen sind (4).

13. Die christliche Lehre sollen sie auf eine Weise vortragen, die den Erfordernissen der Zeit

angepaßt ist, das heißt, die den Schwierigkeiten und Fragen, von denen die Menschen so sehr

bedrängt und geängstigt werden, entspricht. Diese Lehre sollen sie auch schützen, indem sie

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 5 Christus Dominus

die Gläubigen lehren, sie zu verteidigen und auszubreiten. Bei ihrer Verkündigung sollen sie

die mütterliche Sorge der Kirche um alle Menschen, seien sie gläubig oder ungläubig, unter

Beweis stellen und sich mit besonderer Sorge der Armen und Schwachen annehmen; ihnen

die Frohbotschaft zu verkünden, hat der Herr sie gesandt.

Da es der Kirche aufgegeben ist, mit der menschlichen Gesellschaft, in der sie lebt, in ein

Gespräch zu kommen (5), ist es in erster Linie Pflicht der Bischöfe, zu den Menschen zu

gehen und das Gespräch mit ihnen zu suchen und zu fördern. Damit immer Wahrheit mit

Liebe, Einsicht mit Güte gepaart sind, muß sich dieser Heilsdialog sowohl durch Klarheit der

Rede als auch zugleich durch Demut und Sanftmut auszeichnen, ferner durch gebührende

Klugheit, die jedoch mit Vertrauen verbunden sein muß, das ja die Freundschaft fördert und

somit darauf hinwirkt, die Geister zu einen (6).

Bei der Verkündigung der christlichen Lehre seien sie bemüht, die verschiedenen Mittel

anzuwenden, die in der heutigen Zeit zur Verfügung stehen, und zwar zunächst die Predigt

und die katechetische Unterweisung, die ja immer den ersten Platz einnehmen, aber auch die

Darlegung der Lehre in Schulen, Akademien, Konferenzen und Versammlungen jedweder Art

sowie deren Verbreitung durch öffentliche Erklärungen bei bestimmten Anlässen, durch die

Presse und die verschiedenen sozialen Kommunikationsmittel, die man zur Verkündigung des

Evangeliums Christi unbedingt benützen muß (7).

14. Die katechetische Unterweisung trachtet danach, daß in den Menschen der Glaube, durch

die Lehre erleuchtet, lebendig wird, sich entfaltet und zu Taten führt. Die Bischöfe sollen

darüber wachen, daß dieser Unterricht sowohl den Kindern und Heranwachsenden als auch

den Jugendlichen und ebenso den Erwachsenen mit Eifer und Sorgfalt erteilt wird; daß bei

dieser Unterweisung eine geeignete Ordnung und eine Methode eingehalten werden, die nicht

nur dem zu behandelnden Stoff, sondern auch der Eigenart, den Fähigkeiten, dem Alter und

den Lebensbedingungen der Zuhörer entsprechen; daß diese Unterweisung auf der Heiligen

Schrift, der Überlieferung, der Liturgie, dem Lehramt und dem Leben der Kirche aufbaut.

Ferner mögen sie dafür sorgen, daß die Katecheten für ihre Aufgabe gebührend vorbereitet

werden, indem sie die Lehre der Kirche gründlich kennenlernen und auch die

psychologischen Gesetze und pädagogischen Fächer theoretisch und praktisch erlernen. Sie

seien auch bemüht, daß der Unterricht für erwachsene Katechumenen wieder eingeführt oder

besser angepaßt wird.

15. Bei der Erfüllung ihrer Aufgabe zu heiligen sollen die Bischöfe bedenken, daß sie aus den

Menschen genommen und für die Menschen bestellt sind in ihren Angelegenheiten bei Gott,

um Gaben und Opfer für die Sünden darzubringen. Die Bischöfe erfreuen sich nämlich der

Fülle des Weihesakramentes. Von ihnen hängen bei der Ausübung ihrer Gewalt sowohl die

Priester ab, die ja, um sorgsame Mitarbeiter des Bischofsstandes zu sein, selbst zu wahren

Priestern des Neuen Bundes geweiht sind, als auch die Diakone, die, zum Dienst geweiht,

dem Gottesvolk in der Gemeinschaft mit dem Bischof und seinem Presbyterium dienen. Die

Bischöfe selbst sind also die hauptsächlichen Ausspender der Geheimnisse Gottes, wie sie

auch die Leitung, Förderung und Aufsicht des gesamten liturgischen Lebens in der ihnen

anvertrauten Kirche innehaben (8).

Unablässig sollen sie sich daher bemühen, daß die Gläubigen durch die Eucharistie das

österliche Geheimnis tiefer erkennen und leben, so daß sie einen festgefügten Leib in der

Einheit der Liebe Christi bilden (9). "Dem Gebet und dem Dienst am Wort sollen sie

obliegen" (Apg 6,4) und sich darum bemühen, daß alle, die ihrer Sorge anvertraut sind, in

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 6 Christus Dominus

einmütigem Gebet verharren (10), durch den Empfang der Sakramente in der Gnade wachsen

und dem Herrn treue Zeugen sind.

Als Führer zur Vollkommenheit seien die Bischöfe darauf bedacht, die Heiligkeit der

Kleriker, Ordensleute und Laien nach der Berufung eines jeden zu fördern (11). Dabei seien

sie sich freilich bewußt, daß sie gehalten sind, das Beispiel der Heiligkeit in Liebe, Demut

und Einfachheit des Lebens zu geben. Die ihnen anvertrauten Kirchen sollen sie so heiligen,

daß in ihnen der Sinn für die ganze Kirche Christi voll aufleuchtet. Deswegen sollen sie die

Priester- und Ordensberufe soviel wie möglich fördern und dabei den Missionsberufen

besondere Sorgfalt widmen.

16. Bei der Erfüllung ihrer Vater- und Hirtenaufgabe seien die Bischöfe in der Mitte der

Ihrigen wie Diener (12), gute Hirten, die ihre Schafe kennen und deren Schafe auch sie

kennen, wahre Väter, die sich durch den Geist der Liebe und der Sorge für alle auszeichnen

und deren von Gott verliehener Autorität sich alle bereitwillig unterwerfen.

Die ganze Familie ihrer Herde sollen sie so zusammenführen und heranbilden, daß alle, ihrer

Pflichten eingedenk, in der Gemeinschaft der Liebe leben und handeln. Um dies wirksam tun

zu können, müssen die Bischöfe "zu jedem guten Werk bereit" (2 Tim 2,21) sein, "alles um

der Auserwählten willen ertragen" (2 Tim 2,10) und ihr Leben so ordnen, daß es den

Anforderungen der Zeit entspricht.

Mit besonderer Liebe seien sie jederzeit den Priestern zugetan, die ja für ihren Teil die

Aufgaben und Sorgen der Bischöfe übernehmen und in täglicher Mühewaltung so eifrig

verwirklichen. Sie sollen sie als Söhne und Freunde betrachten (13). Deshalb sollen sie sie

bereitwillig anhören und sich durch ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihnen um den

Fortschritt der gesamten Seelsorgsarbeit in der ganzen Diözese bemühen.

Sie sollen sich um deren geistliche, intellektuelle und wirtschaftliche Lage kümmern, damit

sie heilig und fromm leben und ihren Dienst treu und fruchtbar verrichten können. Sie sollen

daher Einrichtungen fördern und besondere Kurse veranstalten, in denen die Priester

gelegentlich zusammenkommen, sowohl um an längeren geistlichen Übungen zur Erneuerung

des Lebens teilzunehmen, als auch um tiefere Kenntnisse der kirchlichen Wissenschaften,

besonders der Heiligen Schrift und der Theologie, der wichtigeren sozialen Fragen und der

neuen Methoden der Seelsorgsarbeit zu erwerben. Mit tatkräftigem Erbarmen sollen sie jenen

Priestern nachgehen, die irgendwie in Gefahr schweben oder sich in bestimmten Punkten

verfehlt haben.

