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Ad Gentes

Dekret über die Missionstätigkeit der Kirche vom 7. Dezember 1965

 

Einleitung

1. Zur Völkerwelt von Gott gesandt, soll die Kirche "das allumfassende Sakrament des Heils"

(1) sein. So müht sie sich gemäß dem innersten Anspruch ihrer eigenen Katholizität und im

Gehorsam gegen den Auftrag ihres Stifters (2), das Evangelium allen Menschen zu

verkünden. Denn auch die Apostel, auf die die Kirche gegründet worden ist, haben, den

Spuren Christi folgend, "das Wort der Wahrheit verkündet und Kirchen gezeugt" (3) . Pflicht

ihrer Nachfolger ist es, diesem Werk Dauer zu verleihen, "damit das Wort Gottes seinen Lauf

nehme und verherrlicht werde" (2 Thess 3,1) und die Herrschaft Gottes überall auf Erden

angekündigt und aufgerichtet werde.

In der gegenwärtigen Weltlage, aus der für die Menschheit eine neue Situation entsteht, ist die

Kirche, die da ist Salz der Erde und Licht der Welt (4), mit verstärkter Dringlichkeit gerufen,

dem Heil und der Erneuerung aller Kreatur zu dienen, damit alles in Christus

zusammengefaßt werde und in ihm die Menschen eine einzige Familie und ein einziges

Gottesvolk bilden. Im Dank gegen Gott ob der trefflichen Arbeit, die durch den hochherzigen

Einsatz der ganzen Kirche bislang vollbracht wurde, will diese Heilige Synode deshalb die

Grundsätze der missionarischen Tätigkeit umreißen und die Kräfte aller Gläubigen sammeln,

damit das Volk Gottes, auf dem schmalen Weg des Kreuzes voranschreitend, die Herrschaft

Christi des Herrn, vor dessen Augen die Jahrhunderte stehen (5), ausbreite und seiner Ankunft

die Wege bahne.

 

1. Kapitel: Theologische Grundlegung

2. Die pilgernde Kirche ist ihrem Wesen nach "missionarisch" (d. h. als Gesandte unterwegs),

da sie selbst ihren Ursprung aus der Sendung des Sohnes und der Sendung des Heiligen

Geistes herleitet gemäß dem Plan Gottes des Vaters (6).

Dieser Plan entspringt der "quellhaften Liebe", dem Liebeswollen Gottes des Vaters. Er, der

ursprungslose Ursprung, aus dem der Sohn gezeugt wird und der Heilige Geist durch den

Sohn hervorgeht, hat uns in seiner übergrossen Barmherzigkeit und Güte aus freien Stücken

geschaffen und überdies gnadenweise gerufen, Gemeinschaft zu haben mit ihm in Leben und

Herrlichkeit. Er hat die göttliche Güte freigebig ausgegossen und gießt sie immerfort aus, so

daß er, der Schöpfer von allem, endlich "alles in allem" (1 Kor 15,28) sein wird, indem er

zugleich seine Herrlichkeit und unsere Seligkeit bewirkt. Es hat aber Gott gefallen, die

Menschen nicht bloß als einzelne, ohne jede gegenseitige Verbindung, zur Teilhabe an seinem

Leben zu rufen, sondern sie zu einem Volk zu bilden, in dem seine Kinder, die verstreut

waren, in eins versammelt werden sollen (7).

3. Dieser umfassende Plan Gottes für das Heil des Menschengeschlechtes wird nicht allein auf

eine gleichsam in der Innerlichkeit des Menschen verborgene Weise verwirklicht, ebenso

nicht bloß durch Bemühungen, auch religiöser Art, mit denen die Menschen Gott auf

vielfältige Weise suchen, "ob sie ihn vielleicht berühren oder finden möchten, wiewohl er

nicht ferne ist von einem jeden von uns" (vgl. Apg 17,27). Diese Bemühungen bedürfen

nämlich der Erleuchtung und Heilung, wenn sie auch aufgrund des gnädigen Ratschlusses des

vorsorgenden Gottes zuweilen als Hinführung zum wahren Gott oder als Bereitung für das

Evangelium gelten können (8).

Gott hat vielmehr beschlossen, auf eine neue und endgültige Weise in die Geschichte der

Menschen einzutreten; so wollte er Frieden und Gemeinschaft mit sich herstellen und

brüderliche Verbundenheit unter den Menschen, die doch Sünder sind, stiften. Darum sandte

er seinen Sohn in unserem Fleisch, damit er durch ihn die Menschen der Gewalt der Finsternis

und Satans entreiße (9) und in ihm die Welt sich versöhne (10). Ihn also, durch den er auch

die Welten erschuf (11), bestimmte er zum Erben des Alls, daß er alles in ihm erneuerte (12).

Denn Christus Jesus ist in die Welt gesandt worden als wahrer Mittler Gottes und der

Menschen.

Da er Gott ist, "wohnt in ihm leibhaftig die ganze Fülle der Gottheit" (Kol 2,9); der

menschlichen Natur nach aber ist er, "voll Gnade und Wahrheit" (Joh 1,14), als neuer Adam

zum Sünder sind, stiften. Darum sandte er seinen Sohn in unserem Fleisch, damit er durch ihn

die Menschen der Gewalt der Finsternis und Satans entreiße (9) und in ihm die Welt sich

versöhne (10). Ihn also, durch den er auch die Welten erschuf (11), bestimmte er zum Erben

des Alls, daß er alles in ihm erneuerte (12).

Denn Christus Jesus ist in die Welt gesandt worden als wahrer Mittler Gottes und der

Menschen. Da er Gott ist, "wohnt in ihm leibhaftig die ganze Fülle der Gottheit" (Kol 2,9);

der menschlichen Natur nach aber ist er, "voll Gnade und Wahrheit" (Joh 1,14), als neuer

Adam zum Haupt der erneuerten Menschheit bestellt. So hat der Sohn Gottes die Wege

wirklicher Fleischwerdung beschritten, um die Menschen der göttlichen Natur teilhaft zu

machen; unseretwegen ist er arm geworden, da er doch reich war, damit wir durch seine

Armut reich würden (13).

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 3 Ad Gentes

Der Menschensohn kam nicht, um sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein

Leben als Lösegeld hinzugeben für die vielen, das heißt für alle (14). Die heiligen Väter

verkünden beständig, daß nicht geheilt ist, was nicht von Christus angenommen ist (15). Er

hat aber, ausgenommen die Sünde, die volle Menschennatur angenommen, wie sie sich bei

uns findet, die wir elend und arm sind (16). Christus, "den der Vater geheiligt und in die Welt

gesandt hat" (Joh 10,36), hat nämlich von sich selbst gesagt: "Der Geist des Herrn ruht auf

mir; denn er hat mich gesalbt, frohe Botschaft den Armen zu künden; er hat mich gesandt, zu

heilen, die zertretenen Herzens sind, den Gefangenen Freilassung anzukündigen und den

Blinden das Augenlicht" (Lk 4,18). Und an anderer Stelle: "Der Menschensohn ist

gekommen, zu suchen und heil zu machen, was verloren war" (Lk 19,10).

Was aber vom Herrn ein für allemal verkündet oder in ihm für das Heil des

Menschengeschlechts getan worden ist, muß ausgerufen und ausgesät werden bis ans Ende

der Erde (17) , beginnend von Jerusalem aus (18) . So soll, was einmal für alle zum Heil

vollzogen worden ist, in allen im Ablauf der Zeiten seine Wirkung erlangen.

4. Um dies zu vollenden, hat Christus vom Vater her den Heiligen Geist gesandt, der sein

Heilswerk von innen her wirken und die Kirche zu ihrer eigenen Ausbreitung bewegen soll.

Ohne Zweifel wirkte der Heilige Geist schon in der Welt, ehe Christus verherrlicht wurde

(19). Am Pfingsttage jedoch ist er auf die Jünger herabgekommen, um auf immer bei ihnen zu

bleiben (20).

Die Kirche wurde vor der Menge öffentlich bekanntgemacht, die Ausbreitung des

Evangeliums unter den Heiden durch die Verkündigung nahm ihren Anfang, und endlich

wurde die Vereinigung der Völker in der Katholizität des Glaubens vorausbezeichnet, die sich

durch die Kirche des Neuen Bundes vollziehen soll, welche in allen Sprachen spricht, in der

Liebe alle Sprachen versteht und umfängt und so die babylonische Zerstreuung überwindet

(21). Mit Pfingsten begann "die Geschichte der Apostel", so wie durch die Herabkunft des

Heiligen Geistes auf die Jungfrau Maria Christus empfangen worden war und wie Christus

selbst dem Werk seines Dienstes zugeführt wurde, als der nämliche Heilige Geist beim Gebet

auf ihn niederstieg (22).

Der Herr Jesus selbst aber hat, ehe er sein Leben freiwillig für die Welt hingab, den

apostolischen Dienst so geordnet und die Sendung des Heiligen Geistes verheißen, daß beide

sich darin zusammenfinden, das Werk des Heiles immer und überall zur Fruchtbarkeit zu

bringen (23). Der Heilige Geist eint die ganze Kirche alle Zeiten hindurch "in Gemeinschaft

und Dienstleistung, stattet sie mit den verschiedenen hierarchischen und charismatischen

Gaben aus" (24), wobei er die kirchlichen Einrichtungen gleichsam als Seele belebt (25), und

senkt den gleichen Geist der Sendung, von dem Christus getrieben war, in die Herzen der

Gläubigen ein. Bisweilen geht er sogar sichtbar der apostolischen Tätigkeit voran (26), wie er

sie auch auf verschiedene Weisen unablässig begleitet und lenkt (27).

5. Der Herr Jesus rief von Anfang an "die zu sich, die er wollte, ... und bestellte Zwölf, damit

sie bei ihm seien und er sie sende, zu verkündigen" (Mk 3,13) (28). So bildeten die Apostel

die Keime des neuen Israel und zugleich den Ursprung der heiligen Hierarchie. Als er dann

ein für allemal durch seinen Tod und seine Auferstehung in sich selbst die Geheimnisse

unseres Heils und der Erneuerung von allem vollzogen hatte, gründete er, dem alle Gewalt im

Himmel und auf Erden gegeben ist (29), vor der Aufnahme in den Himmel (30) seine Kirche

als Sakrament des Heils, sandte die Apostel in alle Welt, so wie er selbst vom Vater gesandt

worden war (31), und trug ihnen auf: "Geht also hin, und macht alle Völker zu Jüngern,

indem ihr sie tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und

sie alles halten lehrt, was ich euch geboten habe" (Mt 28,19f.) "Geht in die ganze Welt, und

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verkündet das Evangelium aller Kreatur. Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet

werden; wer aber nicht glaubt, wird verdammt werden" (Mk 16,15).

So liegt auf der Kirche die Pflicht, den Glauben und das Heil Christi auszubreiten, und zwar

sowohl aufgrund des ausdrücklichen Auftrags, der von den Aposteln her dem

Bischofskollegium, dem die Presbyter zur Seite stehen, in Einheit mit dem Nachfolger Petri

und obersten Hirten der Kirche überkommen ist, wie auch aufgrund des Lebens, das Christus

in seine Glieder einströmen läßt. "Von ihm aus wird der ganze Leib zusammengefügt und

zusammengehalten durch jedes Band der Dienstleistung gemäß dem Wirken nach dem Maß

eines jeden Gliedes. So geschieht das Wachstum des Leibes zum Aufbau seiner selbst in

Liebe" (Eph 4,16).

Die Sendung der Kirche vollzieht sich mithin durch das Wirken, kraft dessen sie im

Gehorsam gegen Christi Gebot und getrieben von der Gnade und Liebe des Heiligen Geistes

allen Menschen und Völkern in voller Wirklichkeit gegenwärtig wird, um sie durch das

Zeugnis des Lebens, die Verkündigung, die Sakramente und die übrigen Mitteilungsweisen

der Gnade zum Glauben, zur Freiheit und zum Frieden Christi zu führen: So soll ihnen der

freie und sichere Weg zur vollen Teilhabe am Christusgeheimnis eröffnet werden.

In dieser Sendung setzt die Kirche die Sendung Christi selbst fort, der den Armen frohe

Botschaft zu bringen gesandt war, und entfaltet sie die Geschichte hindurch. Deshalb muß sie

unter Führung des Geistes Christi denselben Weg gehen, den Christus gegangen ist, nämlich

den Weg der Armut, des Gehorsams, des Dienens und des Selbstopfers bis zum Tode hin, aus

dem er dann durch seine Auferstehung als Sieger hervorging. Denn solchermaßen sind alle

Apostel in der Hoffnung gewandelt, sie, die in vielerlei Trübsal und Leiden ausfüllten, was an

den Leiden Christi noch fehlt für seinen Leib, der da ist die Kirche (32). Oft auch erwies sich

das Blut der Christen als Same (33).

6. Diese Aufgabe, welche das Bischofskollegium mit dem Nachfolger Petri an der Spitze

unter dem Beten und Mitwirken der ganzen Kirche zu erfüllen hat, ist überall und in jeder

Lage ein und dieselbe, auch wenn sie, je nach Umständen, nicht in der gleichen Weise

ausgeübt wird. Folglich kommen die Unterschiede, die innerhalb dieser Tätigkeit der Kirche

anzuerkennen sind, nicht aus dem inneren Wesen der Sendung selbst, sondern aus den

Bedingungen, unter denen diese Sendung vollzogen wird.

Diese Bedingungen hängen entweder von der Kirche oder von den Völkern, den

Gemeinschaften und den Menschen ab, an die sich die Sendung richtet. Obgleich nämlich die

Kirche von sich aus die Gesamtheit oder die Fülle der Heilsmittel umgreift, wirkt sie doch

nicht immer und nicht sogleich im vollen Umfang und kann dies auch nicht. Vielmehr kennt

sie Anfänge und Stufen in ihrer Tätigkeit, mit der sie den Plan Gottes zu verwirklichen sucht.

Ja bisweilen ist sie genötigt, nach glücklich begonnenem Voranschreiten abermals einen

Rückschritt zu beklagen, oder sie verbleibt doch wenigstens in einem gewissen Zustand der

Unvollständigkeit und Unzulänglichkeit. Was aber die Menschen, Gemeinschaften und

Völker anlangt, so berührt und durchdringt sie diese nur schrittweise, und nimmt sie so in die

katholische Fülle auf. Jeder der genannten Bedingungen bzw. Stadien müssen eigene

Wirkformen und geeignete Mittel entsprechen.

Gemeinhin heißen "Missionen" die speziellen Unternehmungen, wodurch die von der Kirche

gesandten Boten des Evangeliums in die ganze Welt ziehen und die Aufgabe wahrnehmen,

bei denVölkern oder Gruppen, die noch nicht an Christus glauben, das Evangelium zu

predigen und die Kirche selbst einzupflanzen. Sie werden durch die missionarische Tätigkeit

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verwirklicht und meist in bestimmten, vom Heiligen Stuhl bestätigten Gebieten ausgeübt. Das

eigentliche Ziel dieser missionarischen Tätigkeit ist die Evangelisierung und die Einpflanzung

der Kirche bei den Völkern und Gemeinschaften, bei denen sie noch nicht Wurzel gefaßt hat

(34).

So sollen aus dem Samen des Gotteswortes überall auf der Welt wohlbegründete

einheimische Teilkirchen heranwachsen, die mit eigener Kraft und Reife begabt sind. Sie

sollen eine eigene Hierarchie in Einheit mit dem gläubigen Volk sowie die zum vollen

Vollzug christlichen Lebens gehörigen Mittel in einer der eigenen Art gemäßen Weise

besitzen und so ihren Teil zum Wohl der Gesamtkirche beitragen. Das hauptsächliche Mittel

dieser Einpflanzung ist die Verkündigung der Frohbotschaft von Jesus Christus, die

auszurufen der Herr seine Jünger in die ganze Welt gesandt hat, damit die Menschen,

wiedergeboren durch das Wort Gottes (35), mittels der Taufe der Kirche eingegliedert

werden, die als Leib des fleischgewordenen Wortes vom Wort Gottes und vom

eucharistischen Brot genährt wird und lebt (36).

Bei dieser missionarischen Tätigkeit der Kirche treten verschiedene Bedingungen zuweilen

nebeneinander auf: zunächst solche des Neubeginns oder Pflanzens, dann solche der Neuheit

oder Jugend. Sind diese vorüber, so endigt dennoch die missionarische Tätigkeit der Kirche

nicht. Vielmehr obliegt den inzwischen konstituierten Teilkirchen die Pflicht, sie fortzusetzen

und das Evangelium den einzelnen zu verkündigen, die noch draußen stehen.

