Drucken

Gedanken für HEUTE - Monat April 2020

30. April 2020 - Donnerstag.

Apg 8,26-40

Joh 6,44-51

 

Die Verlockung war einfach zu groß. Zugegeben, ich kanns heute noch nicht lassen. Vom frisch gebackenen Bauernbrot die Kruste stiebitzen ist einfach ein besonderer Genuss. Duft und Geschmack - einfach herrlich! 

Von der Mutter gabs dafür eins auf die Finger - Liebevoll, aber doch bestimmt! Vom Brot etwas zu nehmen, ohne es mit dem Kreuz zu segnen und einen Dank auszusprechen, war für sie ein schweres Vergehen.

Wie halten wir es damit? Welche Bedeutung hat das täglich Brot für uns? Ist es nur nötige Beilage oder doch ein Lebens - Mittel?

Jesus hat diese besondere Bedeutung des Brotes für den Menschen aufgegriffen. Mit dem Ausspruch „Ich bin das Brot des Lebens - Wer an mich glaubt hat das ewige Leben“ hat er klar einen Bezug zu sich hergestellt und seine Bedeutung für unser Leben unterstrichen. Denken wir doch beim nächsten Anschneiden von Brot an seine Worte. Machen wir es uns zur Gewohnheit auch Dank auszusprechen! 

Vielleicht erschließt sich so für manch einen von uns Jesu Hingabe als Brot des Lebens im Genuss. So gesehen wird dann auch das Stiebitzen der Kruste nicht ins Gewicht fallen.

Diakon Bruno Wagner

 

29. April 2020 - Mittwoch.

Apg 8,1-8

Joh 6,35-40

 

In unsicheren, herausfordernden Zeiten sind wir froh, wenn wir Aufmunterung bekommen oder uns jemand tröstet. 

Im Johannesevangelium spricht uns heute Jesus selbst Mut zu: „Es ist der Wille dessen, der mich gesandt hat, dass ich keinen von denen, die er mir gegeben hat, zugrunde gehen lasse.“ (Joh 6,39)

Wir dürfen dankbar sein für diese Zusage und dafür, dass wir Kinder Gottes sein dürfen. Kinder Gottes! – Leben wir heute so!

Thomas Schmid

 

28. April 2020 - Dienstag.

Apg 7,51-8,1

Joh 6,30-35

 

Wieder ein denkwürdiges Wort aus dem Johannesevangelium: Jesus sagt zur Menge um ihn: „Das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.“ (Joh 6,33) 

Schließen wir uns heute der Menge an und bitten wir den Herrn: Bitte, gib uns immer dieses Brot! (vgl. Joh 6,34)

Der Glaube an Jesus Christus, das zu IHM kommen können (natürlich auch in geistiger Weise, aber auch real) ist doch das Fundament des Lebens in Fülle!

Ich bete heute bei der Anbetung am Abend besonders für alle, die darunter leiden, dass sie nun schon wochenlang ihre Häuser nicht verlassen durften und nicht in die Kirche kommen konnten. 

Thomas Schmid

 

27. April 2020 - Montag.

Apg 6,8-15

Joh 6,22-29

 

„Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird.“ (Joh 6,27)

Welch ein Satz, der uns im heutigen Evangelium mitten in dieser Zeit der Coronakrise gesagt wird.

Wirtschaftliche Stabilität, Gesundheit, Wohlstand, … sind gewiss hohe Güter, die uns im gesellschaftlichen und persönlichen Leben tägliches Brot sind, doch was haben wir mit der ausschließlichen Sorge um diese Güter gewonnen, wenn wir auf das Brot des Lebens vergessen, die Speise für die unsterbliche Seele, Jesus Christus selbst? 

Es schmerzt, dass wir die Eucharistie momentan nicht wie gewohnt feiern bzw. empfangen können.

Beten wir heute darum, dass uns Jesus selbst lehrt, unsere Mühen richtig zu investieren und dass er uns vorbereitet, dass wir ihn – bald – mit neuer Freude empfangen können.

Im Eucharistischen Brot ist er ohnehin tagtäglich unter uns wahrhaft gegenwärtig: In den Tabernakeln unserer Kirchen. Er wartet auf uns. Er ist da!

Thomas Schmid

 

26. April 2020 - 3. Ostersonntag

Apg 2,14.22-23

1 Petr 1,17-21

Joh 21,1-14

 

Ufer spielt im Evangelium eine wichtige Rolle. Ufer bedeutet Übergang: vom Land ins Wasser, oder aus dem Wasser ans Land. Jesus beruft seine Jünger am Ufer, und heute offenbart er sich ihnen auch am Ufer.

Übergänge kennen wir aus dem eigenen Leben: von jung und alt, von gesund und krank, von glücklich und traurig, von gemeinsam und einsam, usw. 

Jesus steht immer an diesen unseren Ufern und wartet. Er lässt uns nie allein. Wir brauchen nur Vertrauen.

P.S. Diese Woche werden Thomas Schmid und Diakon Bruno Wagner die Gedanken schreiben.