Damit sie für das Wohl der Gläubigen, deren jeweiliger Lage entsprechend, besser sorgen

können, seien sie bemüht, deren Bedürfnisse in Anbetracht der sozialen Verhältnisse, in denen

sie leben, gebührend kennenzulernen. Dazu mögen sie geeignete Mittel, besonders das der

soziologischen Untersuchung, anwenden. Um alle sollen sie sich besorgt zeigen, gleich

welchen Alters, welchen Standes, welcher Nationalität sie sind, um die Einheimischen sowohl

als auch um die Zugezogenen und die Fremden. Bei der Wahrnehmung dieser Hirtensorge

mögen sie ihren Gläubigen in den Angelegenheiten der Kirche den ihnen gebührenden Anteil

belassen und deren Pflicht und Recht anerkennen, aktiv am Aufbau des mystischen Leibes

Christi mitzuwirken.

Die getrennten Brüder sollen sie lieben und auch ihren Gläubigen empfehlen, jenen mit

großer Freundlichkeit und Liebe zu begegnen, und auch den Ökumenismus, wie er von der

Kirche verstanden wird, fördern (14). Auch die Nichtgetauften sollen ihnen am Herzen liegen,

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 7 Christus Dominus

damit auch ihnen die Liebe Jesu Christi aufleuchte, dessen Zeugen die Bischöfe vor allen

Menschen sind.

17. Die verschiedenen Formen des Apostolates sollen gefördert werden wie auch, unter der

Leitung des Bischofs, die Abstimmung aller Apostolatswerke aufeinander und ihre innige

Verbindung in der ganzen Diözese oder in ihren besonderen Gebietsteilen. Dadurch werden

alle Unternehmungen und Einrichtungen, ob sie nun die Katechese, die Missionen, die

Caritas, die sozialen Fragen, die Familien, die Schulen oder irgendein anderes pastorales Ziel

betreffen, zu einer einheitlichen Aktion zusammengefaßt. So tritt die Einheit der Diözese

zugleich auch klarer in Erscheinung.

Mit Nachdruck werde die Pflicht der Gläubigen hervorgehoben, je nach ihrem Stand und ihrer

Fähigkeit das Apostolat auszuüben. Es werde ihnen empfohlen, an den verschiedenen Werken

des Laienapostolates, besonders an der Katholischen Aktion, teilzunehmen und sie zu

unterstützen. Es sollen auch Vereinigungen gefördert und gepflegt werden, die das

übernatürliche Ziel unmittelbar oder mittelbar anstreben, indem sie sich zum Ziele gesetzt

haben, ein vollkommeneres Leben zu führen, die Frohbotschaft Christi allen Menschen zu

verkünden, die christliche Lehre oder die Ausbreitung des öffentlichen Kultes zu fördern,

soziale Zielsetzungen zu verwirklichen oder Werke der Frömmigkeit und der Caritas zu üben.

Die Formen des Apostolates sollen den heutigen Erfordernissen gebührend angepaßt werden.

Man muß dabei nicht nur die geistlichen und moralischen, sondern auch die sozialen,

demographischen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Menschen berücksichtigen.

Soziologische und religiöse Untersuchungen durch pastoralsoziologische Institute tragen sehr

viel dazu bei, dieses Ziel wirksam und fruchtbar zu erreichen. Sie werden eindringlich

empfohlen.

18. Eine besondere Sorge werde den Gläubigen gewidmet, die wegen ihrer

Lebensbedingungen die allgemeine ordentliche Hirtensorge der Pfarrer nicht genügend in

Anspruch nehmen können oder sie vollständig entbehren. Dazu gehören zahlreiche

Auswanderer, Vertriebene und Flüchtlinge, Seeleute und Luftfahrer, Nomaden und ähnliche

Gruppen. Geeignete Seelsorgsmethoden sollen entwickelt werden, um das geistliche Leben

jener zu betreuen, die zur Erholung zeitweilig andere Gegenden aufsuchen.

Die Bischofskonferenzen, besonders innerhalb eines Landes, sollen die dringlicheren Fragen,

die jene Gruppen betreffen, gründlich untersuchen und mit geeigneten Mitteln und

Einrichtungen einmütig alle Kraft aufbieten, um deren geistliche Betreuung zu fördern. Sie

sollen dabei besonders die vom Apostolischen Stuhl erlassenen (15) oder noch zu erlassenden

Normen beachten und sie an die Gegebenheiten der Zeit, des Ortes und der Personen

entsprechend anpassen.

19. Bei der Ausübung ihres apostolischen Amtes, das auf das Heil der Seelen ausgerichtet ist,

erfreuen sich die Bischöfe der damit gegebenen vollen und uneingeschränkten Freiheit und

Unabhängigkeit von jeglicher weltlicher Macht. Deshalb ist es nicht erlaubt, die Ausübung

ihres kirchlichen Amtes direkt oder indirekt zu behindern oder ihnen zu verbieten, mit dem

Apostolischen Stuhl und anderen kirchlichen Obrigkeiten wie auch mit ihren Untergebenen

frei zu verkehren.

Indem sich die geweihten Hirten die geistliche Betreuung ihrer Herde angelegen sein lassen,

sorgen sie in der Tat auch für das staatsbürgerliche Wohl und den sozialen Fortschritt. Zu

diesem Zweck leihen sie im Rahmen ihres Amtes und wie es Bischöfen geziemt den

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 8 Christus Dominus

staatlichen Obrigkeiten ihre tatkräftige Unterstützung und leiten zum Gehorsam gegenüber

den gerechten Gesetzen und zur Ehrfurcht gegenüber den rechtmäßig bestellten Gewalten an.

20. Das apostolische Amt der Bischöfe ist von Christus dem Herrn eingesetzt und verfolgt ein

geistliches und übernatürliches Ziel. Daher erklärt die Heilige Ökumenische Synode, daß es

wesentliches, eigenständiges und an sich ausschließliches Recht der zuständigen kirchlichen

Obrigkeiten ist, Bischöfe zu ernennen und einzusetzen.

Um daher die Freiheit der Kirche in rechter Weise zu schützen und das Wohl der Gläubigen

besser und ungehinderter zu fördern, äußert das Heilige Konzil den Wunsch, daß in Zukunft

staatlichen Obrigkeiten keine Rechte oder Privilegien mehr eingeräumt werden, Bischöfe zu

wählen, zu ernennen, vorzuschlagen oder zu benennen. Die staatlichen Obrigkeiten aber,

deren Wohlwollen gegenüber der Kirche die Heilige Synode dankbar anerkennt und

hochschätzt, werden freundlichst gebeten, sie mögen auf die genannten Rechte oder

Privilegien, die sie gegenwärtig durch Vertrag oder Gewohnheit genießen, nach Rücksprache

mit dem Apostolischen Stuhl freiwillig verzichten.

21. Die Hirtenaufgabe der Bischöfe ist von großer Bedeutung und Wichtigkeit. Wenn daher

Diözesanbischöfe oder die ihnen rechtlich gleichgestellten Prälaten wegen zunehmenden

Alters oder aus einem anderen schwerwiegenden Grund nicht mehr recht in der Lage sind, ihr

Amt zu versehen, werden sie inständig gebeten, von sich aus freiwillig oder auf Einladung der

zuständigen Obrigkeit den Verzicht auf ihr Amt anzubieten. Wenn aber die zuständige

Obrigkeit den Verzicht annimmt, wird sie auch für den standesgemäßen Unterhalt der aus

dem Amte Scheidenden und für die besonderen Rechte, die ihnen zugebilligt werden sollen,

Vorkehrungen treffen.