Überdies ändern sich die Gemeinschaften, innerhalb deren die Kirche besteht, aus

verschiedenen Ursachen nicht selten von Grund auf, so daß völlig neue Bedingungen

auftreten können. Dann muß die Kirche erwägen, ob diese Bedingungen ihre missionarische

Tätigkeit neuerdings erfordern. Außerdem sind die Verhältnisse manchmal von der Art, daß

für bestimmte Zeit die Möglichkeit fehlt, die Botschaft des Evangeliums direkt und sofort

vorzulegen. Dann können und müssen die Missionare geduldig, klug und zugleich mit großem

Vertrauen wenigstens Zeugnis ablegen für die Liebe und Güte Christi und so dem Herrn die

Wege bereiten und ihn in gewissem Sinn gegenwärtig werden lassen.

So wird deutlich, daß die missionarische Tätigkeit zuinnerst aus dem Wesen der Kirche

hervorquillt. Sie breitet ihren heilschaffenden Glauben aus, verwirklicht in der Ausbreitung

ihre katholische Einheit und wird von ihrer Apostolizität gehalten. Sie ist Vollzug der

kollegialen Gesinnung ihrer Hierarchie und bezeugt, verbreitet und fördert ihre Heiligkeit.

Mithin unterscheidet sich die missionarische Tätigkeit unter den Heiden sowohl von der

pastoralen Tätigkeit, die den Gläubigen gegenüber auszuüben ist, als auch von den

Bemühungen, die zur Wiederherstellung der christlichen Einheit unternommen werden.

Gleichwohl sind diese beiden mit dem missionarischen Wirken der Kirche aufs engste

verbunden (37); denn Spaltung der Christen "ist ein Schaden für die heilige Sache der

Verkündigung des Evangeliums vor allen Geschöpfen" (38) und verschließt vielen den

Zugang zum Glauben. Mithin sind von der Notwendigkeit der Mission her alle Gläubigen

dazu gerufen, daß sie in einer Herde vereint werden und so vor den Völkern von Christus,

ihrem Herrn, einmütig Zeugnis ablegen können. Wenn sie aber den einen Glauben noch nicht

voll zu bezeugen vermögen, so müssen sie sich dennoch von gegenseitiger Wertschätzung

und Liebe beseelen lassen.

7. Der Grund dieser missionarischen Tätigkeit ergibt sich aus dem Plan Gottes, der "will, daß

alle Menschen heil werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Denn es ist nur ein

Gott und nur ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, der

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 6 Ad Gentes

sich selbst als Lösegeld für alle hingegeben hat" (1 Tim 2,4-6), "und in keinem andern ist

Heil" (Apg 4,12). So ist es nötig, daß sich alle zu ihm, der durch die Verkündigung der Kirche

erkannt wird, bekehren sowie ihm und seinem Leib, der Kirche, durch die Taufe eingegliedert

werden. Christus selbst hat nämlich "mit ausdrücklichen Worten die Notwendigkeit des

Glaubens und der Taufe betont (39) und damit zugleich die Notwendigkeit der Kirche, in die

die Menschen durch die Taufe wie durch eine Tür eintreten, bekräftigt.

Darum könnten jene Menschen nicht gerettet werden, die um die katholische Kirche und ihre

von Gott durch Christus gestiftete Heilsnotwendigkeit wissen, in sie aber nicht eintreten oder

in ihr nicht ausharren wollten" (40). Wenngleich Gott Menschen, die das Evangelium ohne

ihre Schuld nicht kennen, auf Wegen, die er weiß, zum Glauben führen kann, ohne den es

unmöglich ist, ihm zu gefallen (41), so liegt also doch auf der Kirche die Notwendigkeit (42)

und zugleich das heilige Recht der Evangeliumsverkündigung. Deshalb behält heute und

immer die missionarische Tätigkeit ihre ungeschmälerte Bedeutung und Notwendigkeit.

Durch sie sammelt und ordnet der mystische Christusleib immerfort Kräfte zum eigenen

Wachstum (43). Ihr nachzugehen werden die Glieder der Kirche durch die Liebe getrieben,

mit der sie Gott lieben und durch die sie mit allen Menschen in den geistlichen Gütern des

gegenwärtigen wie des künftigen Lebens Gemeinschaft zu haben verlangen.

Endlich gehört diese missionarische Tätigkeit zur vollen Verherrlichung Gottes, indem die

Menschen sein Heilswerk, das er in Christus vollzogen hat, bewußt und in seiner Ganzheit

annehmen.

So wird durch sie der Plan Gottes erfüllt, dem Christus gehorsam und liebend gedient hat zur

Herrlichkeit des Vaters, der ihn dazu gesandt hat (44), daß das ganze Menschengeschlecht ein

Volk Gottes bilde, in den einen Leib Christi zusammenwachse und zu dem einen Tempel des

Heiligen Geistes aufgebaut werde. Das entspricht, da es die brüderliche Eintracht zum

Ausdruck bringt, ganz den innersten Wünschen aller Menschen. So wird endlich der

Ratschluß des Schöpfers, der den Menschen nach seinem Bild und Gleichnis geschaffen,

wahrhaft erfüllt, wenn alle, die an der menschlichen Natur teilhaben, in Christus durch den

Heiligen Geist wiedergeboren, in einmütigem Schauen der Herrlichkeit Gottes sagen können:

"Vater unser" (45).

8. Auch zu der menschlichen Natur und ihren Strebungen steht die missionarische Tätigkeit in

enger Verbindung. Eben dadurch nämlich, daß sie Christus verkündet, offenbart die Kirche

zugleich dem Menschen die ursprüngliche Wahrheit dessen, was es um ihn ist und worin

seine volle Berufung liegt. Christus ist ja Ursprung und Urbild jener erneuerten, von

brüderlicher Liebe, Lauterkeit und Friedensgeist durchdrungenen Menschheit, nach der alle

verlangen. Christus und die Kirche, die von ihm durch die Predigt des Evangeliums Zeugnis

gibt, überschreiten alle Besonderheit der Rasse oder der Nation und können deshalb von

niemand und nirgendwo als fremd erachtet werden (46).

Christus selbst ist die Wahrheit und der Weg, welche die Predigt des Evangeliums allen

zugänglich macht, indem sie an die Ohren aller die Worte eben dieses Christus heranträgt:

"Tut Buße, und glaubt dem Evangelium" (Mk 1,15). Da aber, wer nicht glaubt, schon

gerichtet ist (47), so sind die Worte Christi zugleich Worte des Gerichts und der Gnade, des

Todes und des Lebens; denn wir können zum neuen Leben nur hinzutreten, indem wir das alte

in den Tod hineingeben. Das gilt zunächst von den Personen, dann aber auch von den

verschiedenen Gütern dieser Welt, die zugleich von der Sünde des Menschen und von der

Segnung Gottes gezeichnet sind: "Alle haben nämlich gesündigt und ermangeln der

Herrlichkeit Gottes" (Röm 3,23).

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 7 Ad Gentes

Niemand wird durch sich selbst und aus eigener Kraft von der Sünde erlöst und über sich

hinausgehoben, niemand vollends von seiner Schwachheit, Einsamkeit oder Knechtschaft frei

gemacht (48), vielmehr brauchen alle Christus als Beispiel, Lehrer, Befreier, Heilbringer,

Lebensspender. In der Tat war das Evangelium in der Geschichte, auch der profanen, den

Menschen ein Ferment der Freiheit und des Fortschritts und bietet sich immerfort als Ferment

der Brüderlichkeit, der Einheit und des Friedens dar. Nicht ohne Grund wird Christus von den

Gläubigen gefeiert als die "Erwartung der Völker und ihr Erlöser" (49).

9. Die Zeit der missionarischen Tätigkeit liegt also zwischen der ersten Ankunft des Herrn

und seiner Wiederkunft, bei der die Kirche von den vier Winden her wie die Ernte in die

Herrschaft Gottes gesammelt wird (50). Bevor nämlich der Herr kommt, muß allen Völkern

die frohe Botschaft verkündigt werden (51).

Missionarische Tätigkeit ist nichts anderes und nichts weniger als Kundgabe oder Epiphanie

und Erfüllung des Planes Gottes in der Welt und ihrer Geschichte, in der Gott durch die

Mission die Heilsgeschichte sichtbar vollzieht. Durch das Wort der Verkündigung und die

Feier der Sakramente, deren Mitte und Höhepunkt die heilige Eucharistie darstellt, läßt sie

Christus, den Urheber des Heils, gegenwärtig werden. Was immer aber an Wahrheit und

Gnade schon bei den Heiden sich durch eine Art von verborgener Gegenwart Gottes findet,

befreit sie von der Ansteckung durch das Böse und gibt es ihrem Urheber Christus zurück, der

die Herrschaft des Teufels zerschlägt und die vielfältige Bosheit üblen Tuns in Schranken

hält.

Was an Gutem in Herz und Sinn der Menschen oder auch in den jeweiligen Riten und

Kulturen der Völker keimhaft angelegt sich findet, wird folglich nicht bloß nicht zerstört,

sondern gesund gemacht, über sich hinausgehoben und vollendet zur Herrlichkeit Gottes, zur

Beschämung des Satans und zur Seligkeit des Menschen (52). So strebt die missionarische

Tätigkeit auf die eschatologische Fülle hin (53), denn durch sie wird bis zu dem Maß und der

Zeit, die der Vater in seiner Vollmacht festgesetzt hat (54), das Volk Gottes ausgebreitet, dem

prophetisch gesagt ist: "Erweitere deines Zeltes Raum, und deine Zelttücher spanne aus!

Spare nicht!" (Jes 54,2.) (55) So entfaltet sich der mystische Leib bis zum Maß des Vollalters

Christi (56), und der geistliche Tempel, worin Gott angebetet wird in Geist und Wahrheit

(57), wächst und wird aufgebaut "auf dem Fundament der Apostel und Propheten, während

Christus selbst der Eckstein ist" (Eph 2,20).

2. Kapitel: Die eigentliche Missionsarbeit

10. Die Kirche ist von Christus gesandt, die Liebe Gottes allen Menschen und Völkern zu

verkünden und mitzuteilen; sie ist sich bewußt, daß noch eine ungeheure missionarische

Aufgabe vor ihr liegt. Es gibt zwei Milliarden Menschen - und ihre Zahl nimmt täglich zu -,

die große, festumrissene Gemeinschaften bilden, die durch dauerhafte kulturelle Bande, durch

alte religiöse Traditionen, durch feste gesellschaftliche Strukturen zusammengehalten sind

und die das Evangelium noch nicht oder doch kaum vernommen haben. Die einen gehören

einer der Weltreligionen an, andere bleiben ohne Kenntnis Gottes, andere leugnen seine

Existenz ausdrücklich oder bekämpfen sie sogar. Um allen Menschen das Geheimnis des

Heils und das von Gott kommende Leben anbieten zu können, muß sich die Kirche all diesen

Gruppen einpflanzen, und zwar mit dem gleichen Antrieb, wie sich Christus selbst in der

Menschwerdung von der konkreten sozialen und kulturellen Welt der Menschen einschließen

ließ, unter denen er lebte.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 8 Ad Gentes

Artikel 1: Das christliche Zeugnis

11. Diesen menschlichen Gruppen also muß die Kirche gegenwärtig sein durch ihre Kinder,

die unter ihnen wohnen oder zu ihnen gesandt werden. Denn alle Christgläubigen, wo immer

sie leben, müssen durch das Beispiel ihres Lebens und durch das Zeugnis des Wortes den

neuen Menschen, den sie durch die Taufe angezogen haben, und die Kraft des Heiligen

Geistes, der sie durch die Firmung gestärkt hat, so offenbaren, daß die anderen Menschen ihre

guten Werke sehen, den Vater preisen (1) und an ihnen den wahren Sinn des menschlichen

Lebens und das alle umfassende Band der menschlichen Gemeinschaft vollkommener

wahrnehmen können.

Um dieses Zeugnis Christi mit Frucht geben zu können, müssen sie diesen Menschen in

Achtung und Liebe verbunden sein. Sie müssen sich als Glieder der Menschengruppe, in der

sie leben, betrachten; durch die verschiedenen Beziehungen und Geschäfte des menschlichen

Lebens müssen sie an den kulturellen und sozialen Angelegenheiten teilnehmen. Sie müssen

auch mit ihren nationalen und religiösen Traditionen vertraut sein; mit Freude und Ehrfurcht

sollen sie die Saatkörner des Wortes aufspüren, die in ihnen verborgen sind. Sie sollen aber

auch den tiefgreifenden Wandlungsprozeß wahrnehmen, der sich in diesen Völkern vollzieht.

Sie sollen dahin zu wirken suchen, daß die Menschen unserer Zeit, allzusehr auf

Naturwissenschaft und Technologie der modernen Welt bedacht, sich nicht den göttlichen

Dingen entfremden, sondern im Gegenteil zu einem stärkeren Verlangen nach der Wahrheit

und Liebe, die Gott uns geoffenbart hat, erwachen. Wie Christus selbst das Herz der

Menschen durchschaut und sie durch echt menschliches Gespräch zum göttlichen Licht

geführt hat, so sollen auch seine Jünger, ganz von Christi Geist erfüllt, die Menschen, unter

denen sie leben und mit denen sie umgehen, kennen; in aufrichtigem und geduldigem

Zwiegespräch sollen sie lernen, was für Reichtümer der freigebige Gott unter den Völkern

verteilt hat; zugleich aber sollen sie sich bemühen, diese Reichtümer durch das Licht des

Evangeliums zu erhellen, zu befreien und unter die Herrschaft Gottes, des Erlösers, zu

bringen.

12. Die Anwesenheit der Christen in den menschlichen Gemeinschaften muß von jener Liebe

beseelt sein, mit der Gott uns geliebt hat, der will, daß wir einander mit derselben Liebe

begegnen (2) . Die christliche Liebe erstreckt sich auf alle, ohne Unterschied von Rasse,

gesellschaftlicher Stufe oder Religion; sie erwartet nicht Gewinn oder Dankbarkeit; denn wie

Gott sich uns mit ungeschuldeter Liebe zugewandt hat, so sind auch die Gläubigen in ihrer

Liebe auf den Menschen selbst bedacht und lieben ihn mit der gleichen Zuwendung, mit der

Gott den Menschen gesucht hat.

Wie also Christus durch die Städte und Dörfer zog, jederlei Krankheit und Gebrechen heilend

zum Zeichen der kommenden Gottesherrschaft (3) so ist auch die Kirche durch ihre Kinder

mit Menschen jeden Standes verbunden, besonders aber mit den Armen und Leidenden, und

gibt sich mit Freuden für sie hin (4). Sie nimmt an ihren Freuden und Schmerzen teil; sie weiß

um die Erwartungen und die Rätsel des Lebens, sie leidet mit in den Ängsten des Todes.

Denen, die Frieden suchen, bemüht sie sich in brüderlichem Gespräch zu antworten, indem

sie ihnen Frieden und Licht aus dem Evangelium anbietet.

Bei der Aufrichtung einer gesunden Wirtschafts- und Sozialordnung sollen die

Christgläubigen ihre Arbeit einsetzen und mit allen anderen zusammenarbeiten. Mit

besonderer Sorge mögen sie sich der Erziehung der Kinder und der heranwachsenden Jugend

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 9 Ad Gentes

durch Schulen verschiedener Typen annehmen; diese Schulen soll man nicht bloß als ein

hervorragendes Mittel zur Bildung und zum Aufstieg der christlichen Jugend betrachten,

sondern gleichzeitig als äußerst wertvollen Dienst an den Menschen, besonders an den

Entwicklungsvölkern, um die menschliche Würde zu höherer Geltung zu bringen und um

bessere menschliche Lebensbedingungen vorzubereiten.

Ferner sollen sie sich an den Anstrengungen der Völker beteiligen, die sich bemühen, im

Kampf gegen Hunger, Unwissenheit und Krankheit bessere Lebensverhältnisse zu schaffen

und den Frieden in der Welt zu festigen. Es soll der Wunsch der Gläubigen sein, bei dieser

Tätigkeit in kluger Weise bei den Vorhaben mitzuarbeiten, die von privaten sowie

öffentlichen Institutionen, von Regierungen, internationalen Organen, von den verschiedenen

christlichen Gemeinschaften und auch von den nichtchristlichen Religionen unternommen

werden.

Dabei will sich die Kirche auf keine Weise in die Leitung des irdischen Staatswesens

einmischen. Sie beansprucht kein anderes Recht, als mit Gottes Hilfe in Liebe und treuer

Bereitschaft den Menschen zu dienen (5).

Die Jünger Christi hoffen, durch die enge Verbindung mit den Menschen in ihrem Leben und

Arbeiten ein wahres Zeugnis abzulegen und auch da zu deren Heil beizutragen, wo sie

Christus nicht ganz verkünden können. Sie suchen ja nicht den rein materiellen Fortschritt

und Wohlstand der Menschen, sondern sie fördern ihre Würde und ihre brüderliche

Gemeinschaft, indem sie religiöse und sittliche Wahrheiten vermitteln, die Christus mit

seinem eigenen Licht erhellt hat; auf diese Weise öffnen sie langsam einen volleren Zugang

zu Gott. So wird den Menschen in der Erlangung des Heils durch die Liebe zu Gott und zum

Nächsten geholfen; das Geheimnis Christi beginnt aufzuleuchten, in dem der neue Mensch

erschienen ist, der nach Gott erschaffen wurde 6 , in dem Gottes Liebe sich geoffenbart hat.