 

25. April 2020 - Samstag - Hl. Markus.

1 Petr 5,5-14

Mk 16,15-20

 

„Begegnet einander in Demut“. Dieser Begriff bedeutet Hingabe, Opferbereitschaft, Treue, Ergebenheit. Nur für die, die Andere wirklich lieben, ist ein demütiges Leben möglich.

Die Aufgabe, die die Apostel heute bekamen, können sie nur in Demut verwirklichen. Anders würden sie sich selbst „präsentieren“ und nicht die Macht des Wortes Jesu verkünden.

Ein Leben lang haben wir Zeit, diese Tugend zu lernen. Wie weit bin ich schon in diesem Lernprozess?

 

24. April 2020 - Freitag.

Apg 5,34-42

Joh 6,1-15

 

Archimedes von Syrakus sagte: „Gebt mir einen festen Punkt, und ich hebe die Welt aus den Angeln“. Daniel Rops - Theologe und Schriftsteller - meinte: „Diese vier kleine Bücher (Evangelien) sind für die Welt festere Stütze, als ganze griechische Philosophie und römisches Recht“. In den vergangenen zwei Tausend Jahren haben sich der Wert und der göttliche Ursprung des Evangeliums bestätigt. Es ist zum Maßstab unserer Kultur geworden.

Das Evangelium wurde in über 1500 Sprachen übersetzt. Kennen wir es?

Ich möchte euch zur Lektüre des Evangeliums einladen und ermutigen. Jeden Tag ein Kapitel: Matthäus - 28, Markus - 16, Lukas - 24 und Johannes - 21. Das dauert drei Monate: Das Evangelium lesen und mit dem Evangelium beten. Es lohnt sich.

 

23. April 2020 - Donnerstag.

Apg 5,27-33

Joh 3,31-36

 

Was meint Petrus mit seiner Antwort: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“?  Geht es ihm um die Gebote, oder um die Sendung, das Wort Jesu zu verkünden? Das Wort von Umkehr und Vergebung, das Wort vom Leben, das Wort des Glaubens.

Durch die Taufe sind wir Jünger Jesu. Es ist unsere Aufgabe, im Alltag das Wort zu verkünden, Zeugnis für das Wort abzulegen. 

Der Glaube an Christus entscheidet über das Gelingen des Lebens: „Wer an den Sohn glaubt, hat das ewige Leben“. Wer sich dem Sohn anschließt, ist in Gottes Welt. Das ewige Leben beginnt dann nicht erst im Jenseits, sondern schon jetzt in dieser Welt.

 

22. April 2020 - Mittwoch.

Apg 5,17-26

Joh 3,16-21

 

Menschliche Gefühle und Eigenschaften können helfen und aufbauen, sie können aber auch zerstören und verletzen. Ein Beispiel für das Zweite sind die Führenden des Volkes. Sie wollen den neuen Weg (Christentum) vernichten, weil sie aus Eifersucht handeln.

Wie es bei uns sein sollte, zeigt uns das Evangelium mit zwei Sätzen: „Gott hat die Welt so sehr geliebt“ und „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird“. Nicht richten, sondern retten. Es ist weit verbreitete menschliche Eigenart, lieber zu richten statt zu retten, wenn etwas schief gelaufen ist. Diese Haltung äußert sich in unterschiedlichster Weise: Schimpfen, Vorhaltungen, Verurteilung, Suchen nach dem Schuldigen, usw. Natürlich gibt es ein notwendiges Richten über Untaten. Aber auch dieses sollte unter der Weisung stehen: richten, um zu retten. 

Was ist leichter, zu richten oder zu retten? Richten ist leichter, weil es nicht so viel kostet. Retten aber kostet Einsatz. 

Christi Sendung ist Rettung und darum: Die Sendung der Christen ist Sendung der Rettung.

 

21. April 2020 - Dienstag.

Apg 4,32-37

Joh 3,7-15

 

Die Einheit und das Zusammenhalten kennzeichnen die erste Gemeinde. Sie „war ein Herz und eine Seele“. Sie lebte das, worum Jesus im Johannesevangelium bittet: „Alle sollen eins sein… damit die Welt glaubt“ (Joh 17,21). So gesehen, ist Einheit ein Zeichen, ein Beweis des Glaubens. Eine solche Einheit brauchen auch wir. Nicht nur in der Pfarre, sondern in unserem Alltag: in der Familie, unter den Nachbarn, in der Gesellschaft. Einheit bedeutet: Zum Wohl aller das Eigene beizutragen und eigene Verantwortung für die Anderen wahrzunehmen.

Im Gespräch mit Nikodemus spricht Jesus von der Schlange, die Mose in der Wüste erhöht hat. Die Gefahr von Giftschlangen war real. Sie wird aber mit der Mutlosigkeit der Israeliten verbunden. Der eigentlich tödliche Biss für das Volk waren: der innere Zweifel, das Aufgeben des Traums (Gelobtes Land), der Verlust des Glaubens an Gottes Führung. 

Wir sollten auf den Gekreuzigten schauen. Denn, wer auf ihn schaut, blickt gleichzeitig auf eigenes Leben und auf das Leben der anderen.