II. Die Abgrenzung der Diözesen

22. Wenn die Diözese ihr eigentliches Ziel erreichen soll, muß im Gottesvolk, das zur Diözese

gehört, das Wesen der Kirche deutlich sichtbar werden; ferner müssen die Bischöfe ihre

Hirtenaufgaben in ihnen wirksam erfüllen können; und schließlich muß dem Heil des

Gottesvolkes so vollkommen wie nur möglich gedient werden können.

Das erfordert aber sowohl eine entsprechende Abgrenzung der Diözesangebiete als auch eine

vernünftige und auf die Bedürfnisse der Seelsorge abgestimmte Verteilung des Klerus und der

finanziellen Mittel. Das alles gereicht nicht nur den Klerikern und den Gläubigen, die

unmittelbar davon betroffen sind, sondern auch der ganzen katholischen Kirche zum Nutzen.

Was nun die Abgrenzung der Diözesen angeht, so bestimmt die Heilige Synode, soweit das

Heil der Seelen es verlangt, möglichst bald mit Umsicht eine entsprechende .berprüfung

vorzunehmen. Dabei sollen Diözesen geteilt, abgetrennt oder zusammengelegt, ihre Grenzen

geändert oder ein günstigerer Ort für die Bischofssitze bestimmt werden; schließlich sollen

sie, besonders wenn es sich um Diözesen handelt, die aus größeren Städten bestehen, eine

neue innere Organisation erhalten.

23. Bei der .berprüfung der Diözesanabgrenzungen soll vor allem die organische Einheit

einer jeden Diözese hinsichtlich des Personals, der Ämter und der Einrichtungen sichergestellt

werden, damit ein lebensfähiger Organismus entsteht. In den einzelnen Fällen wäge man alle

Umstände genau ab und halte sich dabei folgende allgemeine Richtlinien vor Augen:

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 9 Christus Dominus

1) Bei der Abgrenzung des Diözesangebietes nehme man, soweit möglich, auf die

verschiedenartige Zusammensetzung des Gottesvolkes Rücksicht, die viel dazu beitragen

kann, die Seelsorge besser auszuüben. Gleichzeitig trage man dafür Sorge, daß

demographische Zusammenfassungen der Bevölkerung mit den staatlichen Behörden und

sozialen Einrichtungen, die ihre organische Struktur ausmachen, möglichst in ihrer Einheit

gewahrt bleiben. Daher soll jede Diözese aus einem zusammenhängenden Gebiet bestehen.

Gegebenenfalls achte man auch auf die Grenzen der staatlichen Bezirke und auf die

besonderen Eigenheiten der Menschen und der Gegenden, z.B. psychologischer,

wirtschaftlicher, geographischer oder geschichtlicher Art.

2) Die Größe des Diözesangebietes und die Zahl seiner Bewohner seien im allgemeinen

derart, daß einerseits der Bischof selbst, wenn auch von anderen unterstützt, imstande ist, die

bischöflichen Amtshandlungen und die Pastoralvisitationen gebührend vorzunehmen, die

gesamte Seelsorgstätigkeit der Diözese in gehöriger Weise zu leiten und zu koordinieren, vor

allem aber seine Priester kennenzulernen und auch die Ordensleute und Laien, die in der

Diözesanarbeit tätig sind. Andererseits aber soll ein hinreichendes und geeignetes Arbeitsfeld

zur Verfügung stehen, in dem sowohl der Bischof wie auch die Kleriker alle ihre Kräfte

nutzbringend für den kirchlichen Dienst einsetzen können; dabei darf man die Erfordernisse

der Gesamtkirche nicht übersehen.

3) Damit schließlich der Dienst am Heil in der Diözese besser ausgeübt werden kann, gelte als

Regel, daß jeder Diözese nach Zahl und Eignung wenigstens genügend Kleriker zur

Verfügung stehen, um das Gottesvolk recht zu betreuen. Die Ämter, Einrichtungen und

Werke, die für die Teilkirche wesentlich und erfahrungsgemäß für ihre gehörige Leitung und

die Seelsorgsarbeit notwendig sind, sollen nicht fehlen. Schließlich sollen die Mittel zum

Unterhalt des Personals und der Einrichtungen entweder schon vorhanden sein oder

wenigstens nach kluger Voraussicht doch späterhin nicht fehlen.

Zum gleichen Zweck sorge der Diözesanbischof da, wo Gläubige eines anderen Ritus

wohnen, für deren geistliche Betreuung. Das kann er tun durch Priester oder Pfarreien dieses

Ritus oder durch einen bischöflichen Vikar, der mit geeigneten Vollmachten ausgestattet ist

und gegebenenfalls auch die Bischofsweihe empfangen hat. Er kann aber auch selbst das Amt

des Oberhirten für die verschiedenen Riten ausüben. Wenn dies alles aus besonderen Gründen

nach dem Urteil des Apostolischen Stuhles nicht möglich ist, werde für die verschiedenen

Riten eine eigene Hierarchie errichtet (16).

Unter ähnlichen Voraussetzungen werde ebenso für die Gläubigen einer anderen

Muttersprache gesorgt, sei es durch Priester oder Pfarreien dieser Sprache, sei es durch einen

bischöflichen Vikar, der diese Sprache beherrscht und gegebenenfalls auch mit der

Bischofsweihe ausgestattet ist, sei es schließlich auf eine andere sachdienliche Weise.

24. Bei der Umgestaltung oder Neuerrichtung von Diözesen nach Maßgabe der Nr. 22 und 23

empfiehlt es sich, daß die zuständigen Bischofskonferenzen diese Angelegenheit für ihr

jeweiliges Gebiet einer Prüfung unterziehen. Wenn es der Sache dient, mögen sie auch eine

besondere Bischofskommission einsetzen und, nach Anhörung vor allem der Bischöfe der

betroffenen Provinzen oder Regionen, ihre Vorschläge und Wünsche dem Apostolischen

Stuhl unterbreiten. Die Rechtsordnung der Ostkirchen bleibt davon unberührt.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 10 Christus Dominus

III. Die Mitarbeit des Diözesanbischofs im Hirtendienst

1) Die Koadjutoren und Weihbischöfe

25. Bei der Leitung der Diözesen werde für den Hirtendienst der Bischöfe in einer Weise

Vorsorge getroffen, daß das Wohl der Herde des Herrn immer oberster Grundsatz ist. Um

dieses Wohl zu gewährleisten, werden nicht selten Weihbischöfe aufgestellt werden müssen,

weil der Diözesanbischof wegen der zu großen Ausdehnung der Diözese oder der zu großen

Zahl der Bewohner, wegen besonderer Seelsorgsbedingungen oder aus verschiedenartigen

anderen Gründen nicht selbst allen bischöflichen Obliegenheiten nachkommen kann, wie es

das Heil der Seelen erfordert. Ja zuweilen machen besondere Verhältnisse es erforderlich, daß

zur Unterstützung des Diözesanbischofs ein Koadjutor bestellt werde. Diese Koadjutoren und

Weihbischöfe sollen mit entsprechenden Vollmachten ausgestattet werden, so daß zwar die

Einheit der Diözesanleitung und die Autorität des Diözesanbischofs immer gewahrt bleiben,

aber ihre Tätigkeit wirksamer und die den Bischöfen eigene Würde sichergestellt werde.