Artikel 2: Die Verkündigung des Evangeliums und die Sammlung des Gottesvolkes

13. Überall, wo Gott eine Tür für das Wort auftut, das Geheimnis Christi zu verkünden (7), da

muß allen Menschen (8) mit Freimut und Festigkeit (9) der lebendige Gott verkündet werden

(10) und der, den er zum Heil aller gesandt hat, Jesus Christus (11), auf daß die Nichtchristen

glaubend, mit einem Herzen, das ihnen der Heilige Geist geöffnet hat (12), sich frei zum

Herrn bekehren und ihm aufrichtig anhangen, da er als "der Weg, die Wahrheit und das

Leben" (Joh 14,6) all ihr geistliches Sehnen erfüllt, ja es unendlich überragt.

Diese Bekehrung muß man gewiß notwendig als anfanghaft auffassen, aber doch als

ausreichend, damit der Mensch verstehe, daß er, der Sünde entrissen, in das Geheimnis der

Liebe Gottes eingeführt werde, der ihn zu seiner persönlichen Gemeinschaft in Christus ruft;

denn unter dem Einfluß der Gnade beginnt der Neubekehrte seinen geistlichen Weg, auf dem

er, durch den Glauben schon mit dem Geheimnis des Todes und der Auferstehung verbunden,

vom alten Menschen hinüberschreitet zum neuen Menschen, der in Christus vollendet ist (13).

Dieser Übergang bringt einen fortschreitenden Wandel seines Empfindens und Verhaltens mit

sich; er muß sich in seinen sozialen Auswirkungen kundtun und sich während des

Katechumenates langsam entwickeln. Da der Herr, dem er glaubt, ein Zeichen des

Widerspruchs ist (14), muß der Neubekehrte oft Bruch und Trennung erleben, aber auch

Freuden, die Gott nicht nach Maß austeilt (15).

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 10 Ad Gentes

Die Kirche verbietet streng, daß jemand zur Annahme des Glaubens gezwungen oder durch

ungehörige Mittel beeinflußt oder angelockt werde, wie sie umgekehrt auch mit Nachdruck

für das Recht eintritt, daß niemand durch üble Druckmittel vom Glauben abgehalten werde

(16). Nach uraltem kirchlichem Brauch sollen die Motive der Bekehrung erkundet und wenn

nötig gereinigt werden.

14. Wer den Glauben an Christus von Gott durch die Kirche empfangen hat (17), soll durch

liturgische Zeremonien zum Katechumenat zugelassen werden. Dieses besteht nicht in einer

bloßen Erläuterung von Lehren und Geboten, sondern in der Einführung und genügend langen

Einübung im ganzen christlichen Leben, wodurch die Jünger mit Christus, ihrem Meister,

verbunden werden. Die Katechumenen müssen also in passender Weise in das Geheimnis des

Heils eingeweiht werden; durch die Übung eines Lebenswandels nach dem Evangelium und

durch eine Folge von heiligen Riten (18) soll man sie stufenweise in das Leben des Glaubens,

der Liturgie und der liebenden Gemeinschaft des Gottesvolkes einführen.

Endlich werden sie durch die Sakramente der christlichen Initiation von der Macht der

Finsternis befreit (19); mit Christus sterben sie, werden sie begraben und erstehen sie (20); sie

empfangen den Geist der Kindschaft (21) und feiern das Gedächtnis des Todes und der

Auferstehung des Herrn mit dem ganzen Gottesvolk.

Es ist zu wünschen, daß die Fasten- und Osterliturgie so erneuert werde, daß sie die

Katechumenen zur Feier des österlichen Geheimnisses bereitet, bei deren festlicher Begehung

sie durch die Taufe für Christus wiedergeboren werden. Um diese christliche Initiation im

Katechumenat sollen sich aber nicht bloß Katechisten und Priester kümmern, sondern die

ganze Gemeinde der Gläubigen, besonders aber die Taufpaten, so daß den Katechumenen von

Anfang an zum Bewußtsein kommt, daß sie zum Gottesvolk gehören. Da das Leben der

Kirche apostolisch ist, sollen die Katechumenen lernen, durch das Zeugnis des Lebens und

das Bekenntnis des Glaubens zur Verkündigung des Evangeliums und zum Aufbau der Kirche

wirksam mitzuarbeiten.

Die Rechtsstellung der Katechumenen schließlich soll im neuen Gesetzbuch der Kirche klar

umschrieben werden; denn sie sind schon mit der Kirche verbunden (22), sie gehören schon

zum Hause Christi (23), und nicht selten führen sie schon ein Leben des Glaubens, der

Hoffnung und der Liebe.

Artikel 3: Der Aufbau der christlichen Gemeinschaft

15. Der Heilige Geist ruft alle Menschen durch die Saat des Wortes und die Predigt des

Evangeliums zu Christus; wenn er die an Christus Glaubenden im Schoß des Taufbrunnens zu

neuem Leben gebiert, dann sammelt er sie zu dem einen Gottesvolk, das "ein auserwähltes

Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk von ihm zu eigen

genommen ist" (1 Petr 2,9) (24).

Als Mitarbeiter Gottes (25) sollen die Missionare solche Gemeinden von Gläubigen

erwecken, die würdig der Berufung, die sie empfangen haben (26), die Ämter, die Gott ihnen

anvertraut hat, ausüben: das priesterliche, das prophetische und das königliche Amt. Auf diese

Weise wird die christliche Gemeinschaft zum Zeichen der Gegenwart Gottes in der Welt. Sie

ist ja selbst ständig im eucharistischen Opfer mit Christus auf dem Weg hinüber zum Vater

(27); unablässig aus dem Wort Gottes genährt (28), gibt sie Zeugnis für Christus (29); sie

wandelt in der Liebe und glüht von apostolischem Eifer (30).

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 11 Ad Gentes

Von Anfang an soll die christliche Gemeinschaft so aufgebaut werden, daß sie, soweit

möglich, für ihre eigenen Bedürfnisse aufkommen kann. Diese Gemeinschaft der Gläubigen

soll durch ihre Ausstattung mit den kulturellen Reichtümern der eigenen Heimat tief im Volk

verwurzelt sein: Die Familien sollen blühen im Geist des Evangeliums (31), geeignete

Schulen sollen ihnen helfen. Durch die Errichtung von Vereinigungen und Gruppen soll das

Apostolat der Laien die ganze Gesellschaft mit evangelischem Geist durchdringen; die Liebe

zwischen Katholiken verschiedener Riten soll hell leuchten (32).

Unter den Neuchristen soll der ökumenische Geist gepflegt werden. Sie sollen alle, die an

Christus glauben, auch wirklich als Christi Jünger anerkennen, die in der Taufe

wiedergeboren sind und an sehr vielen Gütern des Gottesvolkes teilhaben. Den religiösen

Verhältnissen entsprechend soll man die ökumenische Bewegung so fördern, daß die

Katholiken mit den von ihnen getrennten Brüdern, gemäß den Richtlinien des Dekretes über

die Ökumenismus, brüderlich zusammenarbeiten im gemeinsamen Bekenntnis des Glaubens

an Gott und an Jesus Christus vor den Heiden, soweit dieses vorhanden ist, ebenso im

Zusammenwirken in sozialen und technischen sowie kulturellen und religiösen Dingen, wobei

man jeden Anschein von Indifferentismus und Verwischung sowie ungesunder Rivalität

vermeiden muß. Der Grund für diese Zusammenarbeit sei vor allem Christus, ihr

gemeinsamer Herr. Sein Name möge sie zueinanderbringen! Diese Zusammenarbeit soll nicht

nur zwischen Privatpersonen stattfinden, sondern nach dem Urteil des Ortsordinarius auch

zwischen den Kirchen oder Kirchengemeinschaften und ihren Unternehmungen.

Die aus allen Völkern in der Kirche versammelten Christgläubigen unterscheiden sich nicht

von den übrigen Menschen durch Staatsform, Sprache oder Gesellschaftsordnung (33).

Darum sollen sie in den ehrbaren Lebensgewohnheiten ihres Volkes für Gott und Christus

leben. Als gute Bürger sollen sie die Vaterlandsliebe wahrhaft und tatkräftig üben.

Mißachtung fremder Rassen und übersteigerten Nationalismus aber sollen sie gänzlich

meiden und die alle Menschen umfassende Liebe pflegen.

Um all das zu verwirklichen, sind die Laien, also die Christgläubigen, die Christus durch die

Taufe eingegliedert sind und in der Welt leben, von größter Bedeutung und verdienen

besondere Sorge. Denn es ist ihre eigentliche Aufgabe, vom Geist Christi erfüllt, gleichsam

als Sauerteig die zeitlichen Dinge so von innen her zu beseelen und zu ordnen, daß sie immer

mehr Christus gemäß werden (34).

Aber es ist nicht genug, daß das christliche Volk anwesend ist und in einem Volk Fuß gefaßt

hat; es ist auch nicht genug, daß es das Apostolat des Beispiels ausübt. Dazu ist es gegründet

und dazu ist es da, um den nichtchristlichen Mitbürgern in Wort und Werk Christus zu

verkünden und ihnen zur vollen Annahme Christi zu helfen.

Zur Einpflanzung der Kirche und zum Wachstum der christlichen Gemeinschaft aber sind

verschiedene Dienste notwendig; durch göttliche Berufung werden sie in der Gemeinde der

Gläubigen selbst geweckt, und sie müssen von allen sorgfältig gefördert und gepflegt werden.

Dazu gehören das Amt des Priesters, des Diakons, des Katechisten und die Katholische

Aktion. Ebenso leisten Ordensmänner und Ordensfrauen zur Verwurzelung und Festigung der

Herrschaft Christi in den Seelen und zu ihrer Ausbreitung durch ihr Gebet und ihr Wirken

einen unentbehrlichen Dienst.

16. Mit großer Freude dankt die Kirche für das unschätzbare Geschenk des Priesterberufes,

das Gott so vielen jungen Menschen austeilt unter Völkern, die sich erst zu Christus bekehrt

haben; denn die Kirche schlägt in einer menschlichen Gemeinschaft tiefere Wurzeln, wenn

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 12 Ad Gentes

die verschiedenen Gemeinden der Gläubigen aus ihren Reihen ihre eigenen Diener des Heiles

erhalten, die als Bischöfe, Priester und Diakone ihren Brüdern dienen, so daß die jungen

Kirchen langsam diözesanen Aufbau mit eigenem Klerus erlangen.

Was dieses Konzil über priesterliche Berufung und Ausbildung festgesetzt hat, soll man da,

wo die Kirche erst gepflanzt wird, und in den jungen Kirchen treu wahren. Besonders soll

man beachten, was gesagt ist über die enge Verbindung der spirituellen mit der

wissenschaftlichen und pastoralen Ausbildung, über die Lebensweise nach dem Evangelium,

ohne Rücksicht auf eigenen Nutzen oder Familieninteressen, über die Pflege eines tiefen

Verständnisses für das Geheimnis der Kirche. Daraus wird es ihnen wunderbar aufgehen, was

es heißt, sich selbst ganz dem Dienst des Leibes Christi in der Arbeit für das Evangelium zu

weihen, mit dem Bischof als treue Mitarbeiter verbunden zu sein und ihre Arbeit in

Gemeinschaft mit ihren Mitbrüdern zu tun (35).

Um dieses umfassende Ziel zu erreichen, muß die ganze Ausbildung der Alumnen im Licht

des Heilsgeheimnisses geplant werden, wie es in der Schrift enthalten ist. Sie müssen lernen,

dieses Geheimnis Christi und des menschlichen Heils in der Liturgie gegenwärtig zu finden

und in ihrem Leben zu verwirklichen (36).

Diese allgemeinen Erfordernisse der priesterlichen Ausbildung, auch nach der pastoralen und

praktischen Seite, müssen nach den Richtlinien des Konzils (37) mit dem Bemühen

verbunden werden, den besonderen Formen des Denkens und Handelns des eigenen Volkes

entgegenzukommen. Der Geist der Alumnen muß also geöffnet und geschärft werden, damit

sie sich ein gutes Wissen und ein rechtes Urteil über die Kultur des eigenen Volkes erwerben

können. In den philosophischen und theologischen Disziplinen sollen sie die Beziehungen

verstehen, die zwischen ihrer heimatlichen Überlieferung und Religion und der christlichen

Religion bestehen (38). Ebenso muß die Priesterbildung die pastoralen Bedürfnisse des

Landes berücksichtigen. Die Alumnen sollen Geschichte, Zweck und Methode der

missionarischen Tätigkeit der Kirche kennenlernen, ebenso die besonderen sozialen,

wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse des eigenen Volkes.

Sie sollen im Geist des Ökumenismus erzogen und zum brüderlichen Dialog mit den

Nichtchristen gut vorbereitet werden (39). All das verlangt, daß die Studien bis zum

Priestertum soweit wie möglich im Zusammenleben mit dem eigenen Volk und seinen

Lebensgewohnheiten durchgeführt werden (40). Endlich soll man auch für die Ausbildung in

der geordneten kirchlichen Verwaltung sorgen, ja sogar auf wirtschaftlichem Gebiet.

Darüber hinaus soll man geeignete Priester auswählen, die sich nach einiger pastoraler Praxis

in höheren Studien an auswärtigen Universitäten, vor allem in Rom, und an anderen

wissenschaftlichen Instituten weiterbilden sollen, so daß den jungen Kirchen erfahrene

Fachleute aus dem eigenen Klerus für die schwierigeren Aufgaben zur Verfügung stehen.

Wo die Bischofskonferenzen es für gut halten, soll der Diakonat als fester Lebensstand wieder

eingeführt werden, entsprechend den Normen der Konstitution über die Kirche (41); denn es

ist angebracht, daß Männer, die tatsächlich einen diakonalen Dienst ausüben, sei es als

Katechisten in der Verkündigung des Gotteswortes, sei es in der Leitung abgelegener

christlicher Gemeinden im Namen des Pfarrers und des Bischofs, sei es in der Ausübung

sozialer oder caritativer Werke, durch die von den Aposteln her überlieferte Handauflegung

gestärkt und dem Altare enger verbunden werden, damit sie ihren Dienst mit Hilfe der

sakramentalen Diakonatsgnade wirksamer erfüllen können.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 13 Ad Gentes

17. Ebenso verdient die Schar der Katechisten Anerkennung, Männer wie Frauen, die so

große Verdienste um das Werk der Heidenmission haben. Erfüllt von apostolischer

Gesinnung, leisten sie mit vielen Mühen ihren einzigartigen und unersetzlichen Beitrag zur

Verbreitung des Glaubens und der Kirche.

Das Amt der Katechisten hat in unseren Tagen, da es für die Glaubensunterweisung solcher

Massen und den Seelsorgedienst nur wenige Kleriker gibt, allergrößte Bedeutung. Deshalb

muß ihre Ausbildung so vervollkommnet und dem kulturellen Fortschritt angepaßt werden,

daß sie ihr Amt, das durch neue und ausgedehntere Aufgaben erschwert wird, als fähige

Mitarbeiter der Priester möglichst gut ausüben können.

Man muß deshalb die diözesanen und regionalen Schulen vermehren, in denen die

zukünftigen Katechisten die katholische Lehre, mit besonderer Betonung von Schrift und

Liturgie, sowie die katechetischen Methoden und die pastorale Praxis erlernen und sich in

stetiger Übung von Frömmigkeit und sittlichem Leben zu einem christlichen Verhalten bilden

(42). Zusammenkünfte und Kurse soll man ferner veranstalten, durch die die Katechisten in

den Fächern und Fertigkeiten, die zu ihrem Dienst gehören, zu bestimmten Zeiten

Auffrischung erhalten und ihr geistliches Leben genährt und gestärkt wird. Außerdem muß

man denen, die sich hauptamtlich dieser Arbeit widmen, durch gerechte Vergütung einen

gebührenden Lebensstandard und soziale Sicherheit gewährleisten (43).

Es besteht der Wunsch des Konzils, daß durch besondere Mittel der Heiligen Kongregation

zur Verbreitung des Glaubens für Ausbildung und Unterhalt der Katechisten gesorgt werde.

Wenn es für nötig und zweckmäßig gehalten wird, möge ein eigenes Werk für Katechisten

gegründet werden.