 

20. April 2020 - Montag.

Apg 4,23-31

Joh 3,1-8

 

Die Apostelgeschichte zeigt uns heute, wie die erste Gemeinde auf unerwartete Ereignisse reagiert. Nach der Freilassung von Petrus und Johannes stimmen sie ein Loblied ein. Sie loben Gott und bitten ihn um die Kraft, „das Wort mit allem Freimut zu verkünden“. Aus diesem Gebet wird die Sendung des Geistes. Die Exegeten bezeichnen es gerne als ein „kleines Pfingsten“.

Über die Quelle des Geistes spricht Jesus im Evangelium. Diese Quelle heißt Taufe. Denken wir oft an unsere Taufe. Merken wir uns ihr Datum - das war unser Geburtstag zum Glauben, das war unser persönliches Pfingsten: Wir wurden aus Wasser und Geist geboren. Dieser Geist „weht, wo er will“. Wir wissen noch nicht, wozu er uns befähigen kann.

 

19. April 2020 - 2 Ostersonntag.

Apg 2,42-47

1 Petr 1,3-9

Joh 20,19-31

 

Weißer Sonntag, Sonntag der göttlichen Barmherzigkeit, „ungläubiger“ Thomas, Wunden Jesu. So viele Motiven und Themen an einem einzigen Tag.

Gottes Barmherzigkeit steht über allem. Nehmen wir heute den Rosenkranz in die Hand und beten wir: „Ewiger Vater, ich opfere Dir auf, den Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit deines über alles geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, um Verzeihung für unsere Sünden und die Sünden der ganzen Welt zu erlangen. Durch sein schmerzhaftes Leiden hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt“.

Ab Morgen gibt es jeden Tag von 18.00 bis 19.00 Uhr stille Anbetung vor dem Allerheiligsten. Diese wird auch übertragen.

 

18. April 2020 - Samstag der Osteroktav.

Apg 4,13-21

Mk 16,9-15

 

Der Glaube an die Auferstehung Jesu ist seit den historischen Ereignissen damals Stein des Anstoßes für viele Menschen. Wir erleben es bestimmt manchmal – direkt oder indirekt – auch an uns.

In der Apostelgeschichte lesen wir, dass man Petrus und Johannes sogar bei Strafe verbieten wollte, je wieder in Jesu Namen zu irgendjemandem zu sprechen und zu lehren. Man wollte keine Verbreitung dieser Sache, obwohl ebenfalls offensichtlich viele Leute an die Auferstehung Jesu glaubten und in diesem Zusammenhang Wunder geschahen.

In dieser Spannung leben wir auch heute und der Lauf der Geschichte lehrt uns nichts anderes. Das soll uns nicht verunsichern:  Jesus hat durch seine Auferstehung den Feind entmachtet, den Tod besiegt. Gehen wir getrost unseren Weg: verkünden wir das Evangelium – das ist der Auftrag Jesu an uns (vgl. Mk 16,15) – und mögen auch wir mit den Aposteln sagen können: „Wir können unmöglich schweigen über das, was wir gesehen und gehört haben.“ (Apg 4,20)

In diesem Zusammenhang möchte ich heute trotz Coronakrise noch darauf aufmerksam machen, über den eigenen Tellerrand zu blicken und besonders für unsere 200 Millionen verfolgten christlichen Brüder und Schwestern weltweit zu beten. Eine große Zahl! In vielen Teilen der Welt war Christ sein noch nie so gefährlich wie heute!

Thomas Schmid

 

17. April 2020 - Freitag der Osteroktav.

Apg 4,1-12

Joh 21,1-14

 

Jesus begegnet uns und offenbart sich uns. Wir erfahren es mal deutlicher, mal weniger deutlich, manchmal erkennen wir ihn gar nicht. Auch den Jüngern erging es so. Nach den Osterereignissen kehren sie zurück in ihren früheren Alltag. Sie arbeiten als Fischer und gehen ihrer Arbeit nach. Es läuft vorerst nicht einmal gut in dieser Nachtschicht, wo sich Jesus ihnen wieder zeigt, wie wir im Johannesevangelium heute lesen. 

Kommt uns das nicht bekannt vor? Nach schönen Erfahrungen kehrt der Alltagstrott ein, der manchmal mühsam werden kann. Alles läuft ohne Besonderheiten ab, manchmal langweilig, unspektakulär oder einsam. Auch im Glaubensleben kann es ähnlich sein.

Doch eines ist sicher: Jesus ist da, manchmal auch unerkannt, aber wenn ER es möchte, handelt ER auch so, dass wir IHN erkennen können. Leben wir unseren Alltag mit einem offenen Ohr für das Wort Gottes…

Thomas Schmid

 

16. April 2020 - Donnerstag der Osteroktav.

Apg 3,11-26

Lk 24,35-48

 

Gerade noch erzählen die zurückgekehrten Emmaus-Jünger im heutigen Evangelium die Osterbotschaft ihren Gefährten. Da tritt der Auferstandene zu ihnen, doch sie erkennen ihn nicht gleich, erschrecken und haben große Angst. (vgl. Lk 24,35-37)
„Warum seid ihr so bestürzt?“, fragt Jesus:  „Warum lasst ihr in eurem Herzen solchen Zweifel aufkommen?“ (Lk 24,38)
Angst verändert unsere Wahrnehmung der Realität. Wir können das in dieser Corona-Zeit deutlich wahrnehmen.
Mit einem gewissen Vertrauensvorschuss Gott gegenüber und mit einem wachen Blick können wir selbst in schwierigen Phasen unseres Lebens oder angesichts unerwarteter bzw. zunächst unfassbarer Situationen manches in einem anderen Licht sehen. Möglicherweise werden wir so auch fähig, hinter dem Schatten des Kreuzes und den sichtbaren Wunden Strahlen des österlichen Lichtes zu entdecken: Wiederaufbau durch Gott aus den Trümmern unseres Schuttes. – „Ihr seid Zeugen dafür!“ (Lk 24,48).