Weil also die Koadjutoren und Weihbischöfe zur Teilnahme an der Seelsorge des

Diözesanbischofs berufen sind, sollen sie ihren Dienst so verrichten, daß sie in allen

Angelegenheiten in voller Übereinstimmung mit diesem vorgehen. Außerdem sollen sie dem

Diözesanbischof immer Gehorsam und Ehrfurcht erweisen, der seinerseits die Koadjutoren

und Weihbischöfe brüderlich lieben und ihnen mit Hochachtung begegnen soll.

26. Wenn das Heil der Seelen es erfordert, soll sich der Diözesanbischof nicht sträuben, von

der zuständigen Obrigkeit einen oder mehrere Weihbischöfe zu erbitten. Sie werden ohne

Recht der Nachfolge für die Diözese bestellt.

Wenn im Ernennungsschreiben nichts vorgesehen ist, bestelle der Diözesanbischof einen

Weihbischof oder seine Weihbischöfe zu Generalvikaren oder wenigstens zu bischöflichen

Vikaren, die nur von seiner Autorität abhängen. Bei der Beratung wichtiger Fragen, besonders

pastoraler Art, möge er sie hinzuziehen.

Wurde von der zuständigen Autorität nichts anderes bestimmt, erlöschen die Gewalten und

Vollmachten, die die Weihbischöfe von Rechts wegen besitzen, nicht mit dem Amt des

Diözesanbischofs. Es ist auch zu wünschen, daß bei der Sedisvakanz das Amt, die Diözese zu

leiten, dem Weihbischof, oder, wo mehrere Weihbischöfe sind, einem von ihnen übertragen

wird, sofern nicht schwerwiegende Gründe etwas anderes nahelegen.

Der Koadjutor wird mit dem Recht der Nachfolge ernannt; er werde vom Diözesanbischof

immer zum Generalvikar bestellt. In besonderen Fällen können ihm von der zuständigen

Obrigkeit aber auch größere Vollmachten eingeräumt werden. Um das gegenwärtige und das

zukünftige Wohl der Diözese möglichst stark zu fördern, sollen es der Diözesanbischof und

sein Koadjutor nicht unterlassen, die wichtigeren Angelegenheiten miteinander zu beraten.

2) Diözesankurie und Diözesanräte

27. In der Diözesankurie ragt das Amt des Generalvikars hervor. Sooft aber die rechte Leitung

der Diözese es erfordert, können vom Bischof ein oder mehrere bischöfliche Vikare bestellt

werden. Sie besitzen von Rechts wegen in einem bestimmten Teil der Diözese oder in einem

bestimmten Geschäftsbereich oder für die Gläubigen eines bestimmten Ritus jene Gewalt, die

das allgemeine Recht dem Generalvikar zuerkennt.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 11 Christus Dominus

Zu den Mitarbeitern des Bischofs in der Leitung der Diözese zählen auch jene Priester, die

seinen Senat oder Rat bilden, wie z. B. das Domkapitel, der Kreis der Diözesankonsultoren

und andere Beiräte, je nach den Verhältnissen und Gegebenheiten der verschiedenen

Gegenden. Diese Einrichtungen, besonders die Domkapitel, sollen, soweit es nötig ist, eine

den heutigen Erfordernissen angepaßte neue Ordnung erhalten.

Die Priester und Laien, die zur Diözesankurie gehören, sollen wissen, daß sie dem Hirtenamt

des Bischofs Hilfe und Unterstützung leisten. Die Diözesankurie soll so geordnet werden, daß

sie für den Bischof ein geeignetes Mittel wird nicht nur für die Verwaltung der Diözese,

sondern auch für die Ausübung des Apostolats.

Es ist sehr zu wünschen, daß in jeder Diözese ein besonderer Seelsorgsrat eingesetzt wird,

dem der Diözesanbischof selbst vorsteht und dem besonders ausgewählte Kleriker,

Ordensleute und Laien angehören. Aufgabe dieses Rates wird es sein, alles, was die

Seelsorgsarbeit betrifft, zu untersuchen, zu beraten und daraus praktische Folgerungen

abzuleiten.

3) Der Diözesanklerus

28. Es haben zwar alle Priester, die Diözesan- wie die Ordensgeistlichen, mit dem Bischof an

dem einen Priestertum Christi und dessen Ausübung Anteil und werden so zu umsichtigen

Mitarbeitern des Bischofsstandes bestellt. In der Ausübung der Seelsorge jedoch nehmen die

Diözesanpriester den ersten Platz ein. Sie sind ja einer Teilkirche inkardiniert oder

zugewiesen und sollen sich ihrem Dienst ganz widmen, um einen Teil der Herde des Herrn zu

weiden. Daher bilden sie ein einziges Presbyterium und eine einzige Familie, deren Vater der

Bischof ist. Damit dieser die heiligen Dienste unter seinen Priestern besser und gerechter

verteilen kann, muß er bei der Verteilung der Ämter und Benefizien die notwendige Freiheit

besitzen; Rechte und Privilegien, die diese Freiheit irgendwie beschränken, werden daher

abgeschafft.

Die Beziehungen zwischen dem Bischof und den Diözesanpriestern müssen vor allem auf den

Banden der übernatürlichen Liebe aufbauen, und zwar so, daß die Einheit des Willens der

Priester mit dem Willen des Bischofs ihre Seelsorgsarbeit fruchtbarer werden läßt. Um den

Dienst an den Seelen mehr und mehr zu fördern, möge daher der Bischof die Priester, auch

gemeinsam, zu Gesprächen, besonders über Seelsorgsfragen, einladen, nicht nur gelegentlich,

sondern wenn möglich auch zu fest bestimmten Zeiten.

Außerdem sollen alle Diözesanpriester untereinander verbunden sein und so von der Sorge

um das geistliche Wohl der ganzen Diözese gedrängt werden. Ferner sollen sie bedenken, daß

das Vermögen, das sie sich anläßlich des kirchlichen Dienstes erwerben, mit ihrer heiligen

Aufgabe zusammenhängt; sie sollen deshalb nach der Anordnung des Bischofs auch die

materiellen Werke der Diözese nach Kräften freigiebig unterstützen.

29. Engere Mitarbeiter des Bischofs sind auch jene Priester, denen er eine Seelsorgsaufgabe

oder Apostolatswerke überpfarrlicher Art anvertraut, sei es für ein bestimmtes Gebiet der

Diözese, sei es für besondere Gruppen der Gläubigen oder für einen eigenen

Tätigkeitsbereich. Vortreffliche Hilfe und Unterstützung leisten auch jene Priester, denen der

Bischof bestimmte Apostolatsaufgaben entweder in Schulen oder in anderen Einrichtungen

oder Vereinen übertr.gt. Auch die Priester, die überdi.zesanen Arbeiten obliegen, üben

hervorragende Apostolatswerke aus und werden der besonderen Obhut vor allem desjenigen

Bischofs empfohlen, in dessen Diözese sie sich aufhalten.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 12 Christus Dominus

30. In vorzüglicher Weise sind aber die Pfarrer Mitarbeiter des Bischofs. Ihnen wird als

eigentlichen Hirten die Seelsorge in einem bestimmten Teil der Diözese unter der Autorität

des Bischofs anvertraut.