Die Kirchen werden auch dankbar die hochherzige Arbeit der Hilfskatechisten anerkennen,

deren Mitwirkung sie brauchen. Sie leiten in ihren Gemeinden die Gebete und geben den

Unterricht. Für ihre wissensmäßige und geistliche Bildung soll ordnungsgemäß gesorgt

werden. Es ist außerdem zu wünschen, daß den entsprechend ausgebildeten Katechisten, wo

es angezeigt erscheint, die kanonische Sendung in einer öffentlichen liturgischen Feier

gegeben werde, damit sie beim Volk in Glaubensfragen größere Autorität genießen.

18. Schon von der Pflanzung der Kirche an soll das Ordensleben eifrig gefördert werden, das

nicht nur für die missionarische Tätigkeit wertvolle und unbedingt notwendige Dienste leistet,

sondern auch durch die in der Kirche vollzogene, innigere Weihe an Gott lichtvoll das

innerste Wesen der christlichen Berufung offenbart und darstellt (44).

Die religiösen Genossenschaften, die bei der Pflanzung der Kirche mitarbeiten, sollen von den

geistlichen Reichtümern ganz durchdrungen sein, die die Ordenstradition der Kirche

auszeichnen, und sie dem Geist und der Anlage eines jeden Volkes entsprechend

auszudrücken und weiterzugeben suchen. Sie sollen sorgfältig überlegen, wie die Tradition

des asketischen und beschaulichen Lebens, deren Keime manchmal alten Kulturen schon vor

der Verkündigung des Evangeliums von Gott eingesenkt wurden, in ein christliches

Ordensleben aufgenommen werden können.

In den jungen Kirchen sollen verschiedene Formen des Ordenslebens entwickelt werden, um

die verschiedenen Aspekte der Sendung Christi und des Lebens der Kirche auszudrücken; sie

sollen sich verschiedenen pastoralen Arbeiten widmen und ihre Mitglieder für sie

ordnungsgemäß vorbereiten. Doch sollen die Bischöfe in ihrer Konferenz darauf achten, daß

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 14 Ad Gentes

nicht Kongregationen mit dem gleichen apostolischen Zweck vervielfacht werden, zum

Schaden des Ordenslebens und des Apostolates.

Besondere Erwähnung verdienen die verschiedenen Unternehmungen, die das beschauliche

Leben verwurzeln sollen; die einen behalten die wesentlichen Elemente der monastischen

Lebensform bei und versuchen, die reiche Tradition ihres Ordens zu verpflanzen. Andere

kehren zu den einfacheren Formen des altkirchlichen Mönchswesens zurück. Alle aber sollen

sich um eine echte Anpassung an die lokalen Verhältnisse bemühen. Das beschauliche Leben

gehört eben zur vollen Anwesenheit der Kirche und muß deshalb überall bei den jungen

Kirchen Eingang finden.

3. Kapitel: Die Teilkirche

19. Die Einpflanzung der Kirche in eine bestimmte Gesellschaft erreicht einen gewissen

Abschluß, wenn die Gemeinschaft der Gläubigen im gesellschaftlichen Leben verwurzelt und

der örtlichen Kultur in etwa angepaßt ist und so schon Stetigkeit und Festigkeit besitzt. Das

heißt: es steht ihr schon eine wenn auch noch nicht genügend große Zahl von einheimischen

Priestern sowie von Ordensleuten und Laien zur Verfügung, und sie ist mit den Ämtern und

Einrichtungen ausgestattet, die notwendig sind, um unter der Leitung des Bischofs das Leben

des Gottesvolkes zu führen und auszubreiten.

In diesen jungen Kirchen muß das Leben des Gottesvolkes auf allen Gebieten des christlichen

Lebens reifen, das nach den Richtlinien dieses Konzils zu erneuern ist. Die Gemeinden der

Gläubigen werden immer mehr zu bewußt-lebendigen Gemeinschaften des Glaubens, der

Liturgie und der Liebe; die Laien bemühen sich in ihrer weltlichen und apostolischen

Tätigkeit, eine Ordnung der Liebe und der Gerechtigkeit im Staatswesen aufzubauen; man

benützt die publizistischen Mittel nach Tunlichkeit und mit Klugheit; durch ein wahrhaft

christliches Leben werden die Familien zu Pflanzstätten des Laienapostolates, sowie für

Priester- und Ordensberufe. Der Glaube wird in angepaßter Katechese gelehrt, in einer dem

Volkscharakter harmonierenden Liturgie gefeiert und findet durch entsprechende kirchliche

Gesetzgebung Eingang in die wertvollen Einrichtungen und Gepflogenheiten des Landes.

Die Bischöfe aber sollen zusammen mit ihrem Priesterkollegium, mehr und mehr

durchdrungen vom Geist Christi und der Kirche, in Verbindung mit der Gesamtkirche denken

und leben. Die Gemeinschaft der jungen Kirchen mit der ganzen Kirche muß sehr eng

bleiben; deren Traditionselemente sollen sie mit der eigenen Kultur verbinden, um durch den

gegenseitigen Austausch von Kräften das Leben des mystischen Leibes zu entfalten (1). Man

soll deshalb die theologischen, psychologischen und menschlichen Ansätze auswerten, die

dazu beitragen können, den Sinn für die Gemeinschaft mit der Gesamtkirche zu entwickeln.

Diese Kirchen sind jedoch häufig in den ärmeren Gebieten der Erde gelegen und leiden meist

noch schwer unter Priestermangel und materieller Not. Sie sind deshalb sehr darauf

angewiesen, daß die fortgesetzte Missionstätigkeit der ganzen Kirche ihnen die Hilfe bringt,

die vor allem dem Wachstum und der Reifung des christlichen Lebens der Ortskirche dienen

soll. Diese Missionstätigkeit soll auch den schon lange gegründeten Kirchen, die sich in

einem Zustand des Rückschritts oder der Schwäche befinden, Hilfe bringen.

Indes sollen diese Kirchen ein gemeinsames pastorales Programm und geeignete

Unternehmen einleiten, durch die die Berufe zum Diözesanklerus und zu den Orden

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 15 Ad Gentes

zahlenmäßig vermehrt, sorgfältiger ausgewählt und wirksamer gepflegt werden (2), so daß sie

allmählich für sich selber sorgen und anderen Hilfe bringen können.

20. Da die Teilkirche ein getreues Abbild der Gesamtkirche sein muß, soll sie sich auch ihrer

Sendung an diejenigen, die mit ihr im gleichen Raum leben und noch nicht an Christus

glauben, wohl bewußt sein, damit sie durch das Zeugnis des Lebens, der einzelnen sowohl

wie der ganzen Gemeinde, ein Zeichen sei, das auf Christus hinweist.

Darüber hinaus ist der Dienst des Wortes notwendig, damit das Evangelium alle erreiche.

Vor allem muß der Bischof Verkünder des Glaubens sein, der neue Jünger Christus zuführen

soll (3). Um diese hohe Aufgabe richtig zu erfüllen, muß er sowohl die Situation seiner Herde

genau kennen als auch die Vorstellungen, die seine Landsleute sich zuinnerst von Gott

gebildet haben. Dabei muß er auch auf die Wandlungen sorgfältig achthaben, die die

Verstädterung, die Wanderung der Bevölkerung und der religiöse Indifferentismus bewirken.

Die einheimischen Priester sollen in den jungen Kirchen mit Eifer das Werk der

Glaubensverkündigung in Angriff nehmen; dabei sollen sie mit den auswärtigen Missionaren

zusammenarbeiten, mit denen sie, geeint unter der Autorität des Bischofs, eine einzige

Priesterschaft bilden, und zwar nicht nur zur Betreuung der Gläubigen und zur Feier des

Gottesdienstes, sondern auch zur Predigt des Evangeliums denen, die draußen sind. Sie sollen

bereit sein, sich bei gegebener Gelegenheit sogar frohgemut ihrem Bischof zur Verfügung zu

stellen, um die Missionsarbeit in entlegenen und vernachlässigten Distrikten der eigenen

Diözese oder auch in anderen Diözesen aufzunehmen. Mit gleichem Eifer sollen sich die

Ordensmänner und Ordensfrauen und ebenso die Laien für ihre Mitbürger, zumal die

ärmeren, einsetzen.

Die Bischofskonferenzen sollen dafür sorgen, daß in bestimmten Zeitabständen Kurse zur

exegetischen, theologischen, spirituellen und pastoralen Auffrischung stattfinden, damit der

Klerus bei der Vielfalt und dem Wechsel der Verhältnisse eine vollere Kenntnis der

theologischen Wissenschaften und der pastoralen Methoden erhalte. Im übrigen soll man treu

befolgen, was dieses Konzil vor allem im Dekret über den Dienst und das Leben der Priester

festgesetzt hat.

Um diese Missionsarbeit der Teilkirche auszuführen, sind geeignete Helfer erforderlich, und

sie sind rechtzeitig in einer Weise vorzubereiten, die der Situation der einzelnen Kirche

entspricht. Da aber die Menschen mehr und mehr zu Gruppen zusammenwachsen, ist es sehr

angebracht, wenn sich die Bischofskonferenzen gemeinsam über den Dialog mit diesen

Gruppen beraten. Wenn sich aber in manchen Gegenden Gruppen von Menschen finden, die

von der Annahme des katholischen Glaubens dadurch abgehalten werden, daß sie sich der

besonderen Erscheinungsweise der Kirche in ihrer Gegend nicht anpassen können, so wird

vorgeschlagen, daß für eine solche Situation in besonderer Weise (4) Sorge getragen werde,

bis alle Christen in einer Gemeinschaft vereint werden können. Wenn der Apostolische Stuhl

zu diesem Zweck Missionare zur Verfügung haben sollte, mögen die betreffenden Bischöfe

sie in ihre Diözesen rufen oder sie gern aufnehmen und ihre Bemühungen tatkräftig

unterstützen.

Damit dieser missionarische Eifer bei den eigenen Landsleuten blühe, ist es sehr nützlich, daß

die jungen Kirchen sobald wie möglich an dem gesamten Missionswerk der Kirche aktiven

Anteil nehmen, indem sie selbst Missionare ausschicken, die überall in der Welt das

Evangelium verkünden sollen, auch wenn sie selbst an Priestermangel leiden; denn die

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 16 Ad Gentes

Gemeinschaft mit der Gesamtkirche findet gleichsam ihre Krönung, wenn sie selbst an der

Missionsarbeit bei anderen Völkern tätig teilnehmen.

21. Die Kirche ist nicht wirklich gegründet, hat noch nicht ihr volles Leben, ist noch nicht

ganz das Zeichen Christi unter den Menschen, wenn nicht mit der Hierarchie auch ein wahrer

Laienstand da ist und arbeitet; denn das Evangelium kann nicht in Geist, Leben und Arbeit

eines Volkes tief Wurzel schlagen ohne die tätige Anwesenheit der Laien. Deshalb muß schon

bei der Gründung der Kirche auf die Entwicklung eines reifen christlichen Laienstandes

geachtet werden.

Denn die gläubigen Laien gehören gleichzeitig ganz zum Gottesvolk und ganz zur

bürgerlichen Gesellschaft: Zu ihrem Volk gehören sie, in dem sie geboren wurden, an dessen

Kulturgütern sie durch die Erziehung teilzunehmen begonnen haben, mit dessen Leben sie

durch viele gesellschaftliche Bande verbunden sind, an dessen Aufstieg sie durch ihre eigenen

Anstrengungen in ihrem Beruf mitarbeiten, dessen Probleme sie als ihre eigenen empfinden

und zu lösen suchen. Sie gehören ebenso Christus an, da sie in der Kirche wiedergeboren sind

durch Glaube und Taufe, damit sie in der Neuheit des Lebens und Arbeitens Christus zu eigen

seien (5) und damit in Christus alles Gott unterworfen werde und endlich Gott sei alles in

allem (6).

Hauptaufgabe der Laien, der Männer und der Frauen, ist das Christuszeugnis, das sie durch

Leben und Wort in ihrer Familie, in ihrer Gesellschaftsschicht und im Bereich ihrer

Berufsarbeit geben müssen. Denn es muß in ihnen der neue Mensch erscheinen, der nach

Gottes Bild in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit geschaffen ist (7). Diese Neuheit des

Lebens aber müssen sie im Bereich der heimatlichen Gesellschaft und Kultur ausdrücken, den

Traditionen des eigenen Volkes entsprechend. Sie selbst müssen diese Kultur kennen, sie

heilen und bewahren, sie müssen sie im Zug der modernen Entwicklung entfalten und endlich

in Christus vollenden, so daß der Christusglaube und das Leben der Kirche der Gesellschaft,

in der sie leben, nicht mehr äußerlich sei, sondern sie zu durchdringen und zu verwandeln

beginne.

Ihren Mitbürgern seien sie in aufrichtiger Liebe verbunden, so daß in ihrem Umgang das neue

Band der Einheit und der universalen Solidarität sichtbar werde, die aus dem Geheimnis

Christi stammt. Auch sollen sie den Glauben an Christus unter denen verbreiten, mit denen sie

durch Bande des täglichen Lebens und des Berufes verbunden sind. Diese Pflicht ist um so

dringender, weil die meisten Menschen nur durch benachbarte Laien das Evangelium hören

und Christus kennenlernen können. Ja, wo es möglich ist, sollen Laien bereit sein, in noch

unmittelbarerer Zusammenarbeit mit der Hierarchie die besondere Sendung zu erfüllen: das

Evangelium zu verkünden und christlichen Unterricht zu erteilen, um der werdenden Kirche

die Kraft zu vermehren.

Die Diener der Kirche sollen das Apostolat der Laien hoch bewerten. Sie sollen die Laien

formen, daß sie sich als Glieder Christi ihrer Verantwortung für alle Menschen bewußt

werden; sie sollen ihnen das Geheimnis Christi tief erschließen, sie sollen sie auch in die

methodische Arbeit einführen und ihnen in Schwierigkeiten zur Seite stehen, im Geiste der

Konstitution über die Kirche und des Dekrets über das Laienapostolat.

Hirten und Laien haben also ihre besonderen Aufgaben und ihre eigene Verantwortung, und

so soll die ganze junge Kirche ein einziges Zeugnis Christi geben, lebendig und stark, auf daß

sie ein leuchtendes Zeichen des Heils sei, das in Christus zu uns gekommen ist.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 17 Ad Gentes

22. Das Saatkorn, das heißt das Wort Gottes, sprießt aus guter, von himmlischem Tau

befeuchteter Erde, zieht aus ihr den Saft, verwandelt ihn und assimiliert ihn sich, um viele

Frucht zu bringen. In der Tat nehmen die jungen Kirchen, verwurzelt in Christus, gebaut auf

das Fundament der Apostel, nach Art der Heilsordnung der Fleischwerdung in diesen

wunderbaren Tausch alle Schätze der Völker hinein, die Christus zum Erbe gegeben sind (8).

Aus Brauchtum und Tradition ihrer Völker, aus Weisheit und Wissen, aus Kunststil und

Fertigkeit entlehnen sie alles, was beitragen kann, die Ehre des Schöpfers zu preisen, die

Gnade des Erlösers zu verherrlichen, das Christenleben recht zu gestalten (9).

Um dieses Ziel zu verwirklichen, muß in jedem sozio-kulturellen Großraum die theologische

Besinnung angespornt werden, die im Licht der Tradition der Gesamtkirche die von Gott

geoffenbarten Taten und Worte, die in der Heiligen Schrift aufgezeichnet sind und von

Kirchenvätern und Lehramt erläutert werden, aufs neue durchforscht.

So wird man klarer erfassen, auf welchen Wegen der Glaube, unter Benutzung der

Philosophie und Weisheit der Völker, dem Verstehen näherkommen kann und auf welche

Weise die Gepflogenheiten, die Lebensauffassung und die soziale Ordnung mit dem durch die

göttliche Offenbarung bezeichneten Ethos in Einklang gebracht werden können. Von da

öffnen sich Wege zu einer tieferen Anpassung im Gesamtbereich des christlichen Lebens.

Wenn man so vorangeht, wird jeder Anschein von Synkretismus und falschem

Partikularismus ausgeschlossen; das christliche Leben wird dem Geist und der Eigenart einer

jeden Kultur angepaßt (10); die besonderen Traditionen, zusammen mit den vom Evangelium

erleuchteten Gaben der verschiedenen Völkerfamilien, werden in die katholische Einheit

hineingenommen. So haben schließlich die jungen Teilkirchen mit dem ganzen Reichtum

ihrer Überlieferung ihren Platz in der kirchlichen Gemeinschaft, unter voller Wahrung des

Primates des Stuhles Petri, der in der ganzen Gemeinschaft der Liebe den Vorsitz führt (11).

Es ist zu wünschen, ja überaus angebracht, daß die Bischofskonferenzen innerhalb der soziokulturellen

Großräume unter sich Verbindung aufnehmen, damit sie in gemeinsamer

Überlegung einmütig dieses Ziel der Anpassung verfolgen können.