Thomas Schmid

 

15. April 2020 - Mittwoch der Osteroktav.

Apg 3,1-10

Joh 20,11-18

 

Dass praktizierende Christen nicht automatisch bessere Menschen sind, wissen wir. Manchmal wird von uns allerdings auch etwas mehr erwartet. Oder vielleicht nicht mehr, sondern etwas anderes?
Petrus und Johannes wurden um Almosen gebeten: Ein Gelähmter, der an der Tempelpforte sitzt, erwartet etwas von ihnen.
Petrus schaut nicht weg. Er gibt dem Gelähmten zwar nichts Materielles, womit er in dieser Lage wohl auch kaum etwas angefangen hätte. Er übermittelt ihm Würde und Heilung, die von Gott kommt!
Was Gott durch uns wirkt, müssen wir IHM überlassen. Sicher ist, dass wir – aktiv – seine Werkzeuge sein können und dürfen. Das ist unsere Berufung als Christen und das „mehr“, das wir geben können: Für andere da zu sein (auch im Gebet) und den Glauben an einen Gott zu leben, für den NICHTS unmöglich ist sowie andere aufzurichten und ihnen über die Schwelle zu helfen, Gott zu finden. 

Thomas Schmid

 

14. April 2020 - Dienstag der Osteroktav.

Apg 2,14.36-41

Ps 33(32),4-5.18-22

Mt 28,8-15

 

Wir haben Ostern unter außergewöhnlichen Umständen gefeiert. Hat sich etwas geändert? Ich möchte heute auf die Lesung aus der Apostelgeschichte blicken. Hier wird uns ein Ereignis nach der Auferstehung Jesu geschildert: Petrus trat mit den Elf auf und redete. Er gab Zeugnis von Tod und Auferstehung Jesu, des Gekreuzigten, den er als Herrn und Messias glaubt.

Petrus muss sehr überzeugend gewirkt haben, denn seine Zuhörer trafen diese Worte mitten ins Herz. Manche waren vielleicht überrascht. – Denken wir zurück an die Passion: Keine 60 Tage vor diesem Ereignis hatte dieser Petrus den Herrn verleugnet. Jetzt bezeugt er ihn als den Auferstandenen – mehr noch – er ruft zur Umkehr auf und dazu, sich auf den Namen Jesu Christi taufen und von ihm retten zu lassen. Österliches Leben und Umkehr, Richtungsänderung und Erneuerung haben offenbar miteinander zu tun.

Wir kennen Petrus als ängstlichen Christus-Verleugner und jetzt als überzeugenden Christus-Bekenner, ja, als einen Zu-Christus-Führer. – Er hat die Osterereignisse erlebt und den Auferstandenen an sich wirken und sich von ihm aus seinem eigenen Widerspruch bzw. seinen Unfreiheiten retten und heilen lassen. Das machte ihn fähig, dass er anderen die erlösende Osterbotschaft bringen konnte. An diesem Tag, so lesen wir, ließen sich mehr als 3000 Menschen taufen. 

Wie sieht es bei uns aus? Wir wurden zumeist bereits als Kind getauft, haben mehrfach in unserem Leben Ostern gefeiert. 

Was wurde bei uns durch Christi Auferstehung alles neu? Können wir uns von der Osterbotschaft berühren lassen – gerade heuer? Haben wir den Auferstandenen (schon) als Messias erfahren können? Hat unser Glaube wegweisende und beeindruckende Kraft, auch für unsere Mitmenschen?

Leben wir als österliche oder doch eher als vorösterliche Menschen? Eher ängstlich oder befreit?

Thomas Schmid

 

13. April 2020 - Ostermontag.

Apg 2,14.22-33

1Kor 15,1-8.11

Lk 24,13-35

 

Was eine Begegnung mit Jesus im Leben des Menschen verändern kann, zeigt die Geschichte von Emmausjünger: Aus Resignation wird Hoffnung, aus Trauer - Freude, aus dem „Ich bin am Ende“ - neuer Anfang. Die Begegnung im Evangelium hat zwei Etappen: Jesus spricht mit den Jüngern (das Wort), und sitzt mit ihnen an einem Tisch (das Mahl). So ist auch die Feier des Messe aufgebaut: das Wort und das Mahl.

Vielen von Euch fehlt jetzt die Möglichkeit, die Messe in der Kirche feiern zu dürfen. Man kann traurig sein. Man kann das aber auch als eine Chance verstehen, die Feier des Gottesdienstes mit der Gemeinde in der eigenen Kirche schätzen zu lernen. 

Ich wünsche Euch viel Ausdauer - wir werden noch zusammenkommen.

P.S.