1) In dieser Seelsorgsarbeit aber sollen die Pfarrer mit ihren Gehilfen den Dienst des Lehrens,

der Heiligung und der Leitung so ausüben, daß die Gläubigen und die Pfarrgemeinden sich

wirklich als Glieder sowohl der Diözese wie auch der ganzen Kirche fühlen. Deshalb sollen

sie mit den anderen Pfarrern und mit den Priestern, die eine Hirtenaufgabe in ihrem Gebiet

erfüllen (wie z. B. die Dekane) oder denen Arbeiten überpfarrlicher Art zugeteilt sind,

zusammenarbeiten, damit die Seelsorgsarbeit in der Diözese nicht der Einheit entbehrt und

wirksamer wird. Zudem sei die Seelsorge immer von missionarischem Geist beseelt, so daß

sie sich in gehöriger Weise auf alle, die in der Pfarrei wohnen, erstreckt.

Wenn aber die Pfarrer gewisse Personenkreise nicht erreichen können, sollen sie andere, auch

Laien, zu Hilfe rufen, damit sie ihnen im Bereich des Apostolats Beistand leisten. Um aber

diese Seelsorge wirksamer werden zu lassen, wird das gemeinschaftliche Leben der Priester,

besonders wenn sie der gleichen Pfarrei zugeteilt sind, sehr empfohlen. Es kommt der

apostolischen Tätigkeit zugute und bietet den Gläubigen ein Beispiel der Liebe und der

Einheit.

2) Ihr Auftrag zur Lehre fordert von den Pfarrern, daß sie allen Gläubigen das Wort Gottes

verkündigen, damit diese, in Glaube, Hoffnung und Liebe verwurzelt, in Christus wachsen

und die christliche Gemeinde jenes Zeugnis der Liebe gebe, das der Herr anempfohlen hat17.

Auch obliegt es den Pfarrern, durch die katechetische Unterweisung die Gläubigen zur vollen,

dem jeweiligen Alter angepaßten Kenntnis des Heilsgeheimnisses zu führen. Für diesen

Unterricht aber sollen sie nicht nur die Hilfe der Ordensleute erbitten, sondern ebenso die

Mitarbeit der Laien, indem sie auch die Bruderschaft von der christlichen Lehre errichten.

Beim Vollzug des Werkes der Heiligung sollen die Pfarrer dafür sorgen, daß die Feier des

eucharistischen Opfers Mitte und Höhepunkt des ganzen Lebens der christlichen Gemeinde

ist. Ferner sollen sie darauf hinwirken, daß die Gläubigen durch den andächtigen und häufigen

Empfang der Sakramente und durch die bewußte und tätige Teilnahme an der Liturgie mit

geistlicher Speise genährt werden. Die Pfarrer sollen auch bedenken, daß das Bußsakrament

sehr viel dazu beiträgt, das christliche Leben zu fördern. Deshalb seien sie gerne bereit, die

Beichten der Gläubigen zu hören; wenn es nötig ist, sollen sie dazu auch andere Priester

beiziehen, die der verschiedenen Sprachen mächtig sind.

Bei der Erfüllung der Hirtenpflicht seien die Pfarrer vor allem bemüht, die eigene Herde

kennenzulernen. Da sie aber Diener aller Schafe sind, sollen sie das Wachstum des

christlichen Lebens sowohl in den einzelnen Gläubigen fördern als auch in den Familien und

den Vereinigungen, besonders in jenen, die sich dem Apostolat widmen, und schließlich in

der ganzen Pfarrgemeinde. Sie sollen also die Häuser und die Schulen besuchen, wie es die

Hirtenaufgabe verlangt, sich eifrig um die Heranwachsenden und die Jugendlichen kümmern,

den Armen und Kranken ihre väterliche Liebe schenken und schließlich ihre besondere Sorge

den Werktätigen widmen. Auch mögen sie darauf hinwirken, daß die Gläubigen die Werke

des Apostolats unterstützen.

3) Die Pfarrvikare vollbringen als Mitarbeiter des Pfarrers täglich eine ausgezeichnete und

tatkräftige Leistung für den Seelsorgsdienst, den sie unter der Autorität des Pfarrers

verrichten. Deshalb soll zwischen dem Pfarrer und seinen Vikaren ein brüderliches Verhältnis

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 13 Christus Dominus

bestehen und immer gegenseitige Liebe und Ehrfurcht herrschen; durch Rat, Hilfe und

Beispiel sollen sie einander unterstützen und einmütig und mit gemeinsamem Eifer der

Pfarrseelsorge obliegen.

31. Beim Urteil über die Eignung eines Priesters, eine Pfarrei zu leiten, berücksichtige der

Bischof nicht nur seine wissenschaftlichen Kenntnisse, sondern auch seine Frömmigkeit,

seinen Seelsorgseifer und die übrigen Begabungen und Eigenschaften, die für die rechte

Ausübung der Seelsorge erforderlich sind. Der einzige Sinn des pfarrlichen Dienstes besteht

im Heil der Seelen. Damit nun der Bischof bei der Verleihung von Pfarreien leichter und

angemessener vorgehen kann, sollen unter Wahrung des Rechtes der Ordensleute alle

Vorschlags-, Ernennungs- und Vorbehaltsrechte sowie das Gesetz des allgemeinen oder des

besonderen Pfarrkonkurses, wo es in Geltung ist, abgeschafft werden.

Die Pfarrer aber sollen sich in ihrer jeweiligen Pfarrei jener Festigkeit im Amt erfreuen, die

das Seelenheil erfordert. Die Unterscheidung zwischen absetzbaren und unabsetzbaren

Pfarrern wird daher abgeschafft, und die Verfahrensweise bei der Versetzung von Pfarrern

soll überprüft und vereinfacht werden. So kann der Bischof besser den Erfordernissen des

Seelenheiles Rechnung tragen, wobei er freilich die natürliche und die kanonische Billigkeit

wahren muß. Pfarrer jedoch, die wegen zunehmenden Alters oder aus einem anderen

schwerwiegenden Grund gehindert sind, ihr Amt vorschriftsmäßig und wirksam auszuüben,

werden dringend gebeten, aus eigenem Antrieb oder dem Wunsch des Bischofs entsprechend

auf ihr Amt zu verzichten. Der Bischof soll für einen angemessenen Unterhalt der aus dem

Amte Scheidenden sorgen.

32. Das Heil der Seelen soll endlich auch entscheidend sein für die Errichtung oder

Aufhebung von Pfarreien wie auch für andere Neugestaltungen dieser Art, die der Bischof

kraft eigener Vollmacht vornehmen kann.

4) Die Ordensleute

33. Alle Ordensleute, zu denen im folgenden auch die Mitglieder der übrigen Institute zählen,

die sich zu den evangelischen Räten bekennen, haben entsprechend der ihnen je eigenen

Berufung die Pflicht, mit großem Eifer am Aufbau und Wachstum des ganzen mystischen

Leibes Christi und am Wohl der Teilkirchen mitzuwirken.

Diese Ziele aber müssen sie vor allem durch Gebet, Bußwerke und das Beispiel des eigenen

Lebens anstreben, und diese Heilige Synode ermahnt sie inständig, in der Hochschätzung und

im Eifer dafür immer mehr Fortschritte zu machen. Sie sollen sich jedoch auch stärker den

äußeren Werken des Apostolats widmen, wobei die Eigenart eines jeden Verbandes zu

berücksichtigen ist.

34. Die Ordensgeistlichen werden zum priesterlichen Dienst geweiht, damit auch sie

umsichtige Mitarbeiter des Bischofsstandes sind. Sie können heute, angesichts der

wachsenden Notlage der Seelen, den Bischöfen noch größere Hilfe leisten. Deshalb muß man

sie in einem wahren Sinne als zum Klerus der Diözese gehörend betrachten, insofern sie unter

der Autorität der geweihten Oberhirten Anteil an der Seelsorge und an den Werken des

Apostolats haben.