Kapitel 4: Die Missionare

23. Obwohl jedem Jünger Christi die Pflicht obliegt, nach seinem Teil den Glauben

auszusäen1, beruft Christus der Herr aus der Schar der Jünger immer wieder solche, die er

selbst will, damit sie bei ihm seien und er sie zur Verkündigung bei den Völkern aussende (2).

Deshalb regt er durch den Heiligen Geist, der seine Gnadengaben, wie er will, zum

allgemeinen Nutzen austeilt (3), im Herzen einzelner die Berufung zum Missionar an und

erweckt gleichzeitig in der Kirche Institute (4), welche die Pflicht der

Evangeliumsverkündigung, die der gesamten Kirche obliegt, gewissermaßen als ihre ureigene

Aufgabe auf sich nehmen.

Denn durch eine besondere Berufung sind diejenigen gezeichnet, die, im Besitz der

erforderlichen natürlichen Anlagen, nach Begabung und Charakter geeignet sind, die

Missionsarbeit auf sich zu nehmen (5), seien es Einheimische oder Auswärtige: Priester,

Ordensleute oder Laien. Ausgesondert zu dem Werk, zu dem sie berufen sind (6), gehen sie,

von der rechtmäßige Autorität gesandt, in gläubigem Gehorsam hinaus zu jenen, die fern von

Christus sind - Diener des Evangeliums, "damit die Heiden als Opfergabe wohlgefällig

werden, geheiligt durch den Heiligen Geist" (Röm 15,16).

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 18 Ad Gentes

24. Wenn Gott ruft, muß der Mensch Antwort geben, und zwar so, daß er nicht Fleisch und

Blut zu Rate zieht (7), sondern sich ganz dem Dienst am Evangelium verschreibt. Eine solche

Antwort kann der Mensch nur geben, wenn der Heilige Geist ihn treibt und ihm Kraft gibt.

Tritt doch der Gesandte in das Leben und die Sendung dessen ein, der "sich selbst entäußert

und Knechtsgestalt angenommen hat" (Phil 2,7). So muß der Missionar bereit sein, sein Leben

hindurch zu dem an ihn ergangenen Ruf zu stehen, sich selbst und allem, was er bislang als

sein angesehen hat, zu entsagen, um allen alles zu werden (8).

Wenn er den Völkern die frohe Botschaft verkündet, mache er mit Freimut das Geheimnis

Christi, an dessen Stelle er steht, kund. Deshalb habe er in ihm den Mut, so wie es seine

Pflicht ist, zu reden (9) und sich des Ärgernisses des Kreuzes nicht zu schämen. In der

Nachfolge seines Meisters, der sanft und von Herzen demütig war, mache er begreiflich, daß

sein Joch nicht drückt und seine Bürde nicht lastet (10). Durch ein Leben ganz nach den

Evangelium (11), in großer Geduld, in Langmut und Güte und in aufrichtiger Liebe (12) lege

er Zeugnis ab für seinen Herrn, wenn es sein muß bis zur Hingabe des Lebens.

Die Kraft und Tapferkeit dazu wird er im Gebet von Gott erlangen, und so wird er erfahren,

daß aus aller Prüfung durch Trübsal und bitterste Armut übergrosse Freude strömt (13). Er sei

überzeugt, daß der Gehorsam die besondere Tugend des Dieners Christi ist, der durch seinen

Gehorsam das Menschengeschlecht erlöst hat.

Damit die Herolde der Frohbotschaft die Gnade, die ihnen geworden ist, nicht geringachten,

sollen sie sich täglich im Geist erneuern (14). Die Ordinarien und die Oberen aber sollen die

Missionare in bestimmten Zeitabständen versammeln, damit sie durch die Hoffnung ihrer

Berufung gefestigt und im apostolischen Dienst neu ausgerichtet werden, gegebenenfalls in

eigens dazu gegründeten Häusern.

25. Auf seine so hohe Aufgabe muß der künftige Missionar durch eine besondere geistliche

und sittliche Formung vorbereitet werden (15). Der Missionar muß initiativfreudig sein,

beharrlich in der Durchführung von Unternehmen und ausdauernd in Schwierigkeiten.

Geduldig und starkmütig muß er Einsamkeit, Ermüdung und Mißerfolge tragen lernen. In

geistiger Aufgeschlossenheit und Offenheit des Herzens muß er auf die Menschen zugehen

können.

Aufgaben, die ihm übertragen werden, wird er bereitwillig annehmen. Selbst fremd

anmutenden Bräuchen des Volkes muß er sich ebenso wie neu entstehenden Situationen

bereitwilligst anzupassen wissen. In aller Eintracht und in gegenseitiger Liebe wird er mit

seinen Mitbrüdern und allen, die sich der gleichen hohen Aufgabe widmen, im Team

zusammenarbeiten. So werden sie zusammen mit den Gläubigen ein Abbild der apostolischen

Gemeinde bieten und ein Herz und eine Seele sein (16).

Eine solche Geisteshaltung muß schon in der Zeit der Vorbereitung eifrigst eingeübt und

gepflegt und im geistlichen Leben aufbereitet und genährt werden. Von lebendigem Glauben

und unerschütterlicher Hoffnung durchdrungen, muß der Missionar ein Mann des Gebetes

sein. Er erglühe vom Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit (17); er lerne, mit

seinen Verhältnissen zufrieden zu sein (18). In Opfergesinnung trage er an seinem Leibe das

Todesleiden Jesu, damit das Leben Jesu in denen wirksam werde, zu denen er gesandt ist (19).

Im Eifer für die Seelen bringe er gern Opfer, ja opfere er sich selbst für die Seelen auf (20).

So wird er "durch seine tägliche Pflichterfüllung in der Liebe zu Gott und zum Nächsten

wachsen" (21). Auf diese Weise führt er, mit Christus dem Willen des Vaters gehorchend, die

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 19 Ad Gentes

Sendung Jesu im Gehorsam gegen die kirchliche Autorität weiter und wirkt am Geheimnis

des Heils mit.

26. Die zu den verschiedenen Völkern ausgesandt werden, sollen "durch die Worte des

Glaubens und der guten Lehre zu tüchtigen Dienern Christi herangebildet werden" (1 Tim

4,6). Sie schöpfen sie vor allem aus der Heiligen Schrift, indem sie tief in das Geheimnis

Christi einzudringen versuchen, dessen Herolde und Zeugen sie sein sollen.

Deshalb sind alle Missionare - Priester, Brüder, Schwestern und Laien - entsprechend ihrem

Stand vorzubereiten und auszubilden, damit sie den Anforderungen ihrer künftigen Arbeit

gerecht werden können (22). Ihre wissenschaftliche Ausbildung soll gleich von Anfang an

sowohl der Universalität der Kirche als auch der Andersartigkeit der Völker Rechnung tragen.

Dieser Grundsatz gilt für alle Disziplinen, die sie auf ihren künftigen Dienst vorbereiten; er

gilt aber auch für die übrigen Wissenschaften, in denen sie nutzbringend unterrichtet werden,

um eine allgemeine Kenntnis der Völker, ihrer Kulturen und Religionen zu besitzen, die nicht

nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart berücksichtigt. Denn wer sich zu einem

anderen Volk begeben will, muß dessen Erbe, Sprache und Brauchtum hochachten. Vor allem

soll der künftige Missionar sich mit missionswissenschaftlichen Studien befassen, das heißt,

er soll die Lehre und die Grundsätze der Kirche bezüglich der Missionstätigkeit kennen; er

soll wissen, welche Wege die Boten des Evangeliums im Lauf der Jahrhunderte gegangen

sind; er soll die gegenwärtige Missionssituation kennen und die Methoden, die heutzutage als

besonders erfolgreich gelten (23).

Wenn auch diese gesamte Ausbildung vom Geist pastoraler Sorge durchdrungen sein muß, so

soll dennoch eine eigene und planmäßige Anleitung zum Apostolat geboten werden, sowohl

in der Theorie wie durch praktische Übungen (24).

Von den Brüdern und Schwestern sollen möglichst viele katechetisch geschult und gut

ausgebildet werden, damit sie noch besser im Apostolat mitwirken können.

Auch wer auf Zeit Aufgaben der Missionsarbeit übernimmt, soll unbedingt eine

entsprechende Vorbildung erwerben. Diese Ausbildungsfächer sollen in den Ländern, in

welche die Missionare gesandt werden, so ergänzt werden, daß sie ausführlicher die

Geschichte, das gesellschaftliche Gefüge und das Brauchtum der Völker kennenlernen und

tieferen Einblick gewinnen in die sittliche Ordnung, die religiösen Vorschriften und die

Vorstellungen, die sie sich nach den ihnen heiligen Überlieferungen über Gott, Welt und

Mensch zuinnerst gebildet haben (25). Ihre Sprachen sollen sie so gründlich erlernen, daß sie

sich fließend und gewandt ihrer bedienen können und dadurch leichteren Zugang zu Geist und

Herz der Menschen finden (26). Außerdem müssen sie in die besonderen pastoralen

Erfordernisse gut eingeführt werden.

Einige aber sollen an missionswissenschaftlichen Instituten oder sonstigen Fakultäten und

Universitäten eine gründlichere Ausbildung erhalten, damit sie Spezialaufgaben wirksamer

wahrnehmen (27) und den übrigen Missionaren durch ihr Fachwissen Hilfe in der

Missionsarbeit leisten können, die zumal in unserer Zeit so viele Schwierigkeiten und

Möglichkeiten bietet. Außerdem wäre sehr zu wünschen, daß die regionalen

Bischofskonferenzen genügend viele solcher Fachleute zur Verfügung hätten und sich ihres

Wissens und ihrer Erfahrung in den schwer zu lösenden Aufgaben ihres Amtes mit Gewinn

bedienen könnten. Auch sollte es nicht an Spezialisten fehlen, die die Hilfsmittel der Technik

und der Publizistik, deren Bedeutung niemand unterschätzen sollte, vollendet zu handhaben

verstehen.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 20 Ad Gentes

27. Wenn auch dies alles für jeden, der zu den Völkern gesandt wird, unbedingt notwendig ist,

kann es doch kaum wirklich von einzelnen erreicht werden. Da auch die Missionsarbeit, wie

die Erfahrung beweist, von einzelnen nicht geleistet werden kann, hat die gemeinsame

Berufung die einzelnen zu Gemeinschaften vereinigt, in denen sie mit vereinten Kräften

zweckentsprechend ausgebildet werden sollen und das Missionswerk im Auftrag der Kirche

und auf Geheiß der hierarchischen Autorität durchführen wollen.

Diese Institute haben sich ganz oder mit einem Teil ihrer Mitglieder der Missionsarbeit

geweiht und seit Jahrhunderten Last und Hitze des Tages getragen. Oft sind ihnen vom

Heiligen Stuhl weite Gebiete zur Evangelisation übertragen worden, in denen sie Gott ein

neues Volk gesammelt haben: die Ortskirche, die um ihre eigenen Hirten geschart ist. Diesen

Kirchen, die sie mit ihrem Schweiß, oft sogar mit ihrem Blut gegründet haben, werden die

Institute mit ihrem Eifer und ihrer Erfahrung weiterhin zu Diensten sein und in brüderlicher

Zusammenarbeit Seelsorge ausüben oder Sonderaufgaben zum allgemeinen Wohl ausführen.

Manchmal werden sie im Bereich einer ganzen Region dringlichere Aufgaben übernehmen,

wie z. B. die Verkündigung des Evangeliums bei Gruppen oder Völkerschaften, die aus

bestimmten Gründen die Frohbotschaft noch nicht gehört oder ihr bislang widerstanden haben

(28).

Wo es nötig ist, werden sie bereit sein, jene, die sich auf Zeit der Missionstätigkeit widmen

wollen, durch ihre Erfahrung vorzubereiten und ihnen zu helfen.

Aus all diesen Gründen und weil es noch viele Völker gibt, die zu Christus geführt werden

müssen, bleiben die Institute vollauf unentbehrlich.

5. Kapitel: Die Ordnung der missionarischen Tätigkeit

28. Da die Christgläubigen verschiedenartige Gnadengeschenke haben (1), soll ein jeder nach

Gelegenheit, Fähigkeit, Gnadengabe und Amt (2) am Evangelium mitwirken; alle, die säen

und ernten (3), die pflanzen und begießen, sollen eins sein (4), damit sie "auf dasselbe Ziel

hin sich frei und in geordneter Weise zusammentun" (5) und eines Sinnes ihre Kräfte

einsetzen zur Auferbauung der Kirche.

Aus diesem Grunde ist es notwendig, die Arbeiten der Künder der Frohbotschaft und die

Hilfeleistungen der übrigen Christgläubigen so zu lenken und zusammenzufassen, daß in

sämtlichen Bereichen der Missionsarbeit und der Missionshilfe "alles in der rechten Ordnung

geschehe" (1 Kor 14,40).

29. Da die Sorge für die weltweite Verkündigung des Evangeliums besonders bei der

Gemeinschaft der Bischöfe liegt (6), möge die Bischofssynode oder "der beständige, für die

ganze Kirche zuständige Rat der Bischöfe" (7) unter den Obliegenheiten von allgemeiner

Bedeutung (8) der missionarischen Tätigkeit als der wichtigsten und heiligsten Aufgabe der

Kirche (9) besondere Aufmerksamkeit zuwenden.

Für alle Missionen und die gesamte missionarische Tätigkeit soll nur eine einzige

Kongregation zuständig sein, nämlich die "Zur Verbreitung des Glaubens"; ihr steht es zu, die

missionarischen Belange auf der ganzen Welt, die Missionsarbeit und die Missionshilfe, zu

leiten und zu koordinieren, unbeschadet jedoch des Rechtes der Orientalischen Kirchen (10).

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 21 Ad Gentes

Wenn der Heilige Geist auch auf vielfache Weise den Missionsgeist in der Kirche Gottes

weckt und nicht selten der Tätigkeit derer, die das Leben der Kirche zu leiten haben,

vorauseilt, so soll diese Kongregation doch ihrerseits die missionarische Berufung und

Spiritualität, den Eifer und das Gebet für. die Missionen sowie eine zuverlässige und

ausreichende Nachrichtenvermittlung über sie fördern; sie soll sich um Missionare bemühen

und sie entsprechend der Vordringlichkeit der Bedürfnisse in den einzelnen Gebieten

verteilen. Von ihr sollen ein geplantes Arbeitsprogramm entworfen, angepaßte Direktiven und

Prinzipien für die Evangelisierung erarbeitet, Impulse gegeben werden. Von ihr soll die

wirksame Beschaffung der materiellen Hilfsmittel angeregt und koordiniert werden, die dann

unter Berücksichtigung der Notwendigkeit oder Nützlichkeit, nach der Größe der kirchlichen

Distrikte, nach der Zahl der Gläubigen und Ungläubigen, der Werke und Institute, der Helfer

und Missionare verteilt werden sollen.

Gemeinsam mit dem Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen suche sie Wege und

Mittel, um eine brüderliche Zusammenarbeit mit den Missionsunternehmungen anderer

christlicher Gemeinschaften zu ermöglichen und zu ordnen, damit man so miteinander leben

könne, daß das Ärgernis der Spaltung soweit wie möglich beseitigt werde.

Deshalb ist es nötig, daß diese Kongregation sowohl ein Instrument der Verwaltung als auch

ein Organ dynamischer Steuerung sei, das sich wissenschaftlicher Methoden und zeitgemäßer

Arbeitsinstrumente bedient und dabei den heutigen theologischen, methodologischen und

missionspastoralen Forschungsergebnissen Rechnung trägt.

An der Leitung dieser Kongregation sollen ausgewählte Vertreter all derer wirksamen Anteil

mit entscheidender Stimme haben, die am Missionswerk mitarbeiten: Bischöfe aus der ganzen

Welt, nach Anhören der Bischofskonferenzen, wie auch Leiter der Institute und der

Päpstlichen Missionswerke. Verfahrensweise und Verfassung werden vom Papst festgelegt.

Sie alle sind in bestimmten Zeitabständen zusammenzurufen, um unter der Autorität des

Papstes die oberste Leitung des gesamten Missionswerkes auszuüben.

Der Kongregation soll ein ständiger Kreis fachmännischer Berater von bewährter Kenntnis

und Erfahrung zur Verfügung stehen. Ihre Aufgabe wird unter anderem darin bestehen, über

die besonderen Verhältnisse der verschiedenen Gebiete und die geistige Orientierung der

verschiedenen Menschengruppen sowie auch über die anzuwendenden

Evangelisierungsmethoden brauchbare Informationen zu sammeln und wissenschaftlich

begründete Folgerungen für die Missionsarbeit und die Missionshilfe vorzulegen.

Die Schwesterngenossenschaften, die regionalen Missionswerke wie auch die

Laienorganisationen - zumal die internationalen - seien in einer angemessenen Weise

vertreten.