Die Gedanken in dieser Woche (Dienstag bis Samstag) schreibt Thomas Schmid.

 

 

12. April 2020 - Ostern.

Apg 10,34-43

Kol 3,1-4

Joh 20,1-18

 

„Er hat uns geboten, dem Volk zu verkündigen“ sagt Petrus, und „strebt nach dem, was droben ist“ sagt Paulus. Wenn wir Ostern tief feiern, wenn Ostern für uns mehr als eine Erinnerung ist, müssen wir diese Aussagen als unsere Aufgabe verstehen. Es gehts um unsere Lebenspraxis.

Gestern haben wir das Taufversprechen erneuert. Wir sind mit Jesus verbunden. Kann man an meinen Taten, an meinem Leben ablesen, dass ich getauft bin?

Im Evangelium sehen wir Maria von Magdala. Sie erkannte Jesus, weil sie ihn liebte. Und aus dieser Liebe kam der Glaube. Ohne Beweise kam sie zum Glauben an ihn.

Unser Glaube muss sich im Alltag zeigen. Das erste Zeichen dafür ist die Nächstenliebe.

 

11. April 2020 - Osternacht.

Gen 1,1.26-31

Ex 14,15-15,1

Röm 6,3-11

Mt 28,1-10

 

Christus ist erstanden! Er hat den Tod besiegt und uns das Leben geschenkt. Durch die Taufe sind wir mit ihm verbunden. Danken wir ihm heute für das neue Leben, für das Leben aus dem Wasser der Taufe. Zünden wir heute beim Gebet eine Kerze an.

Ich wünsche euch allen, unseren beiden Pfarren ein gesegnetes Osterfest. Möge die Gnade des Herrn uns behüten und seine Liebe unsere Wege begleiten.

 

10. April 2020 - Karfreitag.

Jes 52,13 - 53,12

Hebr 4,14-16; 5,7-9

Joh 18,1 - 19,42

 

Karfreitag: Prozess, Geißelung, Dornenkrone, Kreuzweg, Verlassenheit, Tod, Kreuz…

All das für mich. „Seht, welche Liebe uns der Vater geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes und wir sind es“ (1 Joh 3,1).

Auf Golgota stirbt der Mensch Jesus in dieser Welt und für diese Welt. Im selben Moment wird die Welt zu einem neuen, zum ewigen Leben geboren. Ein Tausch, den wir nie verstehen werden. Aber so tief ist das Geheimnis der Liebe Gottes zu uns. 

Versuchen wir heute, gemeinsam mit den Frauen aus dem Evangelium beim Kreuz Jesu zu stehen. Er hat uns Vieles zu sagen.

 

9. April 2020 - Gründonnerstag.

Ex 12,1-14

1Kor 11,23-26

Joh 13,1-15

 

Gründonnerstag. Das letzte Abendmahl. Wenn wir dem Johannes genau zuhören, dann merken wir, dass er nicht vom Verrat spricht. Er sagt auch nichts von der Wandlung. Sein Thema ist die Nächstenliebe. Die Fußwaschung: „Begreift ihr, was ich an euch getan habe“?

Jesus stiftet heute zwei Sakramente - das lesen wir im 1 Korintherbrief: Die Eucharistie: „Das ist mein Leib, das ist mein Blut“, und das Priestertum: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“.

Ich möchte euch heute einladen, für beide Sakramente zu danken. Dass wir - und wie wir auch sind - mit dem Herrn in der Kommunion Eins werden dürfen, das ist mehr als ein Geschenk. Wir haben es nicht verdient. 

Ich bitte euch heute um ein Gebet für die Priester. Es ist keine einfache, aber eine traumhafte Berufung - ich möchte nichts anderes tun. Ich bete für euch. Bitte, betet auch für mich. Und nimmt in dieses Gebet auch die Priesterkandidaten - unseren Thomas - mit. Wir brauchen es.

 

8. April 2020 - Mittwoch.

Jes 50,4-9

Ps 69(68),8-12.22.31-33

Mt 26,14-25

 

Die Vertraulichkeit des Abendmahles wird von Verrat getrübt. „Was wollt ihr mir geben“? 

Hl. Antonius von Padua sagte dazu: „Es wird ein Preis festgesetzt für Unschätzbares“. 

Es waren dreißig Silberstücke - so viel kostete damals der billigste Sklave. 

Was war die Motivation von Judas? War es Habgier? Vielleicht. Möglicherweise war es seine Enttäuschung - er hat für Jesus alles liegen lassen, ist ihm gefolgt und hat nichts dafür bekommen: keine Anerkennung, kein Ansehen, keine gesellschaftliche Position. Das Urteil über den Verräter fällt hart aus: „Weh dem Menschen“. Was dieses Urteil jedoch vor Gott bedeutet, können wir Menschen nicht wissen.

Fragen wir uns heute nach dem Unschätzbaren in unserem Leben: Was ist das?

Fragen wir uns auch nach dem „Verrat“, nach der Schuld, nach der Sünde in unserem Leben: Was ist das? 

Die Antworten, die wir finden, sind eine gute Vorbereitung auf die kommenden Tage.