Auch die anderen Ordensleute, Männer wie Frauen, gehören in einer besonderen Weise zur

Familie der Diözese. Auch sie leisten der heiligen Hierarchie große Hilfe, und sie können und

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 14 Christus Dominus

müssen diese Hilfe, weil die Anforderungen des Apostolats gewachsen sind, von Tag zu Tag

mehr leisten.

35. Damit aber die Werke des Apostolats in den einzelnen Diözesen immer einmütig

verwirklicht werden und die Einheit der Bistumsordnung gewahrt bleibt, werden folgende

grundlegende Richtlinien erlassen:

1) Den Bischöfen als den Nachfolgern der Apostel sollen die Ordensleute immer ergebenen

Gehorsam und Ehrfurcht erweisen. Zudem sind sie, sooft sie berechtigterweise zu Werken des

Apostolats herangezogen werden, gehalten, ihre Aufgaben so zu erfüllen, daß sie den

Bischöfen als Gehilfen beistehen und unterstehen (18). Mehr noch: die Ordensleute sollen den

Gesuchen und Wünschen der Bischöfe, größeren Anteil am Dienst zum Heile der Menschen

zu übernehmen, bereitwillig und treu nachkommen, unter Wahrung der Eigenart des

Verbandes und nach Maßgabe der Konstitutionen, die nötigenfalls nach den Richtlinien dieses

Konzilsdekretes zweckentsprechend angepaßt werden sollen.

Vor allem können die Ordensverbände, die sich nicht einem rein beschaulichen Leben

widmen, angesichts der drängenden Notlage der Seelen und des Mangels an Diözesanklerus

von den Bischöfen herangezogen werden, um in den verschiedenen Seelsorgediensten Hilfe

zu leisten; dabei ist jedoch auf die Eigenart eines jeden Verbandes zu achten. Diese

Hilfeleistung, die auch durch die zeitweilige Übernahme von Pfarreien erfolgen kann, mögen

die Oberen nach Kräften fördern.

2) Diejenigen Ordensleute aber, die in das äußere Apostolat gesandt sind, müssen vom Geist

des eigenen Ordens beseelt sein und der klösterlichen Observanz und der Unterwerfung unter

ihre eigenen Oberen treu bleiben. Die Bischöfe sollen es nicht unterlassen, diese Pflicht

einzuschärfen.

3) Die Exemtion, durch die der Papst oder eine andere kirchliche Obrigkeit die Ordensleute an

sich zieht und von der Jurisdiktion der Bischöfe ausnimmt, betrifft vor allem die innere

Ordnung der Verbände. Dadurch soll erreicht werden, daß in ihnen alles besser aufeinander

abgestimmt und verbunden ist und so für das Wachstum und den Fortschritt im klösterlichen

Lebenswandel gesorgt ist (19); ferner, daß der Papst über sie zum Besten der gesamten Kirche

verfügen kann (20), eine andere zuständige Obrigkeit jedoch zum Wohle der Kirchen des

eigenen Jurisdiktionsbereiches. Diese Exemtion schließt jedoch nicht aus, daß die Ordensleute

in den einzelnen Diözesen der Jurisdiktion der Bischöfe nach Maßgabe des Rechtes

unterstehen, soweit die Verrichtung ihres Hirtendienstes und die geregelte Seelsorge dies

verlangen (21).

4) Alle Ordensleute, die exemten und die nichtexemten, unterstehen der Gewalt der

Ortsoberhirten in den Dingen, die den öffentlichen Vollzug des Gottesdienstes betreffen,

jedoch unter Wahrung der Verschiedenheit der Riten; ferner in bezug auf die Seelsorge, die

heilige Predigt für das Volk, die religiöse und sittliche Unterweisung der Gläubigen,

besonders der Kinder, den katechetischen Unterricht und die liturgische Bildung sowie die

Würde des Klerikerstandes und endlich die verschiedenen Werke, insoweit sie die Ausübung

des Apostolats betreffen. Auch die katholischen Schulen der Ordensleute unterstehen den

Ortsoberhirten in bezug auf ihre allgemeine Ordnung und Aufsicht, wobei jedoch das Recht

der Ordensleute hinsichtlich der Schulleitung erhalten bleibt. Die Ordensleute sind ebenfalls

gehalten, alles zu beobachten, was die Bischofskonzilien oder -konferenzen rechtmäßig als für

alle verbindlich anordnen.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 15 Christus Dominus

5) Unter den verschiedenen klösterlichen Verbänden sowie zwischen diesen und dem

Diözesanklerus werde eine geordnete Zusammenarbeit gepflegt. Außerdem herrsche eine

straffe Koordinierung aller apostolischen Werke und Initiativen, die entscheidend von einer

übernatürlichen, in der Liebe verwurzelten und gegründeten Haltung der Seele und des

Geistes abhängt. Diese Koordinierung herbeizuführen steht dem Apostolischen Stuhl für die

Gesamtkirche zu, den geweihten Hirten aber für ihre jeweilige Diözese, den

Patriarchalsynoden und den Bischofskonferenzen endlich für ihr eigenes Gebiet. Die Bischöfe

oder Bischofskonferenzen und die Ordensoberen oder Vereinigungen der höheren

Ordensoberen mögen im Interesse der Apostolatswerke, die von den Ordensleuten verrichtet

werden, nach vorausgegangener gegenseitiger Beratung vorgehen.

6) Um einmütig und fruchtbar die gegenseitigen Beziehungen zwischen den Bischöfen und

den Ordensleuten zu pflegen, mögen die Bischöfe und die Ordensoberen zu bestimmten

Zeiten und sooft es nützlich erscheint zur Behandlung von Fragen zusammenkommen, die

allgemein das Apostolat im Gebiet betreffen.

3. Kapitel: Die Zusammenarbeit der Bischöfe zum gemeinsamen Wohl mehrerer

Kirchen

I. Die Synoden, Konzilien und besonders die Bischofskonferenzen

36. Seit den ersten Jahrhunderten der Kirche wurden die Bischöfe, obwohl sie Teilkirchen

vorstanden, von der Gemeinschaft der brüderlichen Liebe und vom Eifer für die den Aposteln

aufgetragene allgemeine Sendung gedrängt, ihre Kräfte und ihren Willen zu vereinen, um

sowohl das gemeinsame Wohl wie auch das Wohl der einzelnen Kirchen zu fördern. Aus

diesem Grund wurden Synoden, Provinzialkonzilien und schließlich Plenarkonzilien

abgehalten, in denen die Bischöfe sowohl in bezug auf die Verkündigung der

Glaubenswahrheiten als auch auf die kirchliche Disziplin eine einheitliche Regelung für

verschiedene Kirchen festlegten.

Diese Heilige Ökumenische Synode wünscht, daß die ehrwürdigen Einrichtungen der

Synoden und Konzilien mit neuer Kraft aufblühen; dadurch soll besser und wirksamer für das

Wachstum des Glaubens und die Erhaltung der Disziplin in den verschiedenen Kirchen,

entsprechend den Gegebenheiten der Zeit, gesorgt werden.

37. Vor allem in der heutigen Zeit können die Bischöfe ihr Amt oft nur dann angemessen und

fruchtbar ausüben, wenn sie ihr einträchtiges Wirken mit den anderen Bischöfen immer enger

und straffer gestalten. Da nun die Bischofskonferenzen, die in mehreren Ländern schon

errichtet sind, vorzügliche Beweise eines fruchtbaren Apostolats erbracht haben, hält es diese

Heilige Synode für sehr angebracht, daß sich überall die Bischöfe desselben Landes oder

Gebietes zu einem Gremium zusammenfinden. Sie sollen sich zu festgesetzten Zeiten treffen,

damit durch den Austausch von Kenntnissen und Erfahrung und durch gegenseitige Beratung

ein heiliges Zusammenwirken der Kräfte zum gemeinsamen Wohl der Kirchen zustande

kommt.