30. Um das Ziel der Missionsarbeit tatsächlich zu erreichen, sollen alle, die im Missionsdienst

tätig sind, "ein Herz und eine Seele" (Apg 4,32) sein. Obliegenheit des Bischofs als des

Leiters und des einigenden Zentrums im diözesanen Apostolat ist es, die missionarische

Tätigkeit voranzutreiben, zu lenken und zu koordinieren, so jedoch, daß die spontane

Initiative derer, die am Werk beteiligt sind, erhalten und gefördert werde.

Ihm sind alle Missionare, auch die exemten Religiosen, bei den verschiedenen Arbeiten

unterstellt, die zur Ausübung des Apostolates gehören (11). Zur besseren Koordinierung

schaffe der Bischof nach Möglichkeit einen Seelsorgerat, in welchem die Kleriker, Religiosen

und Laien durch ausgewählte Delegierte vertreten seien. Überdies möge er Sorge tragen, daß

die apostolische Tätigkeit nicht auf die schon Bekehrten beschränkt bleibe, daß vielmehr ein

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 22 Ad Gentes

angemessener Anteil der Mitarbeiter und der Mittel für die Evangelisierung der Nichtchristen

bestimmt werde.

31. Die Bischofskonferenzen mögen schwerwiegendere Fragen und dringende Probleme in

gemeinsamer Beratung behandeln, ohne jedoch örtlich gegebene Unterschiede unbeachtet zu

lassen (12). Damit die unzureichende Zahl der Kräfte und Mittel nicht zersplittert und die

Unternehmungen nicht unnötigerweise vervielfältigt werden, wird empfohlen, Werke, die

dem Wohl aller dienen, mit vereinten Kräften zu gründen, wie z.B. Seminarien, höhere und

technische Schulen, Zentren für Pastoral, Katechetik, Liturgik und Publizistik. Wenn

zweckmäßig, möge eine derartige Zusammenarbeit auch zwischen verschiedenen

Bischofskonferenzen aufgenommen werden.

32. Wünschenswert ist ebenfalls eine Koordinierung der von den Instituten und kirchlichen

Vereinigungen ausgeübten apostolischen Tätigkeit. Sie alle, gleich welcher Art sie sind,

sollen sich in allem, was die missionarische Tätigkeit betrifft, dem Ortsordinarius zur

Verfügung halten. Deswegen wird es von großem Nutzen sein, besondere UÅNbereinkünfte zu

treffen, wodurch die Beziehungen zwischen dem Ortsordinarius und dem Leiter des Instituts

geregelt werden.

Wenn einem Institut ein Territorium anvertraut wurde, mögen der kirchliche Obere und das

Institut es sich angelegen sein lassen, alles daraufhin anzulegen, daß die neue christliche

Gemeinschaft zur Ortskirche heranwachse, die zu gegebener Zeit von einem eigenen Hirten

mit seinem eigenen Klerus geleitet werde.

Hört die Überlassung eines Gebietes auf, entsteht eine neue Situation. Die

Bischofskonferenzen und die Institute sollen in gemeinsamen Überlegungen die Richtlinien

festlegen, die die Beziehungen zwischen den Ortsordinarien und den Instituten regeln (13).

Sache des Heiligen Stuhles aber wird es sein, allgemeine Grundsätze zu umreißen, nach denen

regionale oder auch partikulare UÅNbereinkünfte getroffen werden.

Obwohl die Institute bereit sein werden, das begonnene Werk durch Mitwirken in der

ordentlichen Seelsorge fortzusetzen, soll doch bei Zunahme des Ortsklerus Vorsorge getroffen

werden, daß die Institute, sofern dies ihren Zielen entspricht, der Diözese treu bleiben und

grosszügig besondere Aufgaben oder einen bestimmten Gebietsteil in ihr übernehmen.

33. Institute, die in dem gleichen Territorium missionarisch tätig sind, mögen auf Wege und

Mittel bedacht sein, ihre Arbeiten zu koordinieren. Deshalb sind Religiosenkonferenzen und

Vereinigungen der weiblichen Ordensgemeinschaften, in denen alle Institute derselben Nation

oder Region vertreten sind, von größtem Nutzen. Diese Konferenzen sollen überlegen, was in

gemeinsamem Bemühen durchgeführt werden kann, und enge Verbindung mit den

Bischofskonferenzen halten.

Dies alles wäre in gleicher Weise auch auf die Zusammenarbeit der Missionsinstitute in der

Heimat auszudehnen, so daß die Fragen und Aufgaben, die allen gemeinsam sind, leichter und

mit geringeren Ausgaben gelöst und durchgeführt werden können, wie zum Beispiel die

wissenschaftliche Ausbildung der zukünftigen Missionare, Kurse für Missionare,

Beziehungen zu den öffentlichen Behörden oder zu den internationalen und übernationalen

Organisationen.

34. Eine sach- und ordnungsgemäße Ausübung der missionarischen Tätigkeit verlangt eine

wissenschaftliche Vorbereitung der Missionare auf ihre Aufgaben, vor allem auf den Dialog

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 23 Ad Gentes

mit den nichtchristlichen Religionen und Kulturen. Diese wird ihnen bei der tatsächlichen

Durchführung ihrer Arbeit eine wirksame Hilfe bedeuten. Darum ist es wünschenswert, daß

wissenschaftliche Institute, die Missiologie und andere den Missionen dienliche Fachgebiete

und Wissenschaften, wie Ethnologie und Sprachkunde, Religionsgeschichte und

Religionswissenschaft, Soziologie, Pastoralwissenschaft und ähnliches, betreiben, zum Wohl

der Missionen untereinander brüderlich und grosszügig zusammenarbeiten.

6. Kapitel: Die gesamtkirchliche Missionshilfe

35. Da die ganze Kirche missionarisch und das Werk der Evangelisation eine Grundpflicht

des Gottesvolkes ist, lädt die Heilige Synode alle zu einer tiefgreifenden, inneren Erneuerung

ein, damit sie im lebendigen Bewußtsein der eigenen Verantwortung um die Ausbreitung des

Evangeliums ihren Anteil am Missionswerk bei den Völkern übernehmen.

36. Als Glieder des lebendigen Christus, durch Taufe, Firmung und Eucharistie ihm

eingegliedert und gleichgestaltet, ist allen Gläubigen die Pflicht auferlegt, an der Entfaltung

und an dem Wachstum seines Leibes mitzuwirken, damit dieser so bald wie möglich zur

Vollgestalt gelange (1).

Deshalb mögen alle Kinder der Kirche ein lebendiges Verantwortungsbewußtsein gegenüber

der Welt besitzen, eine wahrhaft katholische Gesinnung in sich hegen und ihre Kräfte für das

Werk der Evangelisierung einsetzen. Doch seien alle eingedenk, daß die erste und wichtigste

Verpflichtung bei der Ausbreitung des Glaubens darin besteht, ein tiefchristliches Leben zu

führen. Ihr Eifer im Dienste Gottes und ihre Liebe zum Nächsten werden der ganzen Kirche

neuen geistlichen Antrieb verleihen, so daß sie als Zeichen erscheint, aufgerichtet unter den

Völkern (2), als "Licht der Welt" (Mt 5,14) und als "Salz der Erde" (Mt 5,13).

Dieses Zeugnis des Lebens wird eher seine Wirkung hervorbringen, wenn es - nach den

Richtlinien des Dekrets über den Ökumenismus (3) - zusammen mit anderen christlichen

Gruppen abgelegt wird. Aus diesem erneuerten Geiste werden spontan Gebete und Bußwerke

Gott dargebracht werden, damit seine Gnade die Arbeit der Missionare befruchte;

Missionsberufe werden erstehen und die den Missionen notwendigen Mittel gespendet

werden.

Damit aber die Christgläubigen, einzeln und insgesamt, über die gegenwärtige Situation der

Kirche in der Welt gut unterrichtet sind und die Stimme der Scharen hören, die da rufen: "Hilf

uns" (4), sollen ihnen die Nachrichten über die Missionen, auch durch Einsatz der modernen

publizistischen Mittel, so dargeboten werden, daß sie die missionarische Aufgabe als ihre

eigene erfassen, für die unermeßlichen und tiefen Nöte der Menschen ihre Herzen öffnen und

sich gedrängt fühlen, ihnen zu Hilfe zu kommen. Von Wichtigkeit ist auch die Koordinierung

der Nachrichten und die Zusammenarbeit mit den nationalen und internationalen Organen.

37. Da das Volk Gottes in Gemeinschaften lebt, besonders in der Diözesan- und

Pfarrgemeinschaft, und in ihnen gewissermaßen seine Sichtbarkeit erfährt, fällt es auch diesen

zu, Christus vor den Völkern zu bezeugen.

Die Gnade der Erneuerung kann in den Gemeinschaften nicht wachsen, wenn nicht eine jede

den Raum ihrer Liebe bis zu den Grenzen der Erde hin ausweitet und eine ähnliche Sorge für

jene trägt, die in der Ferne leben, wie für jene, die ihre eigenen Mitglieder sind.

So betet die ganze Gemeinschaft und wirkt mit und übt unter den Völkern ihre Tätigkeit aus

durch ihre Kinder, die Gott für diese erhabene Aufgabe erwählt.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 24 Ad Gentes

Von sehr großem Nutzen wäre es, sofern darüber nur das universale Missionswerk nicht

vernachlässigt wird, Verbindung mit den aus der Gemeinde selbst hervorgegangenen

Missionaren oder mit irgendeiner Pfarrei oder Diözese in den Missionen zu pflegen, damit so

die Verbundenheit der Gemeinschaften sichtbar werde und dem gegenseitigen inneren Aufbau

diene.

38. Alle Bischöfe haben als Glieder des in der Nachfolge des Apostelkollegiums stehenden

Episkopates nicht nur für eine bestimmte Diözese, sondern für das Heil der ganzen Welt die

Weihe empfangen. Der Auftrag Christi, aller Kreatur das Evangelium zu predigen (5) , gilt

mit und unter Petrus zuerst und unmittelbar ihnen. Daraus erwächst jene Gemeinschaft und

Zusammenarbeit der Kirchen, die für die Fortführung des Werkes der Evangelisierung heute

so notwendig ist. Kraft dieser Gemeinschaft tragen die einzelnen Kirchen auch für alle

anderen Sorge, sie erschließen einander ihre Nöte und treten miteinander in Austausch, da ja

das Wachstum des Leibes Christi Aufgabe des gesamten Bischofskollegiums ist (6).

Indem der Bischof in seiner Diözese, mit der er eine Einheit bildet, das Missionswerk anregt,

fördert und leitet, läßt er den missionarischen Geist und Eifer des Gottesvolkes gegenwärtig

und gleichsam sichtbar werden, so daß die ganze Diözese missionarisch wird.

Aufgabe des Bischofs wird es sein, in seinem Volk, besonders unter den Kranken und

Notleidenden, Seelen zu erwecken, die Gott mit bereitem Herzen Gebete und Bußwerke für

die Evangelisierung der Welt darbringen; Berufungen von Jugendlichen und Klerikern für die

Missionsinstitute bereitwillig zu fördern und es dankbaren Sinnes anzunehmen, wenn Gott

einige erwählt, um sie der aktiven Missionsarbeit der Kirche einzugliedern; die

Kongregationen diözesanen Rechts zu einem eigenen Beitrag am Missionswerk zu ermuntern

und ihnen dabei zu helfen; die Werke der Missionsinstitute, vor allem freilich die Päpstlichen

Missionswerke, bei den Gläubigen zu fördern. Letzteren gebührt mit Recht der erste Platz, da

sie Mittel darstellen, die Katholiken von Kindheit an mit einer wahrhaft universalen und

missionarischen Gesinnung zu erfüllen und zur tatkräftigen Sammlung von Hilfsmitteln zum

Wohl aller Missionen gemäß den jeweiligen Bedürfnissen anzueifern (7).

Weil aber der Bedarf an Arbeitern für den Weinberg des Herrn immer weiter wächst und die

Diözesanpriester auch ihrerseits einen immer größeren Anteil an der Evangelisierung der Welt

haben möchten, wünscht die Heilige Synode, daß die Bischöfe in Anbetracht des großen

Mangels an Priestern, durch den die Evangelisierung vieler Gebiete gehemmt wird, einige

ihrer besten Priester, die sich für das Missionswerk anbieten, nach entsprechender

Vorbereitung in Diözesen schicken, denen es an Klerus fehlt, wo sie wenigstens für einige

Zeit im Geiste des Dienstes das missionarische Amt ausüben mögen (8).

Damit jedoch die missionarische Tätigkeit der Bischöfe sich wirksamer gestalten könne, ist es

angebracht, daß die Bischofskonferenzen sich der Angelegenheiten annehmen, die die

geordnete Missionshilfe des eigenen Gebietes betreffen. Die Bischöfe sollen in ihren

Konferenzen handeln über die Priester des Diözesanklerus, die sich der Evangelisierung der

Heiden widmen wollen; über den bestimmten Geldbetrag, den eine jede Diözese in

entsprechendem Verhältnis zu den eigenen Einkünften jährlich für das Missionswerk abtreten

soll (9); über die verschiedenen direkten Hilfsmaßnahmen zugunsten der Missionen und deren

Leitung und Organisation; über die Unterstützung der Missionsinstitute und der Seminare des

Diözesanklerus für die Missionen und nötigenfalls deren Gründung; über die Pflege eines

engeren Kontaktes zwischen eben diesen Instituten und den Diözesen.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 25 Ad Gentes

Zu den Aufgaben der Bischofskonferenzen gehört es gleichfalls, Werke einzurichten und zu

fördern, in denen jene, die aufgrund von Arbeiten oder zum Zwecke des Studiums aus den

Missionsgebieten einreisen, brüderlich Aufnahme finden und angemessene pastorale

Betreuung erhalten. Durch sie werden uns die fernen Völker gewissermaßen zu Nachbarn und

wird den von alters her christlichen Gemeinschaften die beste Gelegenheit geboten, mit

Nationen ins Gespräch zu kommen, die das Evangelium noch nicht vernommen haben, und

ihnen in dem ureigenen Dienst der Liebe und des Beistandes das wahre Antlitz Christi zu

zeigen (10).

39. Die Priester sind Stellvertreter Christi und Mitarbeiter der Bischöfe in dem dreifachen

heiligen Amt, das seiner Natur nach auf die Sendung der Kirche ausgerichtet ist (11). Sie

mögen sich also zutiefst bewußt sein, daß ihr Leben auch dem Dienst an den Missionen

geweiht ist. Da sie aber aufgrund ihres eigenen Amtes - das vorzugsweise im Vollzug der die

Kirche vollendenden Eucharistie besteht - mit Christus als dem Haupte in Gemeinschaft

stehen und andere zu dieser Gemeinschaft hinführen, können sie unmöglich übersehen,

wieviel noch an der Vollgestalt des Leibes fehlt und wieviel deshalb noch zu tun ist, damit er

immer weiter wachse. Sie mögen darum die Seelsorge so ausrichten, daß sie der Ausbreitung

des Evangeliums unter den Nichtchristen dient.

Die Priester sollen in der Seelsorge den Eifer für die Evangelisierung der Welt unter den

Gläubigen anfachen und bewahren. In Katechese und Predigt sollen sie über die Aufgabe der

Kirche, Christus den Völkern zu verkünden, unterrichten; sie sollen den christlichen Familien

die Notwendigkeit und die Ehre vor Augen stellen, missionarische Berufungen in ihren

Söhnen und Töchtern zu pflegen; sie sollen unter den Jugendlichen in den Schulen und

katholischen Vereinigungen den Missionseifer mehren, so daß aus ihnen zukünftige Boten des

Evangeliums hervorgehen. Sie mögen die Gläubigen lehren, für die Missionen zu beten, und

sich nicht schämen, von ihnen Gaben zu erbitten und so gleichsam Bettler zu werden für

Christus und das Heil der Seelen (12).

Die Professoren der Seminare und Universitäten werden den Jugendlichen die wahre Situation

der Welt und der Kirche darlegen, damit die Notwendigkeit einer intensiveren

Evangelisierung der Nichtchristen ihnen deutlich werde und ihren Eifer anfache. In der

Darstellung der dogmatischen, biblischen, moraltheologischen und historischen Disziplinen

werden sie die in jenen enthaltenen missionarischen Aspekte ins Licht rücken, damit auf diese

Weise in den zukünftigen Priestern ein missionarisches Bewußtsein gebildet werde.

40. Die religiösen Institute des kontemplativen und aktiven Lebens hatten und haben bisher

den größten Anteil an der Evangelisierung der Welt. Ihre Verdienste erkennt die Heilige

Synode gern an und sagt Gott Dank für so viele zu seiner Ehre und im Dienst an den Seelen

aufgewandte Mühen. Sie ermuntert sie, unverdrossen mit dem begonnenen Werk fortzufahren

und sich bewußt zu bleiben, daß die Kraft der Liebe, die sie aufgrund ihrer Berufung

vollkommen üben müssen, sie zu wahrhaft katholischem Geist und Werk antreibt und

verpflichtet (13).