 

7. April 2020 - Dienstag.

Jes 49,1-6

Ps 71(79),1-6.15.17

Joh 13,21-33.36-38

 

Beim Jesaja lesen wir u.a. „Ich mache dich zum Licht für die Völker“. Damit sind der „Knecht Gottes“ und das ganze Volk gemeint. Eine solche Sendung haben wir bei der Taufe bekommen: Wir sollten zum Licht für die Welt werden. Jesus sagte von sich selbst: „Ich bin das Licht der Welt“ (Joh 8,12). Was bedeutet es für mich? In welchen Situationen bin ich wirklich ein „Licht“, in welchen eine „Finsternis“ für meine Mitmenschen?

Der Abschnitt des heutigen Evangeliums führt die Erzählung von der Fußwaschung fort. Schauen wir, wie Jesus sich verhält: Seine engsten Freunde, die Aposteln, erfahren nicht, wer ihn verraten wird. Er zeigt nicht mit dem Finger auf Judas, sondern gibt ihm ein Stück Brot. Das ist die Barmherzigkeit. Das ist die Liebe, die keinen ausschließt.

Und dann spricht Jesus vom „Weggehen“. Das ist natürlich eine Ankündigung seines Leidens und Sterbens. Das ist auch eine Prophezeiung für Petrus: Er wird auch für die „Schafe“ sterben. 

Wir alle tragen eine Verantwortung für andere. Manchmal ist es eine Herausforderung. Es ist  jedoch unsere Aufgabe, diese Verantwortung bewusst zu übernehmen.

 

6. April 2020 - Montag

Jes 42,1-7

Ps 27(26),1-3.13-14

Joh 12,1-11

 

Die Worte des Jesaja sind auffordernd. Der Prophet spricht von Einem, an dem Gott Gefallen gefunden hat, von Einem, der den Völkern das Recht bringt. Er handelt behutsam und liebevoll (das Rohr, der Docht). Er wird von Gott gehalten. Er hilft und er ist barmherzig. Sind das nicht unsere Aufgaben, wenn es um unseren Umgang mit den Mitmenschen geht? Wir haben jetzt genug Zeit, um sich mit solchen Fragen zu beschäftigen.

Im Evangelium sehen wir Jesus unterwegs nach Jerusalem. Er ist Gast bei Lazarus und seinen Schwestern: Marta ist eine Hausfrau, die sich um die Gäste kümmert; Maria erscheint eher als die Nachdenkliche. Sie setzt ein ungewöhnliches Zeichen: Die Salbung mit einem kostbaren Öl - für die Stunde des Todes. Das Verhalten von Maria und die Reaktion des Judas bilden eine interessante Spannung. Man könnte das Öl verkaufen und die Armen unterstützen, sozial verwenden. Für ihn war es reinste Verschwendung Ein Tagelöhner bekam damals einen Denar pro Tag. Hier haben wir also mit einem Jahresgehalt zu tun (300 Denar). Wir kennen jedoch seine Motivation.

Auf uns heute übersetzt: Wenn wir die Not in der Welt sehen, dürfen wir dann trotzdem z.B. die Renovierung unserer Kirche planen und dafür sammeln, oder sollten wir den Armen helfen? 

P. Heribert Arens OFM hat das mal so formuliert: „Es ist die Spannung zwischen dem funktional Unnötigen und der nötigen Alltäglichkeit. Diese Spannung kann man nicht einfach auflösen zugunsten eines dieser Pole. Ohne die „Verschwendung“ wäre unser Leben in jeder Hinsicht ärmer, auch geistlich. Ohne die soziale Sorge wären die bedürftigen Menschen ärmer“.

Ich wünsche euch eine gesegnete Karwoche und freue mich schon auf euer Mitfeiern.

 

5. April 2020 - Palmsonntag.

Mt 21,1-11

Jes 50,4-7

Phil 2,6-11

Mt 27,11-54 

 

Palmsonntag - zum ersten Mal ohne Gemeinde, ohne Prozession. Schwierig, aber noch zum aushalten. Heute haben wir mit einem „Sturm“ zu tun, wenn es um die Gefühle und um die Reaktionen der Menschen geht: Am Anfang steht das „Hosianna", am Ende das „Kreuzige ihn“. So schnell kann sich alles ändern. In unserem Leben auch. 

Jesaja spricht von einem „aufmunternden Wort“. Finden wir bitte solche Worte in der kommenden Woche für unsere Mitmenschen. Mit einem Wort kann man helfen, aufbauen, Mut zusprechen. Man kann natürlich auch verletzen. Das wollen wir aber nicht. Wir alle brauchen gute, aufbauende Worte. 

Heute erinnern wir uns an den feierlichen Einzug Jesu in Jerusalem. Jerusalem - das ist nicht nur eine ferne Stadt in Israel, weit weg von hier. Jerusalem, das ist unsere Pfarre, unsere Gemeinde. Jesus will bei uns einziehen. Er will bei uns ankommen.

Palmzweige sind Zeichen des Lebens. Jesus will uns Frieden und Leben schenken. Er will von uns begleitet werden.