Deshalb trifft das Konzil bezüglich der Bischofskonferenzen folgende Anordnungen:

38. 1) Die Bischofskonferenz ist gleichsam ein Zusammenschluß, in dem die Bischöfe eines

bestimmten Landes oder Gebietes ihren Hirtendienst gemeinsam ausüben, um das höhere Gut,

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 16 Christus Dominus

das die Kirche den Menschen bietet, zu fördern, besonders durch Formen und Methoden des

Apostolats, die auf die gegebenen Zeitumstände in geeigneter Weise abgestimmt sind.

2) Der Bischofskonferenz gehören alle Ortsoberhirten eines jeden Ritus mit Ausnahme der

Generalvikare, die Koadjutoren, die Weihbischöfe und diejenigen anderen Titularbischöfe an,

die ein besonderes vom Apostolischen Stuhl oder von den Bischofskonferenzen übertragenes

Amt ausüben. Die übrigen Titularbischöfe sowie die päpstlichen Legaten aufgrund des

besonderen Amtes, das sie im Gebiet bekleiden, sind nicht von Rechts wegen Mitglieder der

Konferenz. Den Ortsoberhirten und den Koadjutoren kommt eine entscheidende Stimme zu.

Für die Weihbischöfe und die anderen Bischöfe, die das Recht haben, an der Konferenz

teilzunehmen, bestimmen die Statuten der Konferenz, ob sie entscheidende oder beratende

Stimme besitzen.

3) Jede Bischofskonferenz gebe sich Statuten, die vom Apostolischen Stuhl überprüft werden

müssen. Darin sollen unter anderem Organe vorgesehen werden, die dem erstrebten Ziel

wirksamer dienen, z. B. ein ständiger Bischofsrat, bischöfliche Kommissionen, ein

Generalsekretariat.

4) Beschlüsse der Bischofskonferenz, sofern sie rechtmäßig und wenigstens mit zwei Dritteln

der Stimmen jener Prälaten, die Mitglieder mit entscheidendem Stimmrecht der Konferenz

sind, gefaßt und vom Apostolischen Stuhl gutgeheißen wurden, besitzen verpflichtende

Rechtskraft nur in den Fällen, in denen entweder das allgemeine Recht es vorschreibt oder

eine besondere Anordnung, die der Apostolische Stuhl motu proprio oder auf Bitten der

Konferenz erlassen hat, es bestimmt.

5) Wo besondere Verhältnisse es erfordern, können die Bischöfe mehrerer Länder mit

Zustimmung des Apostolischen Stuhles eine einzige Konferenz bilden. Darüber hinaus sollen

die Beziehungen zwischen den Bischofskonferenzen verschiedener Länder gepflegt werden,

um die höheren Ziele zu fördern und zu sichern.

6) Eindringlich wird empfohlen, daß die Prälaten der Ostkirchen, wenn sie die Disziplin ihrer

eigenen Kirche in den Synoden fördern, um die Bemühungen zum Besten der Religion

wirksamer zu gestalten, auch Rücksicht nehmen auf das Gemeinwohl des gesamten Gebietes,

wo mehrere Kirchen verschiedener Riten bestehen. Entsprechend den Normen, die die

zuständige Obrigkeit erläßt, möge man sich in interrituellen Zusammenkünften beraten.

II. Die Abgrenzung der Kirchenprovinzen und die Errichtung von kirchlichen Regionen

39. Das Heil der Seelen verlangt nicht nur eine geeignete Abgrenzung der Diözesen, sondern

auch der Kirchenprovinzen und legt sogar die Errichtung von kirchlichen Regionen nahe. So

kann für die Bedürfnisse der Seelsorge entsprechend den sozialen und örtlichen Verhältnissen

besser gesorgt werden; auch können die Beziehungen der Bischöfe sowohl zueinander als

auch zu den Metropoliten und den übrigen Bischöfen des gleichen Landes wie zu den

weltlichen Obrigkeiten leichter und fruchtbarer gestaltet werden.

40. Daher hat die Heilige Synode, um die erwähnten Ziele zu erreichen, folgende Beschlüsse

gefaßt:

1) Die Abgrenzungen der Kirchenprovinzen sollen zweckmäßig überprüft und die Rechte und

Privilegien der Metropoliten durch neue geeignete Normen festgelegt werden.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 17 Christus Dominus

2) Es gelte als Regel, daß alle Diözesen und andere Gebietsumschreibungen, die rechtlich den

Diözesen gleichgestellt sind, einer Kirchenprovinz zugeteilt werden. Deshalb sollen Diözesen,

die gegenwärtig dem Apostolischen Stuhl unmittelbar unterstellt und mit keiner anderen

vereinigt sind, entweder, wenn möglich, zusammen zu einer neuen Kirchenprovinz vereinigt

oder jener Kirchenprovinz angegliedert werden, die am nächsten oder am günstigsten gelegen

ist. Sie sollen nach Maßgabe des allgemeinen Rechts dem Metropolitanrecht des Erzbischofs

unterstellt werden.

3) Wo es nützlich erscheint, sollen die Kirchenprovinzen zu kirchlichen Regionen

zusammengeschlossen werden, deren Ordnung vom Recht festzulegen ist.

41. Es empfiehlt sich, daß die zuständigen Bischofskonferenzen die Frage einer derartigen

Abgrenzung der Kirchenprovinzen und Errichtung von Regionen prüfen, entsprechend den

Normen, die in den Nr. 23 und 24 schon über die Abgrenzung der Diözesen aufgestellt

wurden, und ihre Vorschläge und Wünsche dem Apostolischen Stuhl vorlegen.

III. Bischöfe, die ein überdi.zesanes Amt ausüben

42. Die pastoralen Bedürfnisse erfordern mehr und mehr, daß einige Seelsorgsaufgaben

einheitlich geleitet und gefördert werden. Es ist daher von Nutzen, im Dienste aller oder

mehrerer Diözesen eines bestimmten Gebietes oder Landes einige Ämter einzurichten, die

auch Bischöfen übertragen werden können. Die Heilige Synode empfiehlt aber, daß zwischen

den Prälaten oder Bischöfen, die diese Ämter bekleiden, und den Diözesanbischöfen und

Bischofskonferenzen immer eine brüderliche Gemeinschaft und einmütiges Zusammenwirken

in den Seelsorgsaufgaben bestehe, deren Richtlinien auch durch das allgemeine Recht

festzulegen sind.

43. Da auf die geistliche Betreuung der Soldaten wegen ihrer besonderen Lebensbedingungen

eine außerordentliche Sorgfalt verwandt werden muß, werde nach Möglichkeit in jedem Land

ein Militärvikariat errichtet. Sowohl der Militärbischof als auch die Militärpfarrer mögen sich

in einträchtiger Zusammenarbeit mit den Diözesanbischöfen eifrig dieser schwierigen Arbeit

widmen (1). Deshalb sollen die Diözesanbischöfe dem Militärbischof genügend Priester zur

Verfügung stellen, die für diese schwere Aufgabe geeignet sind. Gleichzeitig seien sie allen

Bemühungen, das geistliche Wohl der Soldaten zu fördern, gewogen (2).