Die Institute des kontemplativen Lebens sind durch ihre Gebete, Bußwerke und Entsagungen

von größter Bedeutung für die Bekehrung der Seelen, da Gott es ist, der auf die Bitte hin

Arbeiter in seine Ernte schickt (14), die Nichtchristen für die Botschaft des Evangeliums

öffnet (15) und das Wort des Heiles in ihren Herzen Frucht bringen läßt (16). Ja, diese

Institute werden gebeten, Niederlassungen in den Missionsgebieten zu gründen, wie das nicht

wenige schon getan haben, damit sie dort in einer den echten religiösen Überlieferungen des

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 26 Ad Gentes

Volkes angepaßten Weise ihr Leben führen und so dem Zeugnis der Herrlichkeit und Liebe

Gottes und der Einheit in Christus unter den Nichtchristen Leuchtkraft verleihen.

Die Institute des aktiven Lebens aber - sei ihre Zielsetzung ausgesprochen missionarisch oder

nicht - mögen sich aufrichtig vor Gott fragen, ob sie in der Lage sind, ihre Tätigkeit zugunsten

der Ausbreitung der Gottesherrschaft unter den Heiden auszuweiten; ob sie irgendwelche

Aufgaben anderen überlassen können, um so die eigenen Kräfte für die Missionen

einzusetzen; ob es ihnen möglich ist, in die Missionsarbeit einzutreten, notfalls durch

entsprechende Anpassung ihrer Konstitutionen, freilich im Geiste des Stifters; ob sich ihre

Mitglieder nach Kräften am Missionswerk beteiligen; ob ihre Lebensweise ein der Eigenart

und den Verhältnissen des Volkes gemäßes Zeugnis für das Evangelium ist.

Da durch die Eingebung des Heiligen Geistes die Säkularinstitute in der Kirche ständig

zunehmen, kann auch ihr Wirken, in Unterordnung unter die Autorität des Bischofs, auf

vielfache Weise in den Missionen fruchtbar sein als ein Zeichen der vollkommenen Hingabe

für die Evangelisierung der Welt.

41. Die Laien wirken am Evangelisierungswerk der Kirche mit und haben als Zeugen ebenso

wie als lebendige Werkzeuge Anteil an ihrer heilbringenden Sendung (17), besonders wenn

sie, von Gott berufen, durch die Bischöfe zu diesem Werk herangezogen werden.

In den schon christlichen Ländern arbeiten die Laien am Werk der Evangelisierung mit,

indem sie Kenntnis und Liebe der Missionen bei sich und bei anderen pflegen, Berufe in der

eigenen Familie, in den katholischen Vereinigungen und in den Schulen wecken und

Unterstützung jeglicher Art anbieten, auf daß sie das Geschenk des Glaubens, das sie umsonst

empfingen, anderen weiterschenken.

In den Missionsländern mögen die Laien - seien sie von auswärts oder aus dem Lande - in den

Schulen unterrichten, sich der weltlichen Angelegenheiten annehmen, im Pfarr- und

Diözesanleben mithelfen wie auch die verschiedenen Formen des Laienapostolates einrichten

und fördern, damit die Gläubigen der jungen Kirchen so bald wie möglich ihre eigene Rolle

im kirchlichen Leben übernehmen können (18).

Endlich mögen die Laien den auf dem Wege der Entwicklung befindlichen Völkern

bereitwillig wirtschaftliche und soziale Zusammenarbeit anbieten. Diese Hilfe ist um so mehr

zu loben, wenn sie die Gründung solcher Einrichtungen zum Gegenstand hat, die es mit den

Grundstrukturen des sozialen Lebens zu tun haben oder die für die Ausbildung derjenigen

bestimmt sind, welche Verantwortung im öffentlichen Leben tragen.

Besonderen Lobes wert sind jene Laien, die an Universitäten oder wissenschaftlichen

Instituten durch ihre geschichtlichen oder religionswissenschaftlichen Forschungen die

Kenntnis über die Völker und Religionen vertiefen und dadurch den Boten des Evangeliums

helfen und den Dialog mit den Nichtchristen vorbereiten. Im Geiste der Brüderlichkeit mögen

sie mit den anderen Christen, den Nichtchristen und besonders mit den Mitgliedern der

internationalen Verbände zusammenarbeiten und immer dabei im Auge behalten, daß "der

Aufbau des irdischen Gemeinwesens im Herrn gegründet und auf ihn hin ausgerichtet werde"

(19).

Um all diesen Aufgaben gewachsen zu sein, ist für die Laien eine technische und geistliche

Vorbereitung unerläßlich, die in dazu bestimmten Instituten vermittelt werden soll, damit ihr

Leben unter den Nichtchristen zum Zeugnis für Christus werde nach dem Wort des Apostels:

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 27 Ad Gentes

"Gebt kein Ärgernis, weder Juden noch Heiden, noch der Kirche Gottes, so wie auch ich allen

in allem zu Gefallen bin und nicht meinen Vorteil, sondern den Nutzen der vielen suche,

damit sie gerettet werden" (1 Kor 10,32-33).

Schluss

42. Im Wissen um ihre überaus ernste Pflicht, die Gottesherrschaft überall auszubreiten,

grüssen die Konzilsväter, gemeinsam mit dem römischen Oberhirten, aus ganzem Herzen alle

Boten des Evangeliums, besonders jene, die um des Namens Christi willen Verfolgung leiden,

und machen sich zu Gefährten ihres Leidens (20).

Von derselben Liebe, von der Christus zu den Menschen entflammt war, erglühen auch sie.

Eingedenk jedoch, daß Gott es ist, der den Anbruch seiner Herrschaft auf Erden bewirkt,

beten sie inständig mit allen Christgläubigen, daß auf die Fürbitte der Jungfrau Maria, der

Königin der Apostel, die Völker baldmöglichst zur Erkenntnis der Wahrheit geführt werden

(21) und die Herrlichkeit Gottes, die im Antlitz Christi erstrahlt, durch den Heiligen Geist

allen aufleuchte (22).

Anmerkungen

Einleitung/Kapitel 1

(1) II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 48: AAS 57 (1965)

53.

(2) Vgl. Mk 16,15.

(3) Augustinus, Enarr. in ps. 44, 23: PL 36, 508; CChr 38,150.

(4) Vgl. Mt 5,13-14.

(5) Vgl. Sir 36,19.

(6) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 2: AAS 57

(1965) 5f.

(7) Vgl. Joh 11,52.

(8) Vgl. Irenäus, Adv. Hær. III., 18, 1: "Das Wort, welches bei Gott ist, durch das alles

gemacht worden ist und das immer dem Menschengeschlecht zugegen war ...": PG 7, 932;

Adv. Hær. IV, 6, 7: "Der Sohn, der von Anfang an seinem Gebilde zur Seite stand, offenbart

den Vater allen, wem, wann und wie der Vater will": ebd. 990; vgl. IV, 20, 6 u. 7: ebd. 1037;

Demonstratio 34: Patr. Or. XII 773; Sources Chrét. 62 (Paris 1958) 87; Clemens v.

Alexandrien, Protr. 112, 1: GCS Clemens I, 79; Strom. VI 6, 44, 1: GCS Clemens II, 453; 13,

106, 3 u. 4: ebd. 485. Zur Lehre selbst vgl. Pius XII., Radiobotschaft, 31.Dez. 1952; II. Vat.

Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 16: AAS 57 (1965) 20.

(9) Vgl. Kol 1,13; Apg 10,38.

(10) Vgl. 2 Kor 5,19.

(11) Vgl. Hebr 1,2; Joh 1,3.10; 1 Kor 8,6; Kol 1,16.

(12) Vgl. Eph 1,10.

(13) Vgl. 2 Kor 8,9.

(14) Vgl. Mk 10,45.

(15) Vgl. Athanasius, Ep. ad Epictetum 7: PG 26, 1060; Cyrill v. Jerusalem, Catech. 4, 9: PG

33, 465; Marius Victorinus, Adv. Arium 3, 3: PL 8, 1101; Basilius, Ep. 261, 2: PG 32, 969;

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 28 Ad Gentes

Gregor v. Nazianz, Ep. 101: PG 37, 181; Gregor v. Nyssa, Antirrheticus, Adv. Apollin. 17:

PG 45, 1156; Ambrosius, Ep. 48, 5: PL 16, 1153; Augustinus, In Ioann. Ev. tr. 23, 6: PL 35,

1585; CChr 36, 236. Er zeigt überdies von da aus, daß der Heilige Geist uns nicht erlöst hat,

weil er nicht Fleisch angenommen hat: De Agone Christ. 22, 24: PL 40, 302; Cyrill v.

Alexandrien, Adv. Nest. I, 1: PG 76, 20; Fulgentius, Ep. 17, 3, 5: PL65, 454; Ad

Trasimundum III., 21: PL 65, 284 (über Traurigkeit und Furcht).

(16) Vgl. Hebr 4,15; 9,28.

(17) Vgl. Apg 1,8.

(18) Vgl. Lk 24,47.

(19) Der Geist ist es, der durch die Propheten gesprochen hat: Symb. Constantinopol.: Denz.-

Schönmetzer 150; Leo d. Gr., Sermo 76: "Als am Pfingsttag der Heilige Geist des Herrn die

Jünger erfüllte, war dies nicht der Anfang des Geschenks, sondern die Hinzufügung der Fülle,

denn auch die Patriarchen, Propheten, Priester und alle Heiligen der vorangegangenen Zeiten

wurden durch des gleichen Geistes Heiligung belebt ... wenn auch nicht dasselbe Maß der

Gaben war": PL 54, 450-406. Auch Sermo 77, 1: PL 54, 412; Leo XIII., Enz. Divinum illud,

9. Mai 1897: ASS 29 (1897) 650-651. Auch Joh. Chrysostomus, obgleich er auf der Neuheit

der Geistsendung am Pfingsttag insistiert: In Eph. c. 4 Hom. 10, 1: PG 62, 75.

(20) Vgl. Joh 14,16.

(21) Über Babel und Pfingsten sprechen die Väter oft: Origenes, In Gen. c. 1: PG 12, 112;

Gregor v. Nazianz, Oratio 41, 16: PG 36, 449; Joh. Chrysostomus, Hom. 2 in Pentec. 2: PG

50, 467; In Act. Apost.: PG 60, 44; Augustinus, Enarr. in ps. 54, 11: PL 36, 636; CChr 39,

664f.; Sermo 271: PL 38, 1245; Cyrill v. Alexandrien, Glaphyra in Genesim II: PG 69, 79;

Gregor d. Gr., Hom. in Evang. Buch II, Hom. 30, 4: PL 76, 1222; Beda, In Hexæm. Buch III:

PL 91, 125. Siehe überdies das Bild im Atrium der Markusbasilika in Venedig. Die Kirche

spricht alle Sprachen und sammelt so alle in der Katholizität des Glaubens: Augustinus,

Sermones 266.267.268.269: PL 38, 1225-1237; Sermo 175, 3: PL 38, 946; Joh.

Chrysostomus, In Ep. I ad Cor., Hom. 35: PG 61, 296; Cyrill v. Alexandrien, Fragm. in Act.:

PG 74, 758; Fulgentius, Sermo 8, 2-3: PL 65, 743-744. Über Pfingsten als Konsekration der

Apostel zur Mission vgl. J. A. Cramer, Catena in Acta SS. Apostolorum (Oxford 1838) 24f.

(22) Vgl. Lk 3,22; 4,1; Apg 10,38.

(23) Vgl. Joh 14-17; Paul VI. Ansprache im Konzil, 14.9.1964: AAS 56 (1964) 807.

(24) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 4: AAS 57

(1965) 7.

(25) Augustinus, Sermo 267, 4: "Der Heilige Geist wirkt das in der ganzen Kirche, was die

Seele in allen Gliedern eines Leibes tut": PL 38, 1231. Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst.

über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 7 (mit Anm. 8): AAS 57 (1965) 11.

(26) Vgl. Apg 10,44-47; 11,15; 15,8.

(27) Vgl. Apg 4,8; 5,32; 8,26.29.39; 9,31; 10; 11,24-28; 13,2.4.9; 16,6-7; 20,22-23; 21,11

usw.

(28) Vgl. auch Mt 10,1-42.

(29) Vgl. Mt 28,18.

(30) Vgl. Apg 1,11.

(31) Vgl. Joh 20,21.

(32) Vgl. Kol 1,24.

(33) Tertullian, Apologeticum 50, 13: PL 1, 534; CChr I, 171.

(34) Schon Thomas v. Aquin spricht von der apostolischen Aufgabe, die Kirche zu pflanzen:

vgl. Sent. Lib. I, dist. 16, q. 1, a. 2, ad 2 u.4; a. 3, sol.; Summa Theol. I, q. 43, a. 7, ad 6; I-II.,

q. 106, a. 4, ad 4. Vgl. Benedikt XV., Enz. Maximum illud, 30. Nov. 1919: AAS 11 (1919)

445 u. 453; Pius XI., Enz. Rerum Ecclesiæ, 28. Febr. 1926: AAS 18 (1926) 74; Pius XII.,

Ansprache an die Direktoren der Päpstlichen Missionswerke, 30. Apr. 1939; ders., Ansprache

an die Direktoren der Päpstlichen Missionswerke, 24. Juni 1944: AAS 36 (1944) 210, wieder

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 29 Ad Gentes

AAS 42 (1950) 727 u. 43 (1951) 508; ders., Ansprache an den einheimischen Klerus, 29. Juni

1948: AAS 40 (1948) 374; ders., Enz. Evangelii Præcones, 2. Juni 1951: AAS 43 (1951) 507;

ders., Enz. Fidei donum, 15. Jan. 1957: AAS 49 (1957) 236; Johannes XXIII., Enz. Princeps

Pastorum, 28. Nov. 1959: AAS 51 (1959) 835; Paul VI., Hom., 18. Okt. 1964: AAS 56 (1964)

911. Sowohl die Päpste wie Kirchenväter und scholastische Theologen sprechen oft von der

"Ausbreitung" der Kirche: Thomas v. Aquin, Matthäuskomm. 16, 28; Leo XIII., Enz. Sancta

Dei Civitas, 3. Dez. 1880: ASS 13 (1880) 241; Benedikt XV., Enz. Maximum illud, 30. Nov.

1919: AAS 11 (1919) 442; Pius XI., Enz. Rerum Ecclesiæ, 28. Febr. 1926: AAS 18 (1926)

65.

(35) Vgl. 1 Petr 1,23.

(36) Vgl. Apg 2,42.

(37) Es ist klar, daß in dieser Bestimmung der missionarischen Tätigkeit der Sache nach auch

jene Gebiete Lateinamerikas eingeschlossen sind, in denen weder eine eigene Hierarchie noch

ein Reifestand christlichen Lebens, noch eine ausreichende Evangeliumsverkündigung

gegeben ist. Ob aber diese Gebiete vom Heiligen Stuhl tatsächlich als Missionsgebiete

anerkannt werden, hängt nicht vom Konzil ab. Deshalb wird bezüglich der Verknüpfung

zwischen dem Begriff der missionarischen Tätigkeit und bestimmten Gebieten absichtlich

gesagt, diese Tätigkeit werde "meist" in bestimmten, vom Heiligen Stuhl bestätigten Gebieten

ausgeübt.

(38) Vgl. lI. Vat. Konzil, Dekret über den Ökumenismus Unitatis redintegratio, Nr. 1: AAS 57

(1965) 90.

(39) Vgl. Mk 16,16; Joh 3,5.

(40) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 14: AAS 57

(1965) 18.

(41) Vgl. Hebr 11,6.

(42) Vgl. 1 Kor 9,16.

(43) Vgl. Eph 4,11-16.

(44) Vgl. Joh 7,18; 8,30.44; 8,50; 17,1.

(45) Zu dieser Synthese vgl. die Rekapitulationstheologie des heiligen Irenäus. Vgl. auch

Hippolyt, De Antichristo 3: "Alle begehrt er, alle möchte er retten, alle will er zu Kindern

Gottes machen, und alle Geheiligten beruft er zu dem einen vollkommenen Menschen": PG

10, 732; GCS Hippolyt I, 2, S. 6; Benedictiones Jacob 7: TU 38, 1, S. 18, Z. 4f.; Origenes, In

Ioann. I, 16: "Dann wird das Gott erkennen derer, die, geleitet von dem Wort, das bei Gott ist,

zu Gott gelangt sein werden, eine einzige Handlung sein, daß so, in der Erkenntnis des Vaters

gebildet, wie jetzt nur der Sohn den Vater erkennt, alle wahrhaft Söhne seien": PG 14, 49;

GCS Origenes IV, 20; Augustinus, De sermone Domini in monte I, 41: "Wir wollen lieben,

was mit uns zu jenem Reich kommen kann, wo niemand sagt: Mein Vater, sondern alle zu

dem einen Gott sagen: Vater unser": PL 34, 1250; Cyrill v. Alex., In Ioann. I: "Wir sind

nämlich alle in Christus, und die gemeinsame Person der Menschheit findet in ihm neues

Leben. Deshalb trägt er ja auch den Namen 'letzter Adam' ... Unter uns hat er nämlich

gewohnt, der von Natur aus Sohn ist und Gott; darum rufen wir in seinem Geiste: Abba,

Vater! Es wohnt aber das Wort in allen als in einem einzigen Tempel, den es unseretwegen

und aus uns angenommen hat, um, alle in sich tragend, alle in dem einen Leib, wie Paulus

sagt, den Vater zu versöhnen": PG 73, 161-164.