Jetzt haben wir die Möglichkeit, die Gottesdienste aus unserer Kirche via Internet mitzufeiern. Ich lade Euch dazu ein. Vom Montag bis Mittwoch wird es um 18.00 Uhr eine stille Anbetung in der leeren Kirche geben. Kurz vor 19.00 Uhr werden wir dann den Barmherzigkeit Rosenkranz beten und danach die Messe feiern. Am Gründonnerstag, Karfreitag und in der Osternacht beginnt die Liturgie jeweils um 19.00 Uhr - die Kirche wird auch leer. Am Ostersonntag und am Ostermontag feiern wir die Messe um 10.00 Uhr. Mehr kann ich euch in der jetzigen Situation nicht anbieten.

 

4. April 2020 - Samstag.

Ez 37,21-28

Jer 31,10-13

Joh 11,45-57

 

Ezechiel spricht von einer Vereinigung: Israeliten, die jetzt in Diaspora, d.h. zerstreut unter vielen Völkern leben, werden zu einem Volk unter einem König. Gott nimmt von ihnen alle Sünden, die die Spaltung und Verbannung verursacht haben. Das ist die Hoffnung.

Unsere jetzige Situation können wir auch so beschreiben. Wir leben jetzt auch „zerstreut“: Jeder im eigenen Haus, mit stark begrenzten sozialen Kontakten, ohne „normalen“ Aktivitäten. Wir wissen jedoch um Vieles, was wir gemeinsam haben, was uns verbindet. Wir alle sind Christen, wir haben denselben Glauben, wir haben unsere eigene Pfarrkirche, wir bilden eine Gemeinde. Vielleicht lernen wir in dieser Zeit, in der wir das nicht leben dürfen, es auch mehr zu schätzen? Vielleicht ist es wirklich so, dass man etwas verlieren muss, um zu verstehen, wieviel mir es bedeutet, wie wichtig es ist? Da haben wir jetzt die Gelegenheit zu überlegen, was wir als selbstverständlich angenommen haben, obwohl es nicht selbstverständlich ist: In der Familie, in der Pfarre, am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft?

Im Evangelium steht Kajaphas im Mittelpunkt. Er war ein Hohepriester in den Jahren 18-37. Er sagt heute eine Prophezeiung: „Es ist besser, wenn ein einziger Mensch für das Volk stirbt“. Das war ein Kalkül. Er meinte damit ein mögliches „Verlorengehen“ des Volkes, wenn es zum Glauben an Jesus käme. Dadurch würde der Hohe Rat jeden Einfluss im Volk verlieren. 

Kajaphas ist in diesem Moment ein Prophet, er ist ein Werkzeug Gottes, ohne es zu wissen. Er verkündet die Wahrheit, deren Sinn er nicht erahnt: Der Tod Jesu ist seine Hingabe an den Vater. So vollendet Jesus sein Werk und nimmt alle, die an ihn glauben, mit auf diesen Weg.

Morgen eröffnen wir die Karwoche. Wir werden das Leiden, den Tod und die Auferstehung Jesu feiern. Zwar begrenzt, aber doch. Ich lade euch schon heute ein, mitzufeiern: Zu Hause, im TV, im Radio, oder mit uns im Internet. Es ist möglich, die Verbundenheit zu leben, auch wenn wir jetzt „zerstreut“ sind.

 

3. April 2020 - Freitag.

Jer 20,10-13

Ps 18(17), 2-7

Joh 10,31-42

 

Ein verfolgter Prophet - Jeremia. Er hat es nicht leicht - für viele sind seine Worte unbequem. Er hat jedoch keine Angst vor seinen Gegnern, und begründet das mit der Aussage: „Der Herr sieht Herz und Nieren… er rettet das Leben des Armen aus der Hand der Übeltäter“. Wie tief muss der Glaube sein, damit ein Mensch so viel Vertrauen auf Gott haben könnte? Vielleicht sollten wir uns selbst nach der „Tiefe“ des eigenen Glaubens fragen, und uns auch sagen lassen: Der Herr sieht auch mein Herz, meine Gedanken und Beweggründe.

Im Evangelium wieder die Steine in den Händen. Das Johannesevangelium ist eigentlich eine theologische Auseinandersetzung des frühen Christentums mit dem Judentum. 

Zu der heutigen Szene sagte der hl. Augustinus: „Sie suchten ihn zu ergreifen. Was heißt ergreifen? Hast du verstanden, so hast du ergriffen. Aber nicht so die Juden: Du hast ihn ergriffen, um ihn zu haben, jene wollten ihn ergreifen, um ihn nicht zu haben“.

Da geht es wieder um unsere persönliche Entscheidung. Diese müssen wir täglich treffen: Stehe ich zu Gott, zum Glauben, zur Kirche, oder ist mein Glaube eher ein Relikt aus der Kindheit?

Rabindranath Tagore (1861-1941), ein bengalischer Dichter und Philosoph, Nobelpreisträger für Literatur, sagte mal nach seiner Reise durch Europa Worte, die zum Nachdenken geben: „Ich habe dort Christentum an Sonntagen und Feiertagen erlebt, aber Heidentum im Alltag“. Ziemlich kritisch und hart, aber in vielen Situationen zutreffend. Ich hoffe, bei uns ist es anders.