Allgemeiner Auftrag

44. Die Heilige Synode bestimmt, daß bei der Neubearbeitung des Codex Iuris Canonici

geeignete Gesetze abgefaßt werden, die den Grundsätzen, die in diesem Dekret aufgestellt

worden sind, entsprechen. Dabei sollen auch die Bemerkungen, die von den Kommissionen

oder von den Konzilsvätern vorgebracht worden sind, in Erwägung gezogen werden. Ferner

bestimmt die Heilige Synode, allgemeine Seelsorgsdirektorien zum Gebrauch der Bischöfe

wie auch der Pfarrer auszuarbeiten, damit ihnen zuverlässige Richtlinien zur leichteren und

besseren Ausübung ihres Hirtendienstes geboten werden.

Es werde auch ein besonderes Direktorium für die seelsorgliche Betreuung besonderer

Gruppen von Gläubigen entsprechend den unterschiedlichen Gegebenheiten in den einzelnen

Ländern oder Gebieten herausgegeben, ebenso ein Direktorium für die katechetische

Unterweisung des christlichen Volkes, in dem die grundlegenden Prinzipien und die Ordnung

dieses Unterrichts sowie die Ausarbeitung einschlägiger Bücher behandelt werden sollen. Bei

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 18 Christus Dominus

der Abfassung dieser Direktorien sollen ebenfalls die Anregungen, die von den

Kommissionen oder von den Konzilsvätern vorgebracht wurden, berücksichtigt werden.

Anmerkungen

Vorwort

1) Vgl. Mt 1,21.

2) Vgl. Joh 20,21.

3) Vgl. I. Vat. Konzil, Dogm. Konst. De Ecclesia Christi, Pastor æternus: Denz. 1828 (3061).

4) Vgl. I. Vat. Konzil, Dogm. Konst. De Ecclesia Christi, Pastor æternus: Denz. 1821 (3050).

5) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, 3. Kap., Nr. 21, 24,

25: AAS 57 (1965) 24-25, 29-31.

6) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, 3. Kap., Nr. 21: AAS

57 (1965) 24-25.

7) Vgl. Johannes XXIII., Apost. Konst. Humanæ salutis, 25. Dez. 1961: AAS 54 (1962) 6. 1

Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, 3. Kap., Nr. 22: AAS 57

(1965) 25-27.

Kapitel 1

1) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, 3. Kap., Nr. 22: AAS

57 (1965) 25-27.

2) II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche, ebd.

3) II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche, ebd.

4) II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche, ebd.

5) Vgl. Paul VI., Motupr. Apostolica sollicitudo, 15. Sept. 1965: AAS 57 (1965) 775-780.

6) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, 3. Kap., Nr. 23: AAS

57 (1965) 27-28.

7) Vgl. Pius XII., Enz. Fidei donum, 21. April 1957: AAS 49 (1957) 237: vgl. auch Benedikt

XV., Apost. Brief Maximum illud, 30. Nov. 1919: AAS 11 (1919) 440; Pius XI., Enz. Rerum

Ecclesiæ, 28. Febr. 1926: AAS 18 (1926) 68ff.

8) Vgl. Paul VI., Ansprache an die Kardinäle, Bischöfe, Prälaten und übrigen Mitglieder der

römischen Kurie, 21. September 1963: AAS (1963) 793ff.

Kapitel 2

1) Vgl. II. Vat. Konzil, Dekret über die katholischen Ostkirchen Orientalium Ecclesiarum, Nr.

7-11: AAS 57 (1965) 79-80.

2) Vgl. Konzil von Trient, Sess. V, Dekret über die Reform, c. 2: Mansi 33, 30; Sess. XXIV,

Dekret über die Reform, c. 4: Mansi 33, 159; vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die

Kirche Lumen Gentium, 3. Kap., Nr. 25: AAS 57 (1965) 29ff.

3) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, 3. Kap., Nr. 25: AAS

57 (1965) 29-31.

4) Vgl. Johannes XXIII., Enz. Pacem in terris, 11. Apr. 1963: AAS 55 (1963) 257-304.

5) Vgl. Paul VI., Enz. Ecclesiam suam, 6. Aug. 1964: AAS 56 (1964) 639.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 19 Christus Dominus

6) Vgl. Paul VI., Enz. Ecclesiam suam, 6. Aug. 1964: AAS 56 (1964) 644-645.

7) Vgl. II. Vat. Konzil, Dekret über die sozialen Kommunikationsmittel Inter mirifica: AAS

56 (1964) 145-153.

8) Vgl. II. Vat. Konzil, Konst. über die heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium: AAS 56

(1964) 97ff.; Paul VI., Motupr. Sacram Liturgiam, 25. Jan. 1964: AAS 56 (1964) 139ff.

9) Vgl. Pius XII., Enz. Mediator Dei, 20. Nov. 1947: AAS 39 (1947) 521ff.; Paul VI., Enz.

Mysterium fidei, 3. Sept. 1965: AAS 57 (1965) 753-774.

10) Vgl. Apg 1,14; 2,46.

11) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, 6. Kap., Nr. 44-45:

AAS 57 (1965) 50-52.

12) Vgl. Lk 22,26-27.

13) Vgl. Joh 15,15.

14) Vgl. II. Vat. Konzil, Dekret über den Ökumenismus Unitatis redintegratio: AAS 57

(1965) 90-107.

15) Vgl. Pius X., Motupr. Iampridem, 14. März 1914: AAS 6 (1914) 174ff.; Pius XII., Apost.

Konst. Exsul Familia, 1. Aug. 1952: AAS 44 (1952) 652ff.; Satzungen des Werkes für das

Seeapostolat, im Auftrag Pius' XII. erlassen, 21. Nov. 1957: AAS 50 (1958) 375-383.

16) Vgl. II. Vat. Konzil, Dekret über die katholischen Ostkirchen Orientalium Ecclesiarum,

Nr. 4: AAS 57 (1965) 77.

17) Vgl. Joh 13,35.

18) Vgl. Pius XII., Ansprache, 8. Dez. 1950: AAS 43 (1951) 28; Paul VI., Ansprache, 23. Mai

1964: AAS 56 (1964) 571.

19) Vgl. Leo XIII., Apost. Konst. Romanos Pontifices, 8. Mai 1881: Acta Leonis XIII., Bd. II

(1882) 234ff.

20) Vgl. Paul VI., Ansprache, 23. Mai 1964: AAS 56 (1964) 570-571.

21) Vgl. Pius XII., Ansprache, 8. Dez. 1950: a. a. O.

Kapitel 3

1) Vgl. S. C. Consistorialis, Instruktion über die Militärbischöfe, 23. Apr. 1951: AAS 43

(1951) 562-565; Formular für den Bericht über den Stand des Militärvikariats, 20. Oktober

1956: AAS 49 (1957) 150-163; Dekret über die Visitatio Liminum der Militärbischöfe, 28.

Febr. 1959: AAS 51 (1959) 272-274; Dekret, Die Beichtvollmacht der Militärpfarrer wird

ausgedehnt, 27. Nov. 1960: AAS 53 (1961) 49-50. - Vgl. auch S. C. de Religiosis, Instruktion

über die Militärpfarrer aus dem Ordensstand, 2. Febr. 1955: AAS 47 (1955) 93-97.

2) Vgl. S. C. Consistorialis, Brief an die Kardinäle, Erzbischöfe, Bischöfe und die übrigen

Oberhirten im spanischen Herrschaftsbereich, 21. Juni 1951: AAS 43 (1951) 566.

Aktuell sind 9 Gäste und keine Mitglieder online

Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. To find out more about the cookies we use and how to delete them, see our privacy policy.

I accept cookies from this site.

EU Cookie Directive Module Information