(46) Benedikt XV., Enz. Maximum illud, 30. Nov. 1919: "Denn als Kirche Gottes ist sie

katholisch und für kein Volk und keine Nation fremd ...": AAS 11 (1919) 445. Vgl. Johannes

XXIII., Enz. Mater et Magistra: "Von göttlichem Recht her gehört sie zu allen Völkern ...

Wenn die Kirche sozusagen in die Adern irgendeines Volkes ihre Lebenskraft einbringt, ist

sie deshalb nicht irgendeine Institution, die diesem Volk von außen her aufgestülpt wird, und

sie versteht sich auch selbst nicht so ... Und deshalb unterstützen und vollenden sie (d. h. die

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 30 Ad Gentes

in Christus Wiedergeborenen), was immer ihnen gut und wertvoll erscheint", 25. Mai 1961:

AAS 53 (1961) 444.

(47) Vgl. Joh 3,18.

(48) Vgl. Irenäus, Adv. Hær. III., 15, 3: "Sie waren Verkünder der Wahrheit und Apostel der

Freiheit": PG 7, 919.

(49) O-Antiphon der Vesper am 23. Dezember im römischen Brevier.

(50) Vgl. Mt 24,31; Didache 10, 5: ed. Funk I, 32.

(51) Vgl. Mk 13,10.

(52) II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 17: AAS 57 (1965)

20-21; Augustinus, De Civ. Dei 19, 17: PL 41, 646; Instructio der Kongregation für die

Glaubensverbreitung: Collectanea I, n. 135, S. 42.

(53) Nach Origenes muß das Evangelium vor der Vollendung der Welt verkündet werden:

Hom. in Lc. 21: GCS Orig. IX, 136, 21f.; In Matth. comm. ser. 39: ebd. XI., 75, 25f.; 76, 4f;

Hom. in Jer. 3, 2: ebd. VIII., 308, 29f.; Thomas v. Aquin, Summa Theol. I-II., q. 106, a. 4, ad

4.

(54) Vgl. Apg 1,7.

(55) Hilarius v. Poitiers, In ps. 14: PL 9, 301; Eusebius v. Cæsarea, In Is. 54, 2-3: PG 24, 462-

463; Cyrill v. Alexandrien, In Is. V, cap. 54, 1-3: PG 70, 1193.

(56) Vgl. Eph 4,13.

(57) Vgl. Joh 4,23.

Kapitel 2

(1) Vgl. Mt 5,16.

(2) Vgl. 1 Joh 4,11.

(3) Vgl. Mt 9,35ff.; Apg 10,38.

(4) Vgl. 2 Kor 12,15.

(5) Vgl. Mt 20,26: 23,11; Ansprache Pauls VI. im Konzil, 21. Nov. 1964: AAS 56 (1964)

1013.

(6) Vgl. Eph 4,24.

(7) Vgl. Kol 4,3.

(8) Vgl. Mk 16,15.

(9) Vgl. Apg 4,13.29.31; 9,27-28; 13,46; 14,3; 19,8; 26,26; 28,31; 1 Thess 2,2; 2 Kor 3,12;

7,4; Phil 1,20; Eph 3,12; 6,19.20

(10) Vgl. 1 Kor 9,15; Röm 10,14.

(11) Vgl. 1 Thess 1,9-10; 1 Kor 1,18-21; Gal 1,31; Apg 14,15-17; 17,22-31.

(12) Vgl. Apg 16,14.

(13) Vgl. Kol 3,5-10; Eph 4,20-24.

(14) Vgl. Lk 2,34; Mt 10,34-39.

(15) Vgl. 1 Thess 1,6.

(16) Vgl. II. Vat. Konzil, Erklärung über die Religionsfreiheit Dignitatis humanæ, Nr. 2.4.10;

Pastorale Konst. über die Kirche in der heutigen Welt Gaudium et spes, Nr. 21.

(17) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 17: AAS 57

(1965) 20-21.

(18) Vgl. II. Vat. Konzil, Konst. über die heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 64-

65: AAS 56 (1964) 117.

(19) Vgl. Kol 1,13. Über diese Befreiung von der Knechtschaft Satans und der Finsternis im

Evangelium vgl. Mt 12,28; Joh 8,44; 12,31 (vgl. 1 Joh 3,8; Eph 2,1-2). In der Taufliturgie vgl.

das römische Rituale.

(20) Vgl. Röm 6,4-11; Kol 2,12-13; 1 Petr 3,21-22; Mk 16,16.

(21) Vgl. 1 Thess 3,5-7; Apg 8,14-17.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 31 Ad Gentes

(22) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 14: AAS 57

(1965) 19.

(23) Vgl. Augustinus, Tract. in Ioann. 11, 4: PL 35, 1476.

(24) VgL II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 9: AAS 57

(1965) 13.

(25) Vgl. 1 Kor 3,9.

(26) Vgl. Eph 4,1.

(27) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 10.11.34: AAS

57 (1965) 10-17.39-40.

(28) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die göttliche Offenbarung Dei verbum, Nr. 21:

AAS 58 (1966) 827.

(29) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 12.35: AAS 57

(1965) 16.40-41.

(30) Vgl. ebd. Nr. 23.36: AAS 57 (1965) 28.41-42.

(31) Vgl. ebd. Nr. 11.35.41: AAS 57 (1965) 15-16.40-41.47.

(32) Vgl. II. Vat. Konzil, Dekret über die katholischen Ostkirchen Orientalium Ecclesiarum,

Nr. 4: AAS 57 (1965) 77-78.

(33) Brief an Diognet 5: PG 2, 1173; vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche

Lumen Gentium, Nr. 38: AAS 57 (1965) 43.

(34) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 32: AAS 57

(1965) 38; Dekret über das Laienapostolat Apostolicam actuositatem, Nr. 5-7: AAS 58 (1966)

842-844.

(35) Vgl. II. Vat. Konzil, Dekret über die Ausbildung der Priester Optatam totius, Nr. 4.8.9:

AAS 58 (1966) 716.718.719.

(36) Vgl. II. Vat. Konzil, Konst. über die heilige Liturgie Sacrosanctum Concilium, Nr. 17:

AAS 56 (1964) 105.

(37) Vgl. II. Vat. Konzil, Dekret über die Ausbildung der Priester Optatam totius, Nr. 1: AAS

58 (1966) 713.

(38) Vgl. Johannes XXIII., Enz. Princeps Pastorum, 28. Nov. 1959: AAS 51 (1959) 843-844.

(39) Vgl. II. Vat. Konzil, Dekret über den Ökumenismus Unitatis redintegratio, Nr. 4: AAS

57 (1965) 94-96.

(40) Vgl. Johannes XXIII., Enz. Princeps Pastorum, 28. Nov. 1959: AAS 51 (1959) 842.

(41) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 29: AAS 57

(1965) 36.

(42) Vgl. Johannes XXIII., Enz. Princeps Pastorum, 28. Nov. 1959: AAS 51 (1959) 855.

(43) Es handelt sich um hauptamtliche Katechisten.

(44) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 31.44: AAS 57

(1965) 37.50-51.

Kapitel 3

(1) Vgl. Johannes XXIII., Enz. Princeps Pastorum, 28. Nov. 1959: AAS 51 (1959) 838.

(2) Vgl. II. Vat. Konzil, Dekret über Dienst und Leben der Priester Presbyterorum ordinis, Nr.

11: AAS 58 (1966) 1008; Dekret über die Ausbildung der Priester Optatam totius, Nr. 2: AAS

58 (1966) 714-715.

(3) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 25: AAS 57

(1965) 29.

(4) Vgl. II. Vat. Konzil, Dekret über Dienst und Leben der Priester Presbyterorum ordinis, Nr.

10. Dort ist, soweit es zur richtigen Ausübung des Apostolates nötig ist, die Errichtung

personaler Prälaturen vorgesehen, um die besondere pastorale Betreuung verschiedener

gesellschaftlicher Gruppen zu erleichtern: AAS 58 (1966) 1007.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 32 Ad Gentes

(5) Vgl. 1 Kor 15,23.

(6) Vgl. 1 Kor 15,28.

(7) Vgl. Eph 4,24.

(8) Vgl. Ps 2,8.

(9) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 13: AAS 57

(1965) 17-18.

(10) Vgl. Paul VI., Ansprache bei der Kanonisation der Martyrer von Uganda, 18. Okt. 1964:

AAS 56 (1964) 908.

(11) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 13: AAS 57

(1965) 18.

Kapitel 4

(1) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 17: AAS 57

(1965) 21.

(2) Vgl. Mk 3,13f.

(3) Vgl. 1 Kor 12,11.

(4) Unter "Instituten" werden hier Orden, Kongregationen, Institute und Vereinigungen, die in

den Missionen arbeiten, verstanden.

(5) Vgl. Pius XI., Enz. Rerum Ecclesiæ, 28. Febr. 1926: AAS 18 (1926) 69-71; Pius XII.,

Enz. Sæculo exeunte, 13. Juni 1940: AAS 32 (1940) 256; ders., Enz. Evangelii Præcones, 2.

Juni 1951: AAS 43 (1951) 506.

(6) Vgl. Apg 13,2.

(7) Vgl. Gal 1,16.

(8) Vgl. 1 Kor 9,22.

(9) Vgl. Eph 6,19f.; Apg 4,31.

(10) Vgl. Mt 11,29f.

(11) Vgl. Benedikt XV., Enz. Maximum illud, 30. Nov. 1919: AAS 11 (1919) 449-450.

(12) Vgl. 2 Kor 6,4f.

(13) Vgl. 2 Kor 8,2.

(14) Vgl. 1 Tim 4,14; Eph 4,23; 2 Kor 4,16.

(15) Vgl. Benedikt XV., Enz. Maximum illud, 30. Nov. 1919: AAS 11 (1919) 448-449; Pius

XII., Enz. Evangelii Præcones, 2. Juni 1951: AAS 43 (1951) 507. Bei der Vorbereitung der

Priestermissionare ist auch zu beachten, was im Dekret über die Ausbildung der Priester

Optatam totius des II. Vat. Konzils festgesetzt worden ist.

(16) Vgl. Apg 2,42; 4,32.

(17) Vgl. 2 Tim 1,7.

(18) Vgl. Phil 4,11.

(19) Vgl. 2 Kor 4,10ff.

(20) Vgl. 2 Kor 12,15f.

(21) II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 41: AAS 57 (1965)

46.

(22) Vgl. Benedikt XV., Enz. Maximum illud, 30. Nov. 1919: AAS 11 (1919) 440; Pius XII.,

Enz Evangelii Præcones, 2. Juni 1951: AAS 43 (1951) 507.

(23) Benedikt XV., Enz. Maximum illud, 30. Nov. 1919: AAS 11 (1919) 448; Dekret der

Kongregation für die Glaubensverbreitung, 20. Mai 1923: AAS 15 (1923) 369-370; Pius XII.,

Enz. Sæculo exeunte, 2. Juni 1940: AAS 32 (1940) 256; Enz. Evangelii Præcones, 2. Juni

1951: AAS 43 (1951) 507; Johannes XXIII., Enz. Princeps Pastorum, 28. Nov. 1959: AAS 51

(1959) 843-844.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 33 Ad Gentes

(24) II. Vat. Konzil, Dekret über Dienst und Leben der Priester Optatam totius, Nr. 19-21:

AAS 58 (1966) 725-726; Const. Apost. Sedes Sapientiæ mit den allgemeinen Festlegungen,

31. Mai 1956: AAS 48 (1956) 354-365.

(25) Pius XII., Enz. Evangelii Præcones, 2. Juni 1951: AAS 43 (1951) 523-524.

(26) Benedikt XV., Enz. Maximum illud, 30. Nov. 1919: AAS 11 (1919) 449; Pius XII., Enz.

Evangelii Præcones, 2. Juni 1951: AAS 43 (1951) 507.

(27) Vgl. Pius XII., Enz. Fidei donum, 15. Juni 1957: AAS 49 (1957) 234.

(28) Vgl. II. Vat. Konzil, Dekret über Dienst und Leben der Priester Presbyterorum ordinis,

Nr. 10, wo von Personaldiözesen und -prälaturen und dergleichen gehandelt wird: AAS 58

(1966) 1007.

Kapitel 5

(1) Vgl. Röm 12,6.

(2) Vgl. 1 Kor 3,10.

(3) Vgl. Joh 4,37.

(4) Vgl. 1 Kor 3,8.

(5) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 18: AAS 57

(1965) 22.

(6) Vgl. ebd. Nr. 23: AAS 57 (1965) 28.

(7) Vgl. Motupr. Apostolica sollicitudo, 15. Sept. 1965: AAS 57 (1965) 776.

(8) Vgl. Paul VI., Ansprache im Konzil, 21. Nov. 1964: AAS 56 (1964) 1011.

(9) Vgl. Benedikt XV., Enz. Maximum illud, 30. Nov. 1919: AAS 11 (1919) 440.

(10) Wo aus besonderen Umständen vorübergehend noch einige Missionen anderen

Kongregationen unterstellt sind, mögen diese mit der Heiligen Kongregation für die

Verbreitung des Glaubens Kontakt halten, damit die Leitung und Lenkung aller Missionen in

wirklich beständiger und einheitlicher Weise geschehen könne.

(11) Vgl. II. Vat. Konzil, Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche Christus

Dominus, Nr. 35, 4: AAS 58 (1966) 691.

(12) Vgl. ebd. Nr. 36-38: AAS 58 (1966) 692-693.

(13) Vgl. ebd. Nr. 35, -6: AAS 58 (1966) 692.

Kapitel 6 und Schluß

(1) Vgl. Eph 4,13.

(2) Vgl. Jes 11,12.

(3) Vgl. II. Vat. Konzil, Dekret über den Ökumenismus Unitatis redintegratio,. Nr. 12: AAS

57 (1965) 99.

(4) Vgl. Apg 16,9.

(5) Vgl. Mk 16,15.

(6) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 23 bis 24: AAS

57 (1965) 27-29.

(7) Vgl. Benedikt XV., Enz. Maximum illud, 30. Nov. 1919: AAS 11 (1919) 453 bis 454;

Pius XI., Enz. Rerum Ecclesiæ, 28. Febr.1926: AAS 18 (1926) 71-73; Pius XII., Enz.

Evangelii Præcones, 2. Juni 1951: AAS 43 (1951) 525-526; ders., Enz. Fidei donum, 15. Jan.

1957: AAS 49 (1957) 241.

(8) Vgl. Pius XII., Enz. Fidei donum, 15. Jan. 1957: AAS 49 (1957) 245-246.

(9) II. Vat. Konzil, Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche Christus

Dominus, Nr. 6: AAS 58 (1966) 675-676.

(10) Vgl. Pius XII., Enz. Fidei donum, 15. Jan. 1957: AAS 49 (1957) 245.

Kathpress-Konzils-Archiv Dokument 34 Ad Gentes

(11) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 28: AAS 57

(1965) 34.

(12) Vgl. Pius XI., Enz. Rerum Ecclesiæ, 28. Febr. 1926: AAS 18 (1926) 72.

(13) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 44: AAS 57

(1965) 50.

(14) Vgl. Mt 9,38.

(15) Vgl. Apg 16,14.

(16) Vgl. 1 Kor 3,7.

(17) Vgl. ebd. Nr. 33.35: AAS 57 (1965) 39.40-41.

(18) Vgl. Pius XII., Enz. Evangelii Præcones, 2. Juni 1951: AAS 43 (1951) 510-514;

Johannes XXIII., Enz. Princeps Pastorum, 28. Nov. 1959: AAS 51 (1959) 851-852.

(19) Vgl. II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. über die Kirche Lumen Gentium, Nr. 46: AAS 57

(1965) 52.

(20) Vgl. Pius XII., Enz. Evangelii Præcones, 2. Juni 1951: AAS 43 (1951) 527; Johannes

XXIII., Enz. Princeps Pastorum, 28. Nov. 1959: AAS 51 (1959) 864.

(21) Vgl. 1 Tim 2,4.

(22) Vgl. 2 Kor 4,6.

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