 

2. April 2020 - Donnerstag.

Gen 17,1.3-9

Ps 105(104), 4-9

Joh 8,51-59

 

Im Buch Genesis eröffnet sich heute eine neue Ära. Gott schließt einen Bund mit Abram und gibt ihm sein Versprechen. Abram bekommt einen neuen Namen: Ab jetzt ist er Abraham. 

Die Verheißung ist großartig: „Vater der Menge“. Diese Verheißung ist ohne „Wenn und Aber“, sie ist ein eindeutiges Zeichen der Liebe Gottes. Nachkommen zu bekommen bedeutete damals einen Segen. Abraham ist also von Gott gesegnet, er wird zum „Stammvater“ des Glaubens. Was Gott dafür verlangt? Nichts. Die Worte „du aber halte meinen Bund, du und deine Nachkommen, Generation um Generation“ sind als ein Hinweis, nicht als eine Bedingung zu verstehen. 

In diesen Bund wurden wir auch aufgenommen. Halten wir ihn?

Im Johannesevangelium sagt Jesus: „Wer an meinem Wort festhält, wird auf ewig den Tod nicht erleiden“. Sterben müssen wir alle. Hier geht es um die unterschiedliche „Art“ des Sterbens: Der Glaubende wird die Bitterkeit des Todes nicht so erfahren wie der, der am Ende des Lebens allein auf sich gestellt ist. Ist er hoffnungslos? Ich glaube ja.

Und dann noch die Aussage: „Noch ehe Abraham wurde, bin ich“. Damit bekennt Jesus: Ich bin der Sohn Gottes. Schlagen wir das Ex 3,14 auf, und dann werden wir es verstehen: „Ich bin es“ oder „Ich bin der ich-bin-da“ heißt es beim brennenden Dornbusch. So hat sich Gott dem Mose offenbart. Jetzt offenbart er sich nicht mehr in einem Busch, sondern in dem Menschen Jesus. 

Die Juden haben es als Gotteslästerung verstanden. Dafür gab es damals nur eine Strafe: Steinigung. Und so bekommen wir heute schon einen Vorblick auf das Schicksal Jesu.

 

1. April 2020 - Mittwoch.

Dn 3,14-21.49.91-95

Joh 8,31-42  

 

Mit Gesetzen und Vorschriften haben wir täglich zu tun: Man muss Steuer zahlen, man darf nur 50 km/h im Ortsgebiet fahren (in unseren Ortschaften manchmal sogar 30 km/h), erst mit 16 hat man Wahlrecht, jetzt ist unsere Ausgang-Freiheit beschränkt, demnächst werden wir alle einen Nase-Mund-Schutz tragen müssen, usw. Diese Gesetze brechen unsere Freiheit nicht, sondern sie unterstützen unsere Freiheit. Man muss ihnen folgen. Nicht, weil das Nichtfolgen bestraft wird. Das wäre zu kurz gemeint. Sie sind nötig, weil sie uns allen dienen und uns alle schützen.

Von einem anderen Gesetz, das das Gewissen eines Menschen bricht, erzählt heute das Buch Daniel. Der König Nabukadnezzar will, dass nur seine Götter verehrt werden. Damit nimmt er allen Menschen - würden wir heute sagen - ihre Religionsfreiheit weg: „Es ist egal, was du glaubst. Wichtig ist, was ich will. Ich habe die Macht. Ich kann also auch über deinen Glauben entscheiden“. Viel später - nach der Reformation - im 16. und 17. Jahrhundert hat dasselbe auch Europa erlebt: „cuius regio, eius religio“. Wer die Macht hat, hat auch das Recht - würde man denken. Das stimmt aber nicht, weil der Mensch in seinen Entscheidungen frei ist und frei bleibt. Und genau das zeigen die drei Männer im Buch Daniel. Sie sind ungehorsam, weil das Gesetz des Königs zu weit geht. Ihnen wurde die Freiheit beraubt. Deswegen wagen sie einen solchen Schritt, leisten Widerstand, obwohl ihnen klar ist, dass sie zum Tod verurteilt werden.

Daniel hat es oft erlebt. Man braucht nur das Kapitel 6. in seinem Buch lesen, um es zu wissen: Bei einem anderen König (Darius) landete er aus selbem Grund in der Löwengrube. In beiden Fällen hat er durch sein Zeugnis die ungerechten Herrscher zum Glauben an Gott gebracht.

Die erste Frage für heute lautet: Was ist die Freiheit? Wie verstehe ich sie und wie nehme ich sie wahr? Wie lebe ich sie? 

Im Evangelium spricht Jesus von der Wahrheit, die befreit. Sie hat viel mit der Erkenntnis zu tun, aber natürlich auch mit der Freiheit. Die bekannteste Frage zu diesem Thema werden wir am Karfreitag vom Pilatus hören: „Was ist die Wahrheit“? Jesus spricht von der Wahrheit, die er von seinem Vater kennt. Im Joh 14,6 lesen wir, wie Jesus zum Thomas sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“. Stammen unsere Wahrheiten auch vom himmlischen Vater? 

Die zweite Frage für heute lautet: Was ist die Wahrheit? Wie lebe ich sie?

 

Mit der Nutzung dieser Website erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. To find out more about the cookies we use and how to delete them, see our privacy policy.

I accept cookies from this site.

EU Cookie Directive Module